In diesem Sommer entwickeln sich „Schmand-Blaubeer“ und „Buttermilch-Zitrone“ zu den Lieblingssorten der Kunden.
ErfrischungDer Eiswagen von Giovanni Favella rollt durch die Dörfer im Oberbergischen

Auch die Erwachsenen freuen sich über ein kühles Eis an heißen Tagen, wie hier die Hochzeitsgesellschaft von Larissa und Benedikt Duda, Tischtennisprofi der Schwalben, Ende Mai in Morsbach-Birken. Mit ihnen freute sich auch Eismann Salvatore Favella (im Hintergrund).
Copyright: Sandra Willmerroth
Jeden zweiten Tag bringt der Eismann Freude in die oberbergischen Dörfer und lässt Kinderaugen leuchten. Er bimmelt schon von weitem, doch wer es gar nicht abwarten kann, schaut im Live-Standort in der WhatsApp-Gruppe nach, wo der fliederfarbene Eiswagen gerade steht und sein hausgemachtes italienisches Gelati unters Volk bringt. Die Kleinen lieben es und die Erwachsenen schwelgen in Erinnerungen an ihre eigene Kindheit. In den 1970er Jahren war es noch üblich, dass der Eismann am Nachmittag durchs Dorf fuhr. Heute tut einer es wieder: Giovanni Favella.
Gestartet ist er zunächst mit einem einzigen Bus, heute sind es drei – zwei für die normalen Touren und einer extra für Veranstaltungen, wie das Sommerfest im Altenheim, die Hochzeit oder das Schulfest, für die man den Eiswagen eigens bestellen kann.
Eigene Produktion von Eis und Entwicklung neuer Rezepte
Die normalen Busse fahren auf zwei Routen, eine führt in Richtung Süden bis in die hintersten Ortsteile von Morsbach und die andere klappert die Dörfer rund um Denklingen und Brüchermühle ab. Hinterm Steuer sitzen entweder sein Bruder Salvatore oder dessen Sohn Calogero, während sich Giovanni Favella mit seinem fünfköpfigen Team in Brüchermühle höchstpersönlich um die Produktion des Eises kümmert.
Dabei kann der gebürtige Bergneustädter auf jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen, denn als gelernter Konditormeister hat er sich früh auf die Produktion von Eis und die Entwicklung neuer Rezepte spezialisiert, bevor er achtzehn Jahre lang für namhafte Großkunden neue Eissorten entwickelt hat – und das in ganz Europa. Irgendwann wurde er der vielen Geschäftsreisen jedoch überdrüssig und startete seine eigene Eisproduktion in der Reichshofer Ortschaft Brüchermühle. Dort produziert er das Eis für die drei Busse und auch noch für andere Geschäfte in der Region, die sein Qualitätseis und die immer wieder neuen Sorten zu schätzen wissen.
Für uns ist der Stop des Eiswagens ein Highlight des Tages.
In diesem Sommer entwickeln sich „Schmand-Blaubeer“ und „Buttermilch-Zitrone“ zu den Lieblingssorten der Kunden, für deren Kugeln sie vor der Haustüre bei Giovanni nicht mehr bezahlen als in den meisten Eisdielen Oberbergs. Und weil die Touren aufgrund der großen Nachfrage immer länger dauern, hat sich der Eismann etwas Neues ausgedacht und rote Fähnchen an seine Kunden verteilt. Wer Lust auf Eis hat, hängt das Fähnchen rechtzeitig an seinen Balkon oder Briefkasten und stellt damit sicher, dass der Eiswagen auch wirklich hält.
„Für uns ist der Stop des Eiswagens ein Highlight des Tages“, sagt Stammkundin Erika Polman aus Morsbach-Solseifen. Die Nachbarn treffen sich gut gelaunt am Eiswagen, wo sie dann auch gern ein Weilchen strunzen.
Die Solseifener überlegen sogar, ob sie sich nicht eine Bank an die Kreuzung montieren, wo Giovanni Favellas Bus dienstags, donnerstags und samstags hält. Damit das gemeinsame Eisessen von Jung und Alt im Dorf noch etwas gemütlicher wird.
