Die Herzkissen der Kreativgruppe kommen Brustkrebspatientinnen im Evangelischen Krankenhaus in Bergisch Gladbach zugute.
EngagementLindlarer Frauengruppe näht Herzkissen für Brustkrebspatientinnen

In der „GlücksArt-Werkstatt“ im Zentrum von Lindlar schneidern, stopfen und nähen sechs Frauen in Teamarbeit für die gute Sache.
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Es ist ein Herzensprojekt in jeder Hinsicht: In der „GlücksArt-Werkstatt“ von Ute Greger im Zentrum von Lindlar schneidern, stopfen und nähen an diesem Nachmittag sechs Frauen in Teamarbeit. Sie haben ein gemeinsames Ziel: möglichst viele Kissen in Herzform zu nähen. Diese möchten sie dann an das Brustzentrum im Evangelischen Krankenhaus in Bergisch Gladbach (EVK) spenden. Über fünfzig Kissen haben sie schon fertig, allein an diesem Nachmittag sind zehn neue dazugekommen.
Wir hoffen, den Patientinnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können. Und wir hoffen, dass wir die Kissen selbst niemals brauchen
Ute Greger hat sich im Oktober 2021 einen Traum erfüllt und in einer kleinen Eigentumswohnung ein Kunstatelier eingerichtet. Seither werkt und bastelt sie dort regelmäßig mit ihren Freundinnen, rund 14 Frauen gehören dem kreativen Kreis an. Eine von ihnen, Konny Melder, ist Anfang des Jahres durch eine andere Kreativgruppe auf das sogenannte „Heart-Pillow-Projekt“, das „Herzkissenprojekt“ des EVK aufmerksam geworden. Das Krankenhaus wünscht sich diese Kissen für ihre Brustkrebspatientinnen. Eine an der Brust operierte Frau kann es nach erfolgtem Eingriff unter den Arm klemmen und so ihre Operationswunden entlasten.
Darum ist der obere Bogen des Herzkissens auch eher rund, damit er sich an den Arm der Patientin anschmiegen kann. Das Schnittmuster zum Kissen gibt es im Bergisch Gladbacher Krankenhaus und gleichzeitig einige Hinweise zu den Anforderungen an Stoff und Füllmaterial. Denn die Kissen müssen einige Standards erfüllen. So müssen sie heiß waschbar sein und ein bestimmtes Gewicht haben, dürfen ihre Form nicht verlieren und keine aufliegenden Nähte haben. Laut Informationen der Lindlarer Gruppe benötigt das EVK im Schnitt drei Kissen pro Tag, um alle Patientinnen versorgen zu können.
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Gemeinsam nähen für den guten Zweck
Als die Frauen der Kreativgruppe von dem Projekt hörten, waren sie sofort begeistert, organisierten geeigneten Stoff und Füllmaterial und legten los. Neben Ute Greger und Konny Melder arbeiten an diesem Nachmittag noch Michaela Graul, Hilde Ullrich, Antje Wagner und Helga Lob an den Kissen. Sie werkeln Hand in Hand: Eine Frau schneidet den Stoff zu, eine näht, eine füllt, eine verschließt die letzte Öffnung und eine – ganz wichtig – hängt liebevoll zwei kleine Kärtchen mit einem aufmunternden Gruß an die unbekannte Empfängerin daran.
Denn es geht den Lindlarer Frauen um mehr als nur eine Handarbeit. „Wir hoffen, den Patientinnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können“, verrät Michaela Graul und fügt mit Blick auf die eigene Gesundheit hinzu: „Und wir hoffen, dass wir die Kissen selbst niemals brauchen.“ Ute Greger ergänzt: „Es tut uns auch gut, gemeinsam etwas für andere herzustellen und so helfen zu können.“
Einige der Frauen haben beruflich einen medizinischen Hintergrund und erahnen, welch körperliche und seelische Strapazen die Krebspatientinnen durchmachen. Demnächst werden die Kissen nach Bergisch Gladbach gebracht. Und auch wenn sich die Gruppe zwischendurch noch einmal anderen Projekten widmen möchte, so werden sie immer wieder Tage für die Herzkissen-Produktion verwenden, da sind sie sich sicher.
Wer Informationen zu dem Projekt wünscht oder die Gruppe mit Geldspenden zur Materialbeschaffung unterstützen möchte, wendet sich bitte an mail@ugreger.de.

