Die Maikundgebung auf dem Bismarckplatz stand in diesem Jahr unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“.
Tag der ArbeitZum 1. Mai fand auch in Gummersbacher eine Kundgebung statt

Viele Gäste waren am Freitag nach Gummersbach gekommen.
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„Werden wir überhaupt gebraucht?“, fragte Deniz Sarlak von der Gewerkschaftsjugend der IG Metall am Freitagmittag bei der Kundgebung zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit, auf dem Gummersbacher Bismarckplatz. Dorthin waren zahlreiche Gäste aus der Politik, Wirtschaft und Gewerkschaft gekommen, um sich unter anderem für faire Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne stark zu machen und sich solidarisch mit den Arbeitnehmern zu zeigen.
Deniz Sarlak sprach auf der Bühne für die junge Generation. „Wir erleben in vielen Unternehmen um uns herum aktuell Stellenabbau, finanzielle Verluste und wie Zukunftsentscheidungen verschoben werden. Mittendrin stehen wir, die junge Generation und die Auszubildenden“, so Sarlak. Die daraus resultierende Unsicherheit führe dazu, dass eine Ausbildung für viele nicht mehr attraktiv ist. „Und wenn junge Angestellte keine Zukunftsperspektive in einem Unternehmen sehen, dann gehen sie“, machte Sarlak deutlich, der gleichzeitig aber auch betonte: „Wir jungen Menschen wollen lernen und Verantwortung in der Industrie übernehmen, aber dafür braucht es entsprechende Entscheidungen vonseiten der Politik.“

Auf der Bühne sprach unter anderem Deniz Sarlak, Gewerkschaftsjugend der IG Metall.
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Den klaren Worten der jungen Generation waren im Rahmen der Maikundgebung, die in diesem Jahr unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ stand, zahlreiche Ansprachen auf dem Bismarckplatz vorausgegangen. So hatte nach der Begrüßung durch Simon Stefer von der IG Metall Gummersbach, Haydar Tokmak, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Oberberg, ebenfalls ernste Worte gefunden. „Es kann nicht sein, dass Gewinne privatisiert werden. Fest steht doch: Ohne uns gäbe es weder Profit noch Zukunft in den Unternehmen“, betonte Tokmak.
Und er führte aus: „Wandel in der Wirtschaft und Industrie ist wichtig, aber er ist nur dann ein Fortschritt, wenn die Arbeitnehmer mitgenommen werden.“ Eine gute Rente sei ein Zeichen des Respekts vor der Lebensleistung der Angestellten, so Tokmak. In seiner Rede ging der Gewerkschaftssekretär auch auf die rote Nelke, das Symbol der Arbeiterbewegung, ein. „Das ist viel mehr als eine Blume, sondern steht für Erinnerung, Widerstand und Mut. Es ist gleichzeitig ein Zeichen der Erkennbarkeit, für was wir einstehen.“
Ein Grußwort sprach am Freitagmittag der Gummersbacher Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit, der betonte, wie wichtig eine starke industrielle Basis in Krisenzeiten wie den aktuellen sei. „Sie bildet das Rückgrat unserer Wirtschaft“, so der Bürgermeister. Voraussetzung sei aber, dass die Politik verlässliche Rahmenbedingungen dafür schaffe, dass Gummersbach und der Oberbergische Kreis ein starker Wirtschaftsstandort bleiben.
Das Wort hatten bei der Maikundgebung in Gummersbach auch Gerhard Jenders (Unser Oberberg ist bunt, nicht braun), Jan Köstering (Linke MdB), Pascal Reinhardt (SPD), Julian Münster (Grüne) sowie Sengül Cetin als Stimme der Migrantinnen und Migranten. Für Livemusik zwischen den Redebeiträgen sorgte die Band Hugoonion. Die Kinder konnten sich derweil auf einer Hüpfburg austoben.
