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50 Jahre altWie Björn Borg zum Geburtshelfer für die Bielsteiner Tennisfreunde wurde

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Historisches Mannschaftsbild

Dieses Herren-Team war eine der ersten Mannschaften, die auf den beiden im Mai 1977 eingeweihten Bielsteiner Plätzen aufschlugen.

Ganz schön schwierig war die Gründung der Tennisfreunde in Wiehl-Bielstein vor 50 Jahren., Heute zählt der Club zu den größten der Region.

Allzu euphorisch ist die Wiehler Politik nun wirklich nicht, als sie im Frühsommer 1976 von den Plänen zur Gründung eines Tennisvereins in Bielstein erfährt. Gut, durch den sensationellen Sieg eines gewissen Björn Borg in Wimbledon widmen die Zeitungen dem Sport mit Schläger, Netz und Ball in jenen Tagen ein wenig mehr Aufmerksamkeit als üblich. Und trotzdem: Wer spielt denn schon Tennis? Und noch dazu in Bielstein?

Damals mehr Neugierige als Stühle in Bielstein

Andererseits kommen Rolf Hartmann, Manfred Alberts und Helmut Marzari, die die Pläne damals vorbringen, mit ordentlich Rückenwind, das ist auch den Stadtverordneten nicht entgangen. Mitte Mai 1976 hat das Trio Interessierte am Tennissport per Flugblatt zu einem unverbindlichen ersten Treffen ins Hotel Pflitsch eingeladen – und ist an diesem Abend regelrecht überrannt worden. Es gibt deutlich mehr Neugierige als Stühle, etliche Sportlerinnen und Sportler fahren wieder ab, weil sie erst gar nicht in den Raum kommen.

Das gleiche Hotel ist dann auch einige Wochen später Kulisse der Gründungsversammlung – auf dem Tisch liegt der gemeinsam mit dem Kreissportbund erstellte Satzungsentwurf, den am 2. Juli 1976 genau 17 Bielsteiner unterschreiben und anschließend ihren ersten Vorstand wählen. Jener Abend wird die Geburtsstunde der Tennisfreunde Bielstein, die ihren runden Geburtstag am vergangenen Wochenende feierten und sich zusammen und gerne an viele Anekdoten aus fünf Jahrzehnten Vereinsleben erinnerten.

Drei Männer auf einem Tennisplatz

Allerlei Gesprächsstoff beim runden Clubgeburtstag am Samstag hatten (v.l.) Bürgermeister Ulrich Stücker, Gründungsvorsitzender Manfred Alberts und der aktuelle Vereinschef Kai Eichmann.

Der Club ist im Sommer vor 50 Jahren also immerhin schonmal offiziell gegründet, allerdings sind die Tennisfreunde damals noch ohne einen einzigen Platz. Von der Konkurrenz wird das Vereinskürzel TFB deshalb schon als „Tennisfriedhof Bielstein“ belächelt. Doch der Vorstand um Manfred Alberts arbeitet emsig am Aufbau. Mit der Stadt Wiehl gelingt im August 1976 der Abschluss eines Pachtvertrags über einen Abschnitt des Bielsteiner Freizeitgeländes, parallel laufen Verhandlungen mit der Bezirksregierung über Landeszuschüsse für den Bau von Tennisplätzen. Diese Zeitung widmet der aus der Not geborenen Bielsteiner Lösung einen großen Artikel, nach der die halbe Aufnahmegebühr sparen kann, wer bei der Errichtung des Clubgeländes an Schaufel und Spitzhacke kräftig mit anpackt.

1980er Jahre bringen dem Wiehler Verein noch einmal starken Zuwachs

Wenig später beginnt tatsächlich der Bau von zwei Spielfeldern, die am 1. Mai 1977 von den stolzen Tennisfreunden eingeweiht werden. Aus Oberbantenberg wird eine abbruchreife Baubude herbeigeschafft, die die Tennisfrauen mit viel Farbe wieder zu einem kleinen Schmuckstück machen. Kurz darauf folgt noch ein Toilettenwagen – fertig ist die erste, wenn auch noch ausbaufähige Vereinsausstattung.

