Klirrend kalte Temperaturen erwartet das Bergische Land ab der Nacht zum Sonntag. Im Gespräch mit Florian Sauer erklärt Hobby-Meteorologe Oliver Baldsiefen aus Hartegasse, ob tatsächlich eine Eiszeit bevorsteht, was genau der „Fröstel-Faktor“ misst – und wann endlich der Frühling kommt.
Herr Baldsiefen, die Agenturen kündigen Minusrekorde an, auf Facebook war in diesen Tagen gar vom „sibirischen Kälte-Monster“ zu lesen. Was ist denn da los?
Man muss es nun nicht übertreiben. Die Kurzantwort lautet schlicht: Es ist Winter. Über Skandinavien liegt ein sogenanntes Blockade-Hoch, das sämtliche Tiefs, also Feuchtigkeit und Wärme, von uns fernhält. Das Hoch bewegt sich im Uhrzeigersinn, zapft dadurch tatsächlich sibirische Kälte an und lenkt sie direkt zu uns ins Bergische Land.
Hintergrund
Die „Wetterinfo Lindlar“ steht kostenlos als Anwendungssoftware (kurz: App) für alle Smartphones und Tablets mit Apple-, Android- oder Microsoft-Betriebssystem zur Verfügung.
Im App-Store des jeweiligen Anbieters einfach „Wetterinfo Lindlar“ suchen, die Software mit herunterladen und installieren.
Voreingestellt ist die Push-Benachrichtigung – das heißt, es ertönt ein kurzer Signalton, wenn der aktuelle Wetterbericht erschienen ist. Das geschieht in der Regel abends für den Folgetag.
Unwetterwarnungen können rund um die Uhr weitergeleitet werden. Die automatische Benachrichtigung lässt sich unter „Einstellungen“ deaktivieren. Wichtig: Ein Anspruch auf Information oder Warnung besteht ausdrücklich nicht, alle Berichte sind ohne Gewähr. Daneben pflegt Baldsiefen den Auftritt „Wetterinfo Lindlar“ im Netzwerk Facebook. (sfl)
Kaum zu glauben, dass diese Wetterlage tatsächlich so besonders und selten ist.
Also, 2013 hatten wir zuletzt ein so stabiles Winterhoch über Skandinavien, das unser Wetter derart beeinflusst hat. Ab der Nacht auf Sonntag wird die kalte Luft bei uns einströmen. In 1500 Metern Höhe, und das ist verdammt niedrig, werden es dann ungefähr minus 15 Grad sein, das ist schon ordentlich.
Und wie sieht es bei uns am Boden aus?
Mit acht bis zwölf Grad unter dem Gefrierpunkt müssen wir rechnen. Auch tagsüber kommen wir nicht mehr über die Null. Dazu erhöht der aufkommende Ostwind den „Fröstel-Faktor“ massiv. Zwei oder drei Grad unter Null werden sich durch den Wind wie minus 15 oder 20 Grad anfühlen. Diese Kombination aus Temperatur und Wind wird es wirklich in sich haben.
Was sind Ihre Tipps für die anstehenden, eisigen Tage?
Auf jeden Fall das Gesicht ordentlich eincremen, der Wind zerrt schon sehr an der Haut. Und den Samstag nutzen und noch einige Vorkehrungen treffen. Frostschutz im Auto nachfüllen, Türdichtungen einschmieren und vielleicht noch einige Wasserleitungen isolieren, die ungünstig liegen.
Ist der Frühling schon in Sicht?
Kalte Luft ist sehr träge. Ist sie einmal da, bleibt sie meist auch länger. Die Wettermodelle rechnen fleißig. Stand heute bleibt uns die Kälte bis in den März hinein erhalten. Wir bekommen jetzt das, was sich viele von uns immer wünschen: Ruhiges Winterwetter. Eiskalt, aber mit ganz viel Sonne.