Kennengelernt haben sie sich als Jugendliche in Berghausen. Heute blicken Hildegard und Siegfried Lorenz auf 60 Ehejahre zurück.
Diamantene Hochzeit in LindlarHildegard und Siegfried Lorenz feiern 60 gemeinsame Jahre

Heute haben Hildegard und Siegfried Lorenz allen Grund zum Feiern: Vor 60 Jahren, am 26. August 1966, heirateten sie standesamtlich in Hülsenbusch.
Copyright: Schmittgen
Gesehen hatten sie sich in ihrem Wohnort Berghausen in Gummersbach schon viele Male, ins Gespräch kamen Hildegard und Siegfried Lorenz aber erst 1963, als sie 16 und er 20 Jahre alt war. „Die Jugend unseres Ortes hatte einen Treffpunkt. Abends nach der Arbeit musste ich daran immer vorbei“, erinnert sich die heute 79-Jährige. Drei Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken und am heutigen Mittwoch feiert das Paar sein diamantenes Ehejubiläum.
Heiratsantrag beim Dorffest
Bereits die Verlobung sei eine große Feier gewesen, denn Siegfried hatte alles heimlich geplant. Zusammen mit ihren Familien besuchte das Paar 1965 das Dorffest in Berghausen. „Er forderte mich zum Tanz auf, als er auf der Tanzfläche plötzlich vor mir auf die Knie ging. Ich war völlig überrascht“, erzählt sie lächelnd, dass sie zwar hin und wieder gemeinsam Ringe angeschaut, aber nie ernsthafte Pläne geschmiedet hätten. Mit dem Einverständnis ihrer Eltern wurde am 26. August 1966 standesamtlich in Hülsenbusch, später am Tag in Gimborn kirchlich geheiratet. „Natürlich habe ich zuvor mit ihren Eltern gesprochen, aber eigentlich hatten sie auch gar keine andere Wahl. Sie war nämlich schon schwanger mit unserem ersten Sohn“, sagt der heute 83-Jährige.

In Gimborn trat das Paar vor den Traualtar.
Copyright: Schmittgen
Seine Eltern hatten zu jener Zeit ein Eigenheim in Elbach gebaut. Nach der Hochzeit zog das Paar ebenfalls in dieses Haus, sodass die Großeltern bei der Versorgung des noch in demselben Jahr geborenen Sohnes Jürgen tatkräftig mithelfen konnten. Ein Jahr später – am gleichen Tag wie Sohn Jürgen – erblickte Sohn Markus das Licht der Welt. „Das war für die Jungs ein Fluch und Segen zugleich“, sagt Hildegard. Als beide in den Kindergarten kamen, ging Hildegard wieder als Einzelhandelskauffrau arbeiten, wechselte später aber zu einer Stelle als Reinigungsfachkraft. Mit der Arbeit musste sie pausieren, als die Eltern von Siegfried gepflegt werden mussten. Dies übernahm die Jubilarin bis zu deren Tod 1998 und schließlich 2001.
Siegfried hatte eine Lehre zum Hammerführer absolviert und arbeitete unter anderem im Schichtdienst bei Schmidt und Clemens bis zum Eintritt in das Rentenalter. „Unsere Söhne haben beide leidenschaftlich gerne Fußball gespielt, so wie Siegfried auch. Wir haben eine Menge Zeit auf Sport- und Fußballplätzen verbracht“, sagt Hildegard. Sie selbst war als junge Frau im Schwimmverein und verschrieb sich später dem Binden von Adventskränzen. „Die Kränze habe ich erst nur für mich gesteckt. Aber viele Freunde sprachen mich darauf an und ich begann, privat Ausstellungen zu veranstalten.“
Mit dem Umzug vor vier Jahren von Elbach nach Lindlar endete dieses Hobby – der Stauraum fehlte. „Im ersten Jahr ist es mir doch schwergefallen, aber wir haben uns in unserer neuen Wohnung hier sofort wohlgefühlt und heute sind wir froh, dass wir hier eine Wohnung kaufen konnten. Einer unserer Enkel hat das Haus in Elbach gekauft, so war das alles machbar.“ Heute ist das Paar dank der Söhne vierfache Großeltern sowie zweifache Urgroßeltern. „Wir haben viel Glück mit unseren Söhnen und Enkel- und Urenkelkindern“, sind sie dankbar.
Das Ehejubiläum wird das Paar mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern des Wohnkomplexes feiern, natürlich auch mit Familie und Freunden. „Wir freuen uns sehr darauf“, so Hildegard.
Die Jubilare
Der Jubilar sagt: „Ich bin unglaublich dankbar für meine Frau. Aufgrund gesundheitlicher Probleme bin ich auf Hilfe angewiesen. Sie unterstützt mich dabei, den Alltag zu bewältigen. In guten wie in schlechten Zeiten. Wir haben immer zusammengehalten und ergänzen uns in vielen Bereichen.“
Die Jubilarin sagt: „Er ist sehr kontaktfreudig, das finde ich gut. Ich gehe auch auf Menschen zu, aber anders. Er findet immer sofort Anschluss. Und er bringt mich zum Lachen.“
