Autonom arbeitende Roboter können viele Aufgaben übernehmen. Die Firma Tepto aus Marienheide entwickelt mit Robotern made in China eine neues Geschäftsmodell.
Made in OberbergTepto in Marienheide vertreibt Roboter

Die Tepto-Geschäftsführung stellt Vertretern aus Politik, Verwaltung und Banken ihre Roboter vor.
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Tobias Wiebe hebt die Hand in die Höhe, dann geht er langsam los in Richtung Ausgang. Ein Signal, das der Transportroboter dank eingebauter Kameras und Sensoren erkennt: „Folge dem Befehl“ schnarrt seine blecherne Stimme, die Maschine fährt hinter Wiebe her.
Der Vertrieb von autonom oder teilautonom arbeitenden Robotern für Transport, Reinigung und Service sind ein noch junger Geschäftszweig der Tepto-Firmengruppe mit Hauptstandort in Marienheide. 2012 gründeten die Brüder Andreas und Waldemar Peterson Tepto als Online-Händler für Solaranlagen und Balkonkraftwerke.
Ein florierendes Unternehmen
Heute zählt das florierende Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt 110 Beschäftigte, der Umsatz lag 2025 bei 104 Millionen Euro. Um mehr Platz zu haben, zog Tepto in leer stehende Hallen in die Marienheider Ortschaft Kalsbach um, auf das ehemalige Betriebsgelände der Firma Vogelsang.
Doch wer wie Tepto mit Solaranlagen handelt, kämpft mit zwei Problemen, wie Waldemar Peterson erläutert. Zum einen können sich politische Rahmenbedingungen wie die Höhe der Einspeisevergütung fast über Nacht ändern. Zum anderen sind Solaranlagen ein langlebiges Wirtschaftsgut. Wer eine Anlage gekauft hat, braucht so schnell keine neue.
Gravierender Fachkräftemangel
Auf der Suche nach einem neuen Geschäftsmodell stießen die Unternehmer auf Roboter. Die Grundidee: Angesichts eines teils gravierenden Fachkräftemangels und der Tatsache, dass die geburtenstarken 1960er Jahrgänge jetzt in Rente gehen, sollen Roboter bestimmte Aufgaben übernehmen, sie effizienter ausführen und gleichzeitig die Betriebskosten senken.
Ihr Einsatzfeld ist breit gefächert. Sie transportieren schwere Lasten oder arbeiten als Servicehelfer in Hotels, Restaurants oder Seniorenheimen. Reinigungsroboter, die die Flure wischen, kommen schon heute in Supermärkten zum Einsatz. Doch das dürfte erst der Anfang sein. Bei einem Besuch in Shanghai sahen die Unternehmer aus Marienheide Roboter, die selbstständig die Flughafentoiletten reinigten.
Roboter können viele Aufgaben übernehmen
Die neu gegründete Tepto Robtics GmbH stellt selbst keine Roboter her, sondern kauft sie in China ein. Eine Fertigung in Deutschland sei aufgrund des höheren Lohnniveaus und der fehlenden Fachkräfte unrealistisch, erklären die Geschäftsführer.
Die Marienheider verstehen sich als Bindeglied zwischen den chinesischen Herstellern und den deutschen Unternehmen, die oft spezielle Anforderungen an ihr Produkt stellen. Ein Beispiel: Ein deutscher Pharmahersteller will Reinigungsroboter einsetzen. Doch weil diese auch in hochsensiblen Bereichen eingesetzt werden sollen, dürfen die Bilder der eingebauten Kameras auf keinen Fall auf einem externen Server landen.
Als Solaranlagenhändler kennen die Peterson-Brüder China und können den Roboter-Herstellern die Bedürfnisse der deutschen Kunden erklären und den Service vor Ort anbieten. Tepto will zudem bei der Entwicklung neuer Roboter an Bord sein.
Am Montag hatte die Tepto-Geschäftsführung Vertreter aus Politik, Verwaltung und Banken eingeladen, um das neue Geschäftsfeld vorzustellen. Bürgermeister Sebastian Heimes freut sich, ein innovatives, expandierendes Unternehmen in Marienheide zu haben, auch mit Hinblick auf die Gewerbesteuer. Dass Roboter helfen können, fehlende Fachkräfte zu ersetzen, davon ist auch der Bundestagsabgeordnete Carsten Brodesser überzeugt.
Doch nicht alle sehen das so. „Auf Social Media erfahren wir viel Kritik. Es wird behauptet, Roboter würden Menschen ihre Jobs wegnehmen“, sagt Tobias Wiebe, Geschäftsführer von Tepto Robotics. Doch Mitarbeiter würden weiter gebraucht. Wer bislang als Lagerist beschäftigt war, könne künftig etwa in der Qualitätssicherung arbeiten.
Das Unternehmen Im Jahr 2012 gründeten die Brüder Waldemar und Andreas Peterson die Tepto Gmbh als Solaranlagenhändler in Marienheide (Hauptsitz) und Schloss Holte Stutenbrock, seit 2025 existiert ein Tochterunternehmen in Spanien. Zur Tepto-Gruppe gehören außerdem die Findus Metallverarbeitung und die 2026 gegründete Tepto Robotics GmbH. Tepto ist ein Phantasiename, der keine konkrete Bedeutung hat. Tepto beschäftigt eigenen Angaben zufolge aktuell 110 Mitarbeitende, der Jahresumsatz lag 2025 bei 104 Millionen Euro. www.tepto-robotics.com

