An Weiberfastnacht standen die jecken Frauen, auch in Oberberg, im Mittelpunkt. Bei den Weibersitzungen ging die Post ab – wir waren dabei.
WeibersitzungenSo feierten die Frauen an Weiberfastnacht auf den oberbergischen Bühnen

Nur nicht aus Liebe weinen: Mit ihrem musikalischen Auftritt sorgten die Hohler Bären Frauen für Stimmung in der Schützenhalle.
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Gummersbach-Vollmerhausen: Ein Loblied auf die Wechseljahre
Alles was bunt ist – Regenbogen, Einhörner und auch leuchtende Kostüme – liegt bei der Weibersitzung der Hohler Bären in Vollmerhausen im Trend. Unter den jecken Wievern sind Marion und Ellen, die seit Jahren die Sitzung an Weiberfastnacht besuchen, „weil sie familiär ist und man hier so viele kennt. Und auch das Programm ist einfach toll“, sagen sie. Wirklich jedes Jahr dabei ist Rositha. Die 67-Jährige schunkelt auf der 20. Sitzung als Biene im Takt. Da die Hohler Bären in diesem Jahr zudem ihr 30-Jähriges feiern, verleihen sie stolz den Jubiläumsorden an alle, die auf der Bühne stehen und dafür sorgen, dass die Schützenhalle kocht.

Nur nicht aus Liebe weinen: Mit ihrem musikalischen Auftritt sorgten die Hohler Bären Frauen für Stimmung in der Schützenhalle.
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Der neue Sessionstanz „Kuschelbärenweich“ der Ründerother Torwache passt perfekt zum Namen der Gastgeber und den vielen Bärenluftballons in der Halle. Die Lachmuskeln werden auch beim eigenen Vortrag der Hohler Bären Frauen gelockert. Sie singen ein Loblied: „Ich freue mich auf die Wechseljahre – eine Zeit, die mich befreit“. Bis abends wird bei Tänzen, Liedern und einer Büttenrede weitergefeiert und gelacht. (lth)
Bergneustadt: Von Mädelsabenden und Ehekrisen
Für ein kurzes Warm-Up für die Lachmuskeln sorgen Sonja Weber und Caro Schneider bei der Mädchensitzung der Lustigen Stephinchen im Bergneustädter Krawinkelsaal mit ihrem Sketch über einen Mädelsabend. Dieser ist zeitlich völlig aus dem Ruder gelaufen ist. So hat sich Monika nicht nur mit ihren Mädels verquatscht und die Zeit vergessen, sondern gleich 21 Jahre Familienleben samt Trennung, neuer Frau ihres Partners und deren gemeinsame Kinder verpasst. Die rund 250 jecken Frauen in der Halle, belohnen den Auftritt mit tosendem Applaus.
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Man müsste noch mal 20 sein: Sonja Weber (r.) und Caro Schneider brachten einen Sketch zum Mädelsabend auf die Bühne.
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Auch nach Bergneustadt sind an Weiberfastnacht viel Karnevalsgesellschaften mit ihren Gruppen gekommen und heizen den feiernden Mädels ein. Helga steigt als Liesel Sonntag in die Bütt, tratscht aus ihrem Eheleben und von einer Problembewältigungstherapie. Die Stephinchen, die sich schon am Morgen beim Rathaussturm als Sahnetorten eingegroovt haben, halten sich im zweiten Sitzungsteil bereit, ehe das Männerballett als Cheerleader zum Finale ansetzt. (lth)
Morsbach-Ellingen: Eine hochprozentige Modenschau
Zum Bersten gefüllt ist das Dorfgemeinschaftshaus in Morsbach-Ellingen, in dem der Damenelferrat Wendershagen aus dem Nachbardorf am Donnerstag und Freitag seine Weibersitzung organisiert hat. Bei den Akteuren auf der Bühne von „Eigengewächsen“ zu reden, ist eine Untertreibung: Die Damen des Elferrats haben mit ihrer Chefin Sandra Lauff nahezu das gesamte Programm gestaltet. Traditionell kommt auch die KG Morsbach mit ihrer Prinzessin Liya I. vorbei, gefolgt von der KG Rot-Weiß Denklingen mit dem Prinzenpaar Robin I. und Lisa, begleitet eigens für die Ellinger Wiever von fünf männlichen Mariechen, sowie den „Pänz von der Burg“.

