Die Ausstellung wird sich bis zu ihrem Ende am 19. Juni noch verändern. Denn Sieling möchte möglichst viele Bilder gegen eine Spende abgeben.
MalereiRegina Sieling zeigt im Gummersbacher Rathaus autobiographische Collagen

„Bunt“ ist Titel der Ausstellung und das künstlerische Programm von Regina Sieling. In Collagen verarbeitet sie Fundstücke und Souvenirs.
Copyright: Dennis Börsch
Das Suchspiel war bald entschieden. Regina Sieling hatte die Besucher der Ausstellungseröffnung im Rathaus aufgefordert, auf einer ihrer Collagen den Satz „Auf keinen Fall darf Langeweile aufkommen“ zu finden. Miriam Neufurth entdeckte ihn bald und durfte das Bild gleich mit nach Hause nehmen.
Auch sonst wird sich die Ausstellung bis zu ihrem Ende am 19. Juni noch verändern. Sieling möchte in dieser Zeit möglichst viele Bilder gegen eine großzügige Spende abgeben und hat noch einige in Reserve. Der Erlös soll dem „Haus der Stille“ in Rengsdorf bei Neuwied zugute kommen. Das Einkehrzentrum der evangelischen Kirche ist von der Schließung bedroht. Regina Sieling (63) hat dort vor 20 Jahren selbst neue Orientierung gefunden.
Eine persönliche Krise durchlitten
Damals habe sie eine persönliche Krise durchlitten, berichtete Regina Sieling den Ausstellungsbesuchern. Heilsam war nicht nur eine Musiktherapie, sondern auch die kreative Beschäftigung „mit allem Möglichen, was mir unter die Finger kam“. Der schöpferische Ausdruck wurde ihr lebenswichtig, sie erkannte schließlich: „Eine Krise kann auch eine Chance sein.“
Im Rathausfoyer zeigt die Gummersbacherin Acrylmalerei, Radierungen, Stoffcollagen und Upcyclingobjekte. In diesen Arrangements von Fundstücken und Souvenirs betreibe sie „Biographiearbeit“, sagt Sieling. Ein T-Shirt eines ihrer heute erwachsenen Kinder wird in einem Textilbild verarbeitet, eine Plastikschaufel vom Strand reiht sich ein in eine „Schüppengirlande“. Jedes Schäufelchen steht für ein Geschenk, das ihr im Laufe des Lebens zuteil wurde.
Mensch und Kunst werden eins. Vizebürgermeister Jürgen Marquardt berichtete in seinem Grußwort, dass er Regina Sieling im Vorfeld der Ausstellung in ihrem Atelier auf dem Steinberg besucht hat. Dort kam er zu der Erkenntnis: „Die Kunst macht sichtbar, was dem Alltagsblick verborgen bleibt, was hinter den Dingen liegt.“
