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Nach rund 15 Jahren StillstandWehrtor in der Wupper klemmt

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Die Kontrolle, dass sich die Abstützung durchbiegt, das Wehrtor sich aber kaum bewegt.

Wipperfürth – Zwei, drei Runden drehte sich die Kurbel. Dann hieß es: „Stopp“ bei dem Versuch, das alte Wehrtor der Firma Radium am Turbinenhaus wieder hochzufahren. „Das würde im Hochwasserfall eine spürbare Entlastung bringen“, erklärte Armin Kusche, Leiter der Stadtentwässerung.

Auflage über dem Gestänge biegt sich durch

Doch so einfach ließ sich die alte Konstruktion nicht in Gang setzen. Marcel Pleuser vom Kanalbetrieb maß mit dem Zollstock die millimeterweise Bewegung am Gestänge. Und winkte ab. Der Testlauf fand ein schnelles Ende. „Die Querauflage über dem Gestänge biegt sich nach unten, während sich das Tor kaum bewegt“, erläuterte Armin Kusche. „Bei weiteren Versuchen könnte die Auflage brechen. Das wollen wir nicht riskieren.“

Daher wurde der Versuch schnell abgebrochen. Um zu überprüfen, wo die Belastungsgrenze liegt, soll nun ein Statiker mit ins Boot geholt werden. Das Radium-Wehrtor zu reaktivieren, war als Idee nach der Hochwasserkatastrophe im Sommer aufgenommen worden. „Sozusagen hätten wir dann im Notfall ein Ass im Ärmel“, sagt Armin Kusche.

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Früher sei es üblich gewesen, dass bei hohem Wasserpegel der Wupper die Stadt bei der Firma Radium angerufen habe und dort dann das Wehrtor geöffnet wurde, um den Pegel zu senken. „Seit zehn, fünfzehn Jahren war das aber nicht mehr der Fall“, sagt Armin Kusche. Die Konstruktion ist seitdem auch nicht mehr gewartet worden.

Stadtverwaltung plant langfristig ohne das Wehrtor

Da stelle sich nur die Frage nach der Statik. „Wir wissen auch nicht, was sich an Schlamm und Steinen vor dem Tor angesammelt hat und das Anheben erschwert“, sagte Dirk Böhnke, Leiter der Produktion und Werkstechnik der Firma Radium. Vor dem nächsten Öffnungsversuch soll der Bereich um das Tor daher auch gesäubert werden – was erst bei einem Fluss-Niedrigpegel möglich ist.

Das Wehrtor zu nutzen, wäre eine schnelle Notlösung für den Fall eines weiteren Wupper-Hochpegels. Auf längere Zeit plant die Stadtverwaltung, die alte Staustufe am Turbinenhaus abzuschleifen und die Anlage ganz außer Betrieb zu nehmen – das würde ein Absinken des Wupperpegels per se um ein bis zwei Meter bewirken. Voraussetzung ist, dass die Firma Radium – die ein Wasserrecht zum Aufstauen besitzt und bis heute eine Pumpenstation im Turbinenhaus betreibt – eine alternative Wasserentnahmemöglichkeit bekommt. Die Firma Radium braucht das aufgestaute Wasser zur Kühlung ihrer Anlagen.