Die 1980er Jahre bringen dann den nächsten Aufschwung: Mit den Erfolgen von Boris Becker und Steffi Graf wächst die Mitgliederkartei, für die Ballwechsel stehen jetzt schon vier Plätze bereit, 1984 werden Platz Nummer fünf und das Clubhaus gebaut. „Tennis war plötzlich Volkssport. Wir hatten über 420 Mitglieder und zeitweise sogar eine Aufnahmesperre. Die Kinder durften ab 17 Uhr nicht mehr auf die Plätze, weil dann die Erwachsenen spielten. Das war aber eher Motivation als Frust. Denn das Ziel war ja klar: Man musste so gut werden, dass die Erwachsenen uns zum Doppel dabeihaben wollten“, blickte Kai Eichmann, Vorsitzender der TFB, am Samstag mit einem Schmunzeln zurück.

Der besondere Geist dieses Vereins ist bis heute geblieben. In Bielstein ging es immer um Menschen, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt.
Kai Eichmann, Vorsitzender der Tennisfreunde Bielstein im Jubiläumsjahr

Stichwort Mitglieder: Auf konstant etwas über 300 Mitglieder können die Tennisfreunde bis heute bauen, davon sind etwa 70 Kinder und Jugendliche. 19 Mannschaften, darunter vier Jugendteams, bringen die Bielsteiner in ihrem Jubiläumsjahr an den Start, quer durch alle Ligen. Die klassenhöchste Auswahl stellen aktuell die Herren 40 in der 2. Verbandsliga – überhaupt waren die Herren 30- und Herren 40-Mannschaften aus Bielstein in den vergangenen Jahrzehnten oft Garanten für großen sportlichen Erfolg. „Die goldene Generation ist in die Jahre gekommen. Aber glücklicherweise hat sich aus der heranwachsenden Jugend eine neue starke Generation entwickelt“, freute sich Eichmann.

Anerkennung aus Wiehl und Gummersbach

Viel Anerkennung für die Vereinsarbeit brachte auch Wiehls Bürgermeister Ulrich Stück am Wochenende mit: „Game, Set and Match Tennisfreunde Bielstein: Der Verein steht seit 50 Jahren für eine tolle Gemeinschaft und tollen Tennissport.“ Genau wie die Volksbank Oberberg, die Sparkasse Gummersbach und der Stadtsportverband Wiehl brachte auch Stücker einen Zuschuss für die Vereinskasse mit. Vor allem aber lobte der Bürgermeister: „Sie vermitteln hier Werte wie Teamgeist und Fairness und fördern durch Ihr Vereinsleben die Begegnung von Menschen auf und neben dem Platz.“

Tatsächlich ist es Eichmann wichtig (und genauso hielten es seine Vorgänger im Amt des Vorsitzenden), dass Bielstein nie der Ruf des elitären weißen Sports anhing. Alle Vereinschefs wollten die Tennisfreunde zu einem fröhlichen und sympathischen Club formen, in dem eben auch neben den Plätzen eine ganze Menge lief und läuft: die Nikolausfeier etwa, die jährliche Saisoneröffnung, Mitternachtsturniere, zahllose originelle Mannschaftsabende und nicht zuletzt die ausgelassene Party mit der „Nachtexpress“ der Wiehler Feuerwehr zum Jubiläum am Samstagabend.

„Der besondere Geist dieses Vereins ist bis heute geblieben. In Bielstein ging es immer um Menschen, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt“, betonte Kai Eichmann. Die Tennisfreunde Bielstein sind längst einer der größten Tennisvereine in der Region – mit ihrem gehässigen Gerede von „Tennisfriedhof Bielstein“ lagen die Neunmalklugen von damals jedenfalls gründlich daneben.