Oberberg – Wenn am Sonntag, 9. Dezember, der neue Ovag-Fahrplan in Kraft tritt, wird sich manches ändern. Fahrgastfreundlichere Taktungen, schnelle Verbindungen, weniger Umstiege, bessere Anbindung – all das verspricht die Oberbergische Verkehrsgesellschaft ihren Buskunden.
Konkret heißt das zum Beispiel, dass Fahrgäste, die zwischen Waldbröl und Gummersbach unterwegs sind, demnächst zwischen zwei schnellen Verbindungen wählen können: Die Linie 302 (Waldbröl – Nümbrecht – Wiehl – Gummersbach) wird zwischen Wiehl und Gummersbach zum Schnellbus, fährt zum Teil über die Westtangente. Sie braucht von Wiehl nur 14 Minuten bis zum Bahnhof in Dieringhausen und 26 Minuten bis Gummersbach.
Die Linie 303 nimmt eine andere kürzere Route als bisher und fährt künftig über Sinspert. Die bisherige 303 bleibt aber als Linie 345 erhalten.
Schnellere Verbindungen auf wichtigen Routen
Von Morsbach aus kann man künftig mit der neuen Linie 304 ohne Umsteigen nach Wiehl und Gummersbach fahren – deutlich schneller als bisher. Ab Morsbach braucht die neue 304 künftig 76 Minuten bis in die Kreisstadt – das entspricht einer Zeitersparnis von 21 Minuten.
Damit sind die beiden „Eck-Gedanken“, um die herum das neue Linienkonzept entwickelt wurde, wie Ovag-Geschäftsführer Karl Heinz Schütz sagt, genannt: Eine schnelle Achse Morsbach – Kreismitte ohne den Umweg Waldbröl und die schnelle Verbindung Wiehl – Gummersbach. Darüber hinaus wird es etliche weitere Änderungen geben, die auf einigen Linien natürlich auch zu neuen Abfahrzeiten führen.
Gestern stellten Schütz und Kreisplanungsdezernent Frank Herhaus vom Oberbergischer Kreis den neuen Fahrplan vor.
Es sei das Ergebnis „neuer, stringenter Wege“, so Schütz, dass es auf wichtigen Routen ab Dezember schneller zugehen wird: Von Morsbach nach Gummersbach 21 Minuten schneller als bislang, von Wiehl nach Gummersbach 15 Minuten schneller, von Waldbröl nach Eckenhagen 13 Minuten schneller. Auf der anderen Seite mussten die Planer Kompromisse eingehen, wie Schütz einräumt. Wer von Wiehl über Denklingen nach Waldbröl will, muss künftig umsteigen – zum Beispiel.
Der neue Nahverkehrsplan, der den Fahrplänen zugrunde liegt, ist das Ergebnis mehrerer Jahre Arbeit. In ihm sind Rahmenbedingungen und Ziele für die Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Oberberg festgelegt, wie Kreisplanungsdezernent Frank Herhaus erklärte: „Er enthält konkrete und strukturelle Zielvorstellungen, wie sich der ÖPNV in den nächsten zehn Jahren entwickeln soll, und er enthält eine tragfähige und finanziell realistische Grundlage für die Ausgestaltung des ÖPNV.“ Dass es sich dabei um ein Zuschussgeschäft handelt, nimmt man in kauf. Der Verlust wird im nächsten Jahr rund drei Millionen Euro betragen – Geld, dass der Kreis aber zu investieren bereit ist und deshalb schon im Haushalt verankert hat.
Weitere mögliche Änderungen werden momentan noch untersucht: Beispielsweise die von Engelskirchen und Wiehl gewünschte Schnellbuslösung aus dem Homburger Land nach Ründeroth zum Bahnhof als Anschluss an der RB 25. Und eine Verbindung von Gummersbach-Berghausen durchs Gelpetal nach Engelskirchen. Zurzeit untersuche noch ein Gutachter die entsprechenden Pendlerströme, um etwaige Bedarfe zu ermitteln. Mit Ergebnissen dazu wird etwa in einem halben Jahr gerechnet.
Schütz betonte: „Seit 2012 hatten wir ein bisschen Stillstand in der Verkehrsentwicklung. Deshalb freuen wir uns, dass der Kreis den Nahverkehrsplan beschlossen hat.“
Die autonom fahrenden Busse, von denen die Rede war, lassen vorerst in Oberberg noch auf sich warten. Herhaus: „Die Technik ist noch nicht so weit.“
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