Die Trockenheit im Oberbergischen wird sich in nächster Zeit erledigt haben. Und: Mit Kälte ist weiterhin zu rechnen.
Donnerwetter!Die Eisheiligen stehen uns erst noch bevor – Neues vom Wettermann aus Lindlar

Unser Wetterfrosch Oliver Baldsiefen.
Copyright: Börsch
Liebe Wettergemeinde! Die Wetterlage hat sich wieder umgestellt und die Trockenheit wird sich dann auch in nächster Zeit erledigt haben. Unser Wetter wird nun wieder mehr vom Atlantik geprägt und so sind immer wieder ein paar Tropfen mit dabei. Jetzt werde ich immer wieder gefragt, ob es das denn nun mit der Kälte und dem unbeständigen Wetter gewesen sei. Das kann man ganz klar mit einem Nein beantworten, denn die Eisheiligen stehen ja erst noch bevor.
Auch wenn wir an diesem Wochenende Temperaturen von knapp über 20 Grad erhalten werden, so ist das nur eine kurzzeitige Milderung. Vorderseitig eines neuen Tiefs bekommen wir mit südwestlicher Strömung wärmere Luft aus Spanien, die aber mit Durchzug einer Kaltfront in der Nacht zu Montag/Montagfrüh schon wieder weg gedrängt wird. Mit einer nordwestlichen Strömung wird es dann in der neuen Woche merklich kühler und auch wieder unbeständig.
Aber was ist dran an den „Eisheiligen“ Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und der „kalten“ Sophie (15. Mai)? Ist danach wirklich Schluss mit der kalten Witterung und wir gleiten strahlend mit wärmeren Luftmassen dem Sommer entgegen? Mitnichten. Die Eisheiligen und die Schafskälte gehören zwar zu den sogenannten „meteorologischen Singularitäten“ – das sind im Prinzip wiederkehrende Wetterlagen, die zu bestimmten Jahreszeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten und sich vom „Durchschnittswetter“ unterscheiden. Sie sind aber kein Garant dafür, dass diese auch für eine Umstellung der Wetterlage stehen.
Wenn wir uns die mittelfristigen Modellberechnungen anschauen, dann wird es durchaus bis in den Juni kühle Phasen geben (wenn wir wieder mal auf eine Vorderseite eines Tiefs kommen, dann gibt es auch kurzzeitig mal Wärme), die temperaturmäßig noch nicht an den Sommer erinnern. Eine kräftige Hochdruckbrücke, die das Azorenhoch mit dem Kontinental-Hoch über Russland verbindet und uns die Wärme bringt, wird derzeit nicht berechnet. So dürfte der Mai also erst mal eher wechselhaft und etwas kühler als das langjährige Mittel weitergehen. Geht man nach den Bauernregeln, dann heißt es dort: „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass“. Zumindest mal ein kleiner Silberstreif am Wetter-Horizont.
