Zum JubiläumAuch in Gummersbach lockte der „Titanic“-Film wieder viele ins Kino

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Leonardo DiCaprio als Jack und Kate Winslet als Rose in einer Szene aus „Titanic“.

Nach zwei Wochen im Spielplan ist „Titanic“ am Mittwoch um 16.35 und 19.30 Uhr zum letzten Mal zu sehen in Gummersbach.

Das Seven-Kino in Gummersbach zeigte nach 25 Jahren den „Titanic“-Film in überarbeiteter Fassung. Zwei Chancen gibt es noch, um ihn zu sehen.

Große Liebe, soziale Ungerechtigkeit und eine schwimmende Tür: Auch nach 25 Jahren beschäftigt der Film „Titanic“ die Menschen. Und nun war er wieder im Kino, auch in Gummersbach. Nach zwei Wochen im Spielplan ist „Titanic“ am Mittwoch, 22. Februar, um 16.35 und 19.30 Uhr zum letzten Mal zu sehen.

„Es ist einfach ein Film für die Leinwand“, ist Suzana Kertzel überzeugt. Natürlich sei „Titanic“ auch auf heimischen Bildschirmen gut anzuschauen, findet die Mitarbeiterin des Kino-Centers Seven. Doch die Liebesgeschichte auf dem imposant in Szene gesetzten Dampfer komme im Großformat erst richtig zur Geltung.

Gummersbach. Im Kinocenter Seven ist wieder der Film "Titanic" zu sehen.

Zwei Kinogenerationen: Suzana Kertzel war damals von Rose und Jack begeistert, Kollege Mardozhée Ndombele kannte den Film nur aus dem Fernsehen.

1998 kam der Blockbuster mit Leonardo di Caprio und Kate Winslet ins Kino – und brach damals alle Rekorde. Die Geschichte der Jungfernfahrt der „RMS Titanic“ im Jahr 1912 spielte weltweit mehr als zwei Milliarden Dollar ein, mit 200 Millionen Dollar hatte ihre Verfilmung die bis dahin höchsten Produktionskosten. Zum Jubiläum war der mit elf Oscars prämierte Film jetzt bundesweit in digital überarbeiteter Version zu sehen: „Titanic-Remastered“ hat eine superhohe 4K-Auflösung und wurde in 3D gezeigt.

Premiere für Finja und Noelia

Für die Teenagerinnen Finja und Noelia war es jetzt das erste Mal, dass sie den Film auf der großen Leinwand erlebt haben. „Ganz wundervoll“, findet Finja die Geschichte, in der sich das Leben der reichen, aber unglücklichen Rose von Grund auf ändert, als sie sich auf dem Schiff in den armen, doch lebensfrohen Jack verliebt.

Auch wenn Regisseur James Cameron jüngst in einem wissenschaftlichen Experiment das Gegenteil bewiesen haben will: Das Liebespaar, da ist sich Kinobesucherin Finja mit ihrer Freundin einig, hätte auf jeden Fall gemeinsam auf der im kalten Wasser schwimmenden Türe überleben können.

Bereits im Burgtheater gearbeitet

„Das finden wir doch alle seit 25 Jahren“, bekräftigt auch Kino-Mitarbeiterin Suzana Kertzel. Die 48-Jährige arbeitete bereits im Gummersbacher Burgtheater, als der drei Stunden und fünfzehn Minuten dauernde Film dort das erste Mal gezeigt wurde. „Damals gab es immer eine Pause, da mittendrin die Filmspule gewechselt wurde“, erinnert sie sich.

Ihr Kollege Mardozhée Ndombele, der im Jahr der Dreharbeiten zu „Titanic“ geboren ist, kennt den Film aus dem Fernsehen. „Es ist ein guter Film, aber ich glaube, mit der Liebesgeschichte ist er eher etwas für Frauen“, meint er diplomatisch.

Hauptsächlich Frauen

Seven-Kinoleiter Reinhard Elschner von der „Wolf Kinobetriebs GmbH“ kann das bestätigen: „Wie vor 25 Jahren sind es hauptsächlich Frauen, die derzeit Titanic im Kino sehen wollen.“ Vor allem jüngere Damen kämen dafür ins Seven, einige gemeinsam mit ihren Müttern. „Die wenigen Männer im Publikum sind wahrscheinlich nur ihren Frauen zuliebe dabei“, vermutet Elschner.

Neben der wunderbaren Lovestory habe der Film aber auch einen sehr ernsten Hintergrund, sagt Kinobesucherin Margarethe Edling beim Verlassen des Kinosaals in Gummersbach. Daher möchte sie diesen Film nicht noch einmal in 3D sehen: „Ich kann es nicht aushalten, den Menschen eine Stunde lang im Detail beim Ertrinken zuzuschauen.“

Unsterblich gemacht

Das historische Geschehen haben auch die Mittvierzigerinnen Yvonne Bauschmann und Melanie Parrinello aus Bergneustadt im Saal des Seven im Blick. „Dass in der damaligen Gesellschaft die reichen Fahrgäste die größten Überlebenschancen hatten, und es für die armen Menschen im Unterdeck nicht mal Rettungsboote gab, das ist einfach unvorstellbar ungerecht“, sagt Yvonne Bauschmann. Immerhin: Der Film hat sie unsterblich gemacht.

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