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Vereine profitieren vom WindLindlar beschließt Beteiligung an neuer Anlage

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Frielingsdorf-Vogelberg. Fotomontage der geplanten Windräder.

So könnten die drei Windräder der Firma ABO Energy auf dem Vogelberg, vom Dimberg aus betrachtet, aussehen.

Es war viel zu klären und zu beachten, jetzt ist es entschieden: Die Frielingsdorfer Vereine werden an Windpark auf dem Vogelberg beteiligt.

Es war ein zähes Ringen mit langen Diskussionen und einer Sitzungsunterbrechung, aber am Ende stand ein Ergebnis, für das es Applaus gab. Der Haupt- und Finanzausschuss Lindlar beschäftigte sich auf seiner jüngsten Sitzung mit der Bürgerbeteiligung an der Windenergie der Windkraftanlage auf dem Vogelberg, für die derzeit die vorbereitenden Arbeiten laufen.

Auch der Fachausschuss hatte sich schon mit der Thematik befasst, denn die Frielingsdorfer Vereine hatten eine entsprechende Beteiligung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz beantragt. Die Beteiligung war für Verwaltung und Politik Neuland, es mussten rechtliche Fragen geklärt und verschiedene Modelle überprüft werden.

30 Vertreter von Frielingsdorfer Vereinen kamen zur Sitzung

Rund 30 Vertreter von Frielingsdorfer Vereinen waren gekommen, um die Diskussion zu verfolgen und waren gespannt auf das Ergebnis, schließlich geht es für die Vereine um eine Menge Geld, rund 65.000 Euro pro Jahr und 20 Jahre lang.

Die Verwaltung hatte einen ergebnisoffenen Vorschlag vorgelegt, Ziel war eine Vereinbarung mit den Vereinen, die im Umkreis von 2,5 Kilometern rund um die drei Windräder ihren Wirkungskreis haben. Aber eben nicht nur die Vereinsadresse, wie Verwaltung und Politik gleichermaßen betonten.

Verein erhalten 80 Prozent

Die Rahmenbedingungen waren klar: 80 Prozent aus der Beteiligung am Windpark Vogelsberg gehen an die Vereine, 20 Prozent an die Gemeinde, die damit gemeinnützige Projekte unterstützen soll. Die Vereine, deren Sprecher in Sachen Windenergie Dieter Orbach ist, hatten sich darauf verständigt, das Geld nach dem Gießkannenprinzip gleichmäßig auf alle in Frage kommenden Organisationen zu verteilen, egal wie viele Mitglieder sie haben. Das heißt, jeder Verein erhält die gleiche Summe.

Der Verwaltungsvorschlag, die Summe an die Vereine zu splitten und 50 Prozent im Gießkannenprinzip und 50 Prozent für Projekte, die beantragt werden müssten, auszuschütten, fand im Ausschuss keine Mehrheit. Zu viel Aufwand für Vereine und für die Verwaltung, befand die Politik und erhielt dafür den Applaus der Besucher.

Diskussion über die Frage nach der Laufzeit des Vertrages

Intensiv diskutiert wurde über die Frage, wie lange der Vertrag laufen soll. 20 Jahre, so die Meinung von CDU, Grünen, BSW, Linken und FDP, zehn Jahre forderte die SPD, sonst binde man sich zu lange und könne nicht auf Veränderungen reagieren.

Nun soll nach zehn Jahren eine Evaluierung durchgeführt werden. Eine Anpassung an veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen müsse auf jeden Fall in den Vertrag aufgenommen werden. Wenn mit der Evaluierung auch der Vertrag erneuert werden kann, würde die SPD einer 20-jährigen Laufzeit zustimmen. Vertrag sei Vertrag. Und 20 Jahre böten den Vereinen Planungssicherheit, so die Mehrheit, die bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung der 80-prozentigen Beteiligung über 20 Jahre zustimmte.


Hintergrund

Das Bürgerenergiegesetz NRW sieht eine Beteiligung der Bürger an dem Gewinn aus der Windkraft ausdrücklich vor. Dies soll bei betroffenen Bürgern im Umkreis von 2,5 Kilometern um die Anlagen für mehr Akzeptanz sorgen.Die Firma ABO Energy errichtet auf dem Vogelberg drei Windräder. Die Arbeiten laufen, mit der Inbetriebnahme wird bis Ende 2027 gerechnet. Jedes hat einen Rotordurchmesser von 175 und eine Höhe von 249 Metern. Die Leistung liegt insgesamt bei 6,3 Megawatt. Den Kommunen stehen nach dem Gesetz 0,2 Cent für jede produzierte Kilowattstunde zu. Das bedeutet nach Schätzungen des Unternehmens, dass Lindlar rund 82.000 Euro und Wipperfürth (der 2,5-Kilometer-Umkreis betrifft auch die Hansestadt) rund 18.000 Euro jährlich erhalten könnte. Insgesamt wären das rund zwei Millionen Euro für die beiden Kommunen. Für die Vereine in Frielingsdorf bedeutet die im Ausschuss beschlossene Vereinbarung (80-prozentige Beteiligung) rund 65.000 Euro pro Jahr.