Grötzenberg – Der Höhepunkt im Berufsleben von Ulrich Opitz war zweifellos der 21. Mai 1973. Leonid Breschnew war zum Staatsbesuch in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn und schaute montags in diesem Rahmen auch im Oberbergischen vorbei – und besuchte Schloss Homburg. Metzgermeister Opitz war in der Schlossküche für die Verpflegung der Prominenz zuständig. Der Grötzenberger beköstigte den sowjetischen Staatschef Breschnew, Bundeskanzler Willy Brandt, Sonderminister Egon Bahr und NRW-Ministerpräsident Heinz Kühn mit oberbergischem Spießbraten. „Zum Abschied kam der Herr Bundeskanzler extra auf mich zu und bedankte sich für das sehr schöne Stück Fleisch, da war ich schon ein bisschen stolz.“
Bereits im Alter von 13 Jahren stand für Siegfried Opitz seine Berufswahl fest, und so verwundert es nicht, dass er vor kurzem den goldenen Meisterbrief im Fleischerhandwerk erhalten hat. Schon als kleines Kind mit sieben Lenzen half der 1934 im schlesischen Hirschberg geborene Opitz seinem Großvater beim Schweineschlachten. „Mich hat das Zerlegen und Wursten immer fasziniert,“ sagt Opitz und versichert: „Für mich ist das Metzgerhandwerk der schönste Beruf der Welt.“
Nach der Vertreibung aus der schlesischen Heimat kam Siegfried Opitz 1946 mit seiner Mutter und fünf Geschwistern ins Oberbergische. Dort begann er 1950 die Ausbildung bei der damaligen Metzgerei Stein in Waldbröl. Nach der Lehre wechselte er als Geselle auf eigenen Wunsch mehrmals den Arbeitgeber. „Ich wollte einfach so viel wie möglich lernen“, erklärt er und zeigt stolz seine durchweg sehr guten Arbeitszeugnisse. 1965 legte er in Landshut die Meisterprüfung ab.
Die Selbstständigkeit war für ihn hingegen nie ein Thema, die Familie hatte immer Vorrang. Auch wenn keiner seiner drei Söhne Metzger wurde, ist er doch froh, dass sie alle einen Handwerksberuf ergriffen haben. (mrm)