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Konzert in Barockkirche
„Ein Haydn-Spaß“ für die Zuhörer in Eckenhagen

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Ein „Haydn-Spaß“ war angekündigt, und das wurde das Doppelkonzert tatsächlich, sowohl für die Musiker der Orchestergemeinschaft als auch für die Zuhörer.

Ein „Haydn-Spaß“ war angekündigt, und das wurde das Doppelkonzert tatsächlich, sowohl für die Musiker der Orchestergemeinschaft als auch für die Zuhörer.

Eckenhagen – Ein tanzender Bär, angereist aus Paris? Joseph Haydn machte möglich, dass das imposante Tier die Eckenhagener Barockkirche besuchte. Das Waldbröler Kammerorchester, das Jugendorchester Fiddlesticks sowie Gastmusiker, Profis und Amateure aus der Region präsentierten Haydns Sinfonie Nr. 82, genannt „Der Bär“.

Diese gehört ebenso wie Haydns Sinfonie Nr. 86, die ebenfalls zur Aufführung kam, zu den Pariser Sinfonien. Diese entstanden Ende des 18. Jahrhunderts für eine Konzertreihe in der französischen Hauptstadt und entzückten schon zu dieser Zeit das Publikum durch ihren Reichtum an Facetten und Details, durch ihre Energie, ihre Fantasie.

Nicht minder begeistert waren die Zuhörer in der Barockkirche und am Abend davor in der gut besetzten Aula des Waldbröler Hollenberg-Gymnasiums, wo die erste Aufführung stattfand. Was Dirigent Paul Lindenauer mit seinen 40 Musikern in den vergangenen acht Monaten erarbeitet hatte, wirkte frisch und glanzvoll und passte zum Titel der beiden Konzerte: „Ein Haydn-Spaß“. Den Musikern war die Spielfreude anzusehen, dem Dirigenten ebenso. Eine Freude, die sich auch auf ihre Interpretationen übertrug und die Kompositionen durch die harmonische Mischung aus Temperament und sensibler Zurückhaltung zu etwas Besonderem machte.

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Eingestimmt auf den Haydn-Spaß wurde das Publikum aber zunächst mit Georg Philipp Telemanns Concerto in D, das nur ein Teil der Orchestermusiker präsentierte. Dr. Markus Müller an der Solotrompete beschwor mit schillernden Tönen die Zeit des Barock herauf, das etwas kleinere Ensemble spielte perfekt auf den Punkt zusammen und erhielt ebenso wie das große Orchester verdient sehr viel Beifall.

Die Idee, die hinter diesem besonderen Projekt steckt, beschreibt Dirigent Paul Lindenauer so: „Es sollte Musiker ansprechen, die vielleicht das Musizieren im Ensemble noch nicht ausprobiert hatten. Wir wollten sie auf den Geschmack bringen.“ Außerdem gab es den Wunsch, Musiker aus Oberberg, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Westerwald zusammenzubringen, um auf diese Art ein musikalisches Netzwerk zu schaffen. Noch eine Besonderheit: Professionelle Gastdozenten vermittelten den Musikern die stilgerechte Aufführungspraxis.

So erarbeitete der britische Violinist Dr. Richard Gwilt, Dozent der Kölner Hochschule für Musik und Tanz, mit den Musikern die authentische Aufführung der Sinfonien. Dr. Markus Müller verriet, wie akribisch an jedem Detail gefeilt wurde: „Paul Lindenauer ist jemand, der auf kleinste Töne achtet und darauf bedacht ist, mit Freude an der Musik Perfektion zu erreichen.“ Diese Perfektion würdigte das Publikum mit minutenlangem begeisterten Beifall.

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