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Interner Streit
Zwei weitere AfD-Ratsmitglieder verlassen Marienheider Fraktion

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Das Symbolfoto zeigt das Logo der AfD.

In der AfD-Fraktion im Marienheide gibt es Streit (Symbolbild).

Die AfD-Fraktion im Marienheider Rat schrumpft weiter. Zum 1. Januar war bereits Heike Pahle ausgetreten, jetzt folgten mit Björn Schmitt und Ina Hendrich zwei weitere Mitglieder. 

Zwei weitere Ratsmitglieder der AfD in Marienheide haben ihren Austritt aus der Fraktion erklärt – Ina Hendrich und Björn Schmitt. Beide sagen, dass sie zunächst noch Mitglied der Partei bleiben wollen. Zu den Gründen machten sie keine Angaben. Schmitt erklärte, man habe mit dem Bürgermeister gesprochen. „Warten Sie ab, was wir vorhaben“, sagte er im Rat.

Heike Pahle hat bereits zum 1. Januar die Fraktion verlassen und ist nun auch aus der AfD ausgetreten. „Der jetzige Austritt spricht ja für sich“, so ihr Kommentar. „Wenn drei Personen austreten, muss man fragen, ob Fraktionsmitglieder übergangen wurden.“ Der stellvertretende Bürgermeister Timo Fuchs (CDU) leitete die Ratssitzung, da Bürgermeister Sebastian Heimes wegen einer Verletzung fehlte.

Vorwurf der Wählertäuschung

Bei der Kommunalwahl im September 2025 hatte die AfD in Marienheide 18,8 Prozent geholt und war mit fünf Sitzen zweitstärkste Fraktion geworden. Jetzt besteht die AfD-Fraktion nur noch aus zwei Personen – dem Fraktionsvorsitzenden Wolfram Hartmann und Stefan Betat. Hartmann wollte am Dienstagabend zu den Austritten nicht Stellung nehmen, kündigte aber für die nächsten Tage eine Erklärung an.

Heftig fiel die Reaktion von CDU und FDP/UWG aus, die der AfD „Wählertäuschung“ vorwarfen. Pahle und Schmitt wiesen dies zurück. Sebastian Göldner (CDU) sagte, es sei bemerkenswert, mit welchem Umfang und welcher Geschwindigkeit die AfD zerfalle.

AfD-Fraktion schrumpft von fünf auf zwei Mitglieder

Vier Marienheider Ratsmitglieder sind jetzt fraktionslos – die drei Ex-AfD-ler sowie Gerrit Viesteg (Linke). Diese vier können in einem Ausschuss ihrer Wahl als beratendes Mitglied tätig sein. Weil alle drei Ex-AfD-Ratsmitglieder ihr Mandat behalten, mussten in der Ratssitzung alle vier Fachausschüsse neu besetzt werden.

Bei der Neuwahl der Ausschüsse, bei der nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren Stimmen in Ausschusssitze umgewandelt wurden, gab es mehrfach Stimmengleichheit. Vier Sitze – einer in jedem Ausschuss – wurden deshalb verlost. Die Gemeindeordnung sieht vor, dass der Bürgermeister in solchen Fällen das Los zieht.

Im Marienheider Rat übernahm Thomas Garn als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters die Aufgabe der „Losfee“. Zweimal hatte die CDU/SPD-Liste das Losglück auf ihrer Seite, einmal die FDP/UWG, einmal die AfD.