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MobilitätRadfans zog es an den Heilteich nach Marienheide

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Mit den Rikschafahrten möchte die Initiative Senioren wieder mehr Teilhabe am Alltag ermöglichen. 

Beim „Tag des Fahrrads“ in Marienheide drehte sich alles um Touren, Sicherheit und Mobilität.

Mit seiner Einschätzung, das Gelände um den Heilteich im Herzen von Marienheide ist perfekt für einen „Tag des Fahrrads“ lag der Vorsitzende des ADFC Oberberg, Thorsten Bandahl, goldrichtig. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen nutzten Fans nicht nur die Chance auf eine ausgedehnte Radtour. Zahlreiche Radfahrer, darunter auch Familien, machten Halt am Heilteich und informierten sich rund um das Thema Fahrrad, Touren, Sicherheit im Straßenverkehr oder lauschten abends der Musik der Wipperfürther Band „The Tasted“. Großen Anklang fand auch wieder Angebot, das eigene Vehikel zum Schutz gegen Diebstahl codieren zu lassen. „Zu diesem Zweck werden mit einem speziellen Codiergerät verschlüsselte Daten in Form von Zahlencodes, die die Adresse und Initialen des Besitzers beinhalten, in den Rahmen des Fahrrads graviert. Gibt man diese Zahlenkombinationen ein, kann die Polizei das Rad einem Besitzer zuordnen“, erklärte Bandahl. Diese Chance wurde auch während des Events, dass erstmals am vergangenen Wochenende stattfand, rege genutzt.

Allein innerhalb der ersten zwei Stunden nach Veranstaltungsbeginn hatten bereits mehr als 20 Radfahrer ihre Gefährte codieren lassen, verriet Bandahl. Und wo sich die eine oder andere kleine Reparatur ankündigte, konnte auch direkt auf dem Event Abhilfe geschaffen werden. Denn das Reparatur-Kaffee Radkultur 27 war ebenfalls vor Ort und machte die Fahrräder wieder einsatzbereit. Tipps für sicheres Fahren auf der Straße oder Bahntrasse gab es von der Kreispolizeibehörde, die mit dem Verkehrsunfall-Präventionsteam anwesend waren.

Besucher konnten Rikscha ausprobieren

Ebenfalls auf großes Interesse, auch bei der Eröffnung durch Landrat Klaus Grootens und dem Bürgermeister der Gemeinde Marienheide, Sebastian Heimes, stieß die Rikscha, die im Rahmen der Fahrradausstellung auch von den Besuchern ausprobiert werden konnte. Die Initiative „Radeln ohne Alter“, welche in 40 Ländern und allein in Deutschland in 160 Städten vertreten ist, bietet mit Hilfe von 400 ehrenamtlichen Piloten Fahrten mit Rikschas für Senioren an. Auch in Marienheide soll die Initiative Fuß fassen. „Es sind Gespräche am Laufen, dass solch ein Angebot der Rikscha-Fahrten für Senioren des Caritas-Seniorenzentrum eingerichtet werden könnte. Der ADFC Oberberg würde zu diesem Zweck einen Piloten stellen, der die Senioren mit der Rikscha von A nach B fährt“, so Bandahl.

Für Menschen, die nicht mehr selbst mobil sind und räumlich immer mehr auf die eigenen vier Wänden beschränkt werden, sei das eine Möglichkeit, weiterhin am sozialen Leben teilhaben zu können, erzählt Rainer Evertz vom ADFC Köln und Repräsentant der Initiative Radeln ohne Alter. „Es ist schön zu beobachten, wenn die Senioren sich einfach freuen, auch mal wieder raus zu kommen oder an besonderen Momenten im Leben ihrer Liebsten teilnehmen zu können, weil wir ihnen die Möglichkeit bieten, sie dort hin zu bringen.“ Einmal sei eine Fahrt mit einem Paar ins Stocken geraten, weil die Müllabfuhr die Straße blockierte. Doch das hätte die Senioren nicht gestört sondern im Gegenteil hat es ihnen richtig Spaß gemacht, so etwas alltägliches mal wieder live sehen zu können und anderen bei der Arbeit zuzusehen, lachte Evertz ob der Erinnerung an die Fahrt. Und während die Eltern reichlich Infos einholten, gab es für die Kinder Spiel und Spaß rund um das Fahrrad.