Alle Jläser huh: Als schmackhafte Cocktails präsentierten sich die Ellinger Damen. Das kam bei den Wievern richtig gut an.
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Markenzeichen in Ellingen sind die Büttenreden, die Alltagsdinge und Sehnsüchte der Wiever berühren –nicht zuletzt das Thema Mann. Als „Fehlaperlen“ erklärten fünf Damen a cappella: „Ich will nicht gern verreisen, ich kann auf fremden Klos nicht sch… groß.“ Einer der Höhepunkte ist eine Modenschau, bei der sich die Damen als Cocktails präsentierten. (kup)
Reichshof-Wildberg:
Ausgelassen feiern hunderte Wiever an Weiberfastnacht in der voll besetzten Glück-auf-Halle. Beim Einmarsch präsentieren die Damen der KG Tolle Elf Wildberg stolz den Rathausschlüssel, den sie am Vormittag im Denklinger Rathaus erbeutet haben. Nach dem Tanz der Minigarde und dem Einzug des Wildberger Dreigestirns begrüßen die jecken Möhnen johlend die strammen Mannsbilder der Prinzengarde mit ihrem „Original Gardetanz“ auf der Bühne.

Mir fiere et Levve: Wildbergs Mädchen hatten Spaß.
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Gleich darauf dürfen sie Kaiser Barbarossa huldigen, den das Gekreische der Weiber aus seinem jahrhundertelangen Schlaf im Kyffhäuser geweckt hat. Seine Ritter beweisen, dass sie nicht nur kämpfen, sondern auch tanzen können. Die Darbietung der Teeniegarde liefert die Vorlage für den nachfolgenden Sketch „JeckGPT“, bei dem sich Moderatorin Rebecca Freund mit den Tücken der KI herumschlägt, um Nachwuchs zu gewinnen. Die Große Garde animiert zu einem Aerobic-Workout, bevor die „Busenhääner Bläserbuam“ mit ihren Alphörnern die Stimmung im Saal auf die Spitze treiben. (kup)
Marienheide: Mit jeder Menge Liebe
Dass die jecken Wiever von der Hei ein großes Herz haben, wird spätestens bei dieser Fastnachtssitzung deutlich. Im rappelvollen Pfarrsaal von Marienheide feiern sie am Donnerstag unter dem Motto „FasteLOVEnd“ – da wird das englische Wort für Liebe groß geschrieben. Rund 200 Frauen sind in die gute Stube der Gemeinde St. Mariä Heimsuchung gekommen, sie konnte auch die Baustelle davor nicht abhalten.

Denn mir sin Heier Mädcher: Im Pfarrsaal war was los.
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Und weil die Veranstalterinnen vom Katholischen Karnevalsverein KKV so herzlich sind, haben ausnahmsweise auch ein paar Kerle Zutritt, scherzt Mitorganisatorin Helga Sauermann: „Der Bürgermeister, zwei Priester und vier Männer, die uns hinter der Theke helfen.“ Auf der Bühne geht's Schlag auf Schlag, insgesamt 15 Künstler und Gruppen wechseln sich ab – darunter die Lokalmatadore des katholischen Kindergartens Arche und die „Krabbelschwestern“, die schon seit 40 Jahren auftreten. Die Stimmung im Pfarrsaal ist bis in den Abend mädchenhaft-super. (wow)
Engelskirchen-Wallefeld: Das Dorfhaus steht Kopf
Das Motto, das sich die Frauengarde „Torwachteln“ für ihre diesjährige Altweiber-Mädchensitzung im Dorfhaus Wallefeld überlegt haben, könnte passender kaum sein. Es heißt: „Wallefeld steht Kopf“. Kommandantin und Oberwachtel Susanne Koller-Schmitz erklärt: „Es ist ein kleines Statement, da die Welt doch gerade kopfsteht und wir hier mit Freude und Feiern dagegenhalten wollen.“

Rut, rut, rut sin de Ruse – und diese herrlichen Fliegenpilze.
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Entsprechend bunt ist der Saal mit vielen Bildern von Steffi Boyke geschmückt worden, Tanzmusik aus der Konserve wechselt sich mit „Achtsamkeitsübungen op Kölsch“ und einer Polonaise – aka: „Handstand verkehrt“ – durch den Saal ab. Höhepunkte sind die Kerle der „Wallefelder Karnevalsherren“ und die hochherrschaftlichen Besuche aus Ründeroth und Engelskirchen. DJ Frank Thiele erfüllt alle Musikwünsche, das Durchhaltevermögen der jecken Wiever wird für mehrere Stunden auf eine Belastungsprobe gestellt – die natürlich einmal mehr mit Bravour bestanden wird. (wow)
