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Neuer Träger19 Kitas aus Oberberg wechseln zu Katholino

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Das Foto zeigt Kinder, die in einer Kindertagesstätte basteln

Kinder basteln in einer Kindertagesstätte.

Bis zum 1. August 2027 sollen 19 katholische Kitas in Oberberg zu einem neuen Träger wechseln. Die Katholino gGmbH ist eine Tochter des Erzbsitums Köln.

 Die Kindergartenlandschaft in Oberberg ist vielfältig und wird sich weiter ändern. Bis zum 1. August 2027 sollen – nach aktuellem Stand – 19 katholische Kitas in die Trägerschaft der gemeinnützigen GmbH Katholino übergehen. Die 100-prozentige Tochter des Erzbistums Köln wurde 2025 gegründet mit dem Ziel, die katholischen Kitas im Erzbistums „langfristig zu sichern, zu stärken und sie zukunftsfähig aufzustellen“.

Während Katholino für die inhaltliche und pädagogische Ausrichtung sowie das Personal zuständig ist, soll sich eine eigens gegründete Servicegesellschaft, die in Kooperation mit dem Verein „Fröbel“ gegründet wurde, um Personalverwaltung, Finanzmanagement und IT kümmern.

Weniger Bürokratie und schlankere Prozesse sind das Ziel

Das Erzbistum verspricht sich davon Abbau von Bürokratie und schlankere Prozesse. So soll es künftig nur noch einen einheitlichen Katholino-Betreuungsvertrag geben.

Bei einem Wechsel des Trägers muss für jede Kita eine neue Betriebserlaubnis erteilt werden. Sie soll sicherstellen, dass die gesetzlichen Anforderungen im Hinblick auf Kindeswohl, Personal, Räume, Sicherheitsstandards und pädagogische Rahmenbedingungen erfüllt sind. Die Vorschriften legt der Landschaftsverband Rheinland fest.

Qualitätsanforderungen sind gestiegen

Wie Marcel Krüger, Referent für Presse und Öffentlichkeitsarbeit von Katholino erklärt, seien die Qualitätsanforderungen in den vergangenen Jahren gestiegen, das gelte vor allem für die räumliche Ausstattung. Für eine neue Betriebserlaubnis gelten die aktuellen Standards, das kann zu Problemen führen.

Genau das geschieht gerade in Wipperfürth. Wie berichtet, sollte die Kita St. Anna in Thier 14 ihrer 44 Kita-Plätze verlieren. Die Folge: Die Thierer Kita hätte zum Sommer 2026 keine neuen Kinder aufnehmen können. Nach massiven Protesten der Eltern und mit Hilfe der Stadt Wipperfürth und des Jugendamts wurde ein Kompromiss gefunden. St. Anna in Thier soll nun erst ein Jahr später als geplant zu Katholino wechseln.

Das gleiche Problem zeichnet sich in Wipperfürth-Kreuzberg an der Kita St. Raphael ab, zehn Kita-Plätze drohen hier zum Sommer 2026 wegzufallen. In Kreuzberg ist für den 11. März eine Infoveranstaltung vorgesehen (wir berichteten).

Wie aber sieht die Situation in den übrigen 17 Kitas aus? Laut Katholino ist die Situation in Wipperfürth ein Einzelfall und nicht als generelle Folge des Trägerwechsels zu verstehen. Von einer Platzreduzierung in Oberberg – außer den bekannten Fällen – sei nicht auszugehen. Derzeit befinde man sich in Abstimmungsgesprächen mit den Jugendämtern, Vorprüfungen würden aktuell laufen und seien noch nicht abgeschlossen. Allerdings stünden die formalen Verfahren noch unter dem Vorbehalt der abschließenden Prüfung durch die Behörden, heißt es.


So sieht der Zeitplan aus

1. August 2026: Wipperfürth: Kita St. Nikolaus, Don Bosco, St. Clemens (Wipperfeld), St. Raphael (Kreuzberg), der Wechsel von St. Anna (Thier) wird um ein Jahr verschoben.

1. August 2027: Engelskirchen: St. Jacobus, St. Peter und Paul, Heilige Familie (Hardt), Herz Jesu (Loope). Lindlar: St. Severin, St. Apollinaris (Frielingsdorf). Gummersbach: St. Raphael, Herz Jesu. Bergneustadt: Don Bosco. Marienheide: Arche. Reichshof: Unter'm Regenbogen Hückeswagen: St. Mariä Himmelfahrt, St. Katharina. Radevormwald: St. Marien.