Die Trainer Markus Voike (SSV Nümbrecht) und Sascha Mühlmann (FV Wiehl) haben ihre Verträge verlängert.
Fußball-LandesligaSSV Nümbrecht und FV Wiehl blicken auf eine ereignisreiche Hinrunde

Großer Jubel herrschte beim SSV Nümbrecht nach dem Sieg im Derby gegen den FV Wiehl, mit dem die neue Sportanlage in Nümbrecht eingeweiht wurde.
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Eine spannende und ereignisreiche Hinrunde liegt hinter den oberbergischen Fußball-Landesliga-Vertretern. Während sich der SSV Nümbrecht mit dem neuen Trainer Marcus Voike erneut in der Spitzengruppe etablierte, steht der FV Wiehl nach einem Katastrophenstart in die Saison über dem Strich, der sie von den Abstiegsrängen trennt.
Dort ist Aufsteiger SV Eintracht Hohkeppel II als Absteiger Nummer eins notiert, der Anfang des Jahres seine Mannschaft zurückzog. Das wiederum hatte Einfluss auf die Tabelle. Der FV Wiehl profitierte von der Annullierung der Ergebnisse und steht nun vier Punkte vor den Abstiegsrängen. Vorher war es nur ein Zähler. Der SSV Nümbrecht hingegen fiel durch den aberkannten Sieg gegen Hohkeppel zurück. Anstatt sechs und neun Punkten Rückstand auf die Spitze mit Neunkirchen-Seelscheid und Brauweiler sind es nun neun und elf Zähler.
SSV Nümbrecht (4. Platz, 23 Punkte, 31:15 Tore)
Der neue Trainer Marcus Voike, der auf Torsten Reisewitz folgte, hatte keinen leichten Start. Durch den Platzumbau musste sein Team die ersten fünf Saisonspiele auswärts antreten. Hinzu kam eine Reihe von personellen Ausfällen, die den vermeintlich großen Kader schnell schrumpfen ließen. „Die Hinrunde war eine Herausforderung mit vielen Rückschläge und der Punktabzug war das i-Tüpfelchen“, erklärt Voike. Aber auch auswärts machte der SSV seine Sache zunächst gut und verlor nur beim aktuellen Klassenprimus Neunkirchen-Seelscheid. Das erste große Highlight war der Derbysieg gegen Wiehl bei der Platzeinweihung am 2. Oktober, als der SSV vor über 1000 Zuschauern in der Nachspielzeit aus einem 2:2 noch ein 4:2 machte.
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Zu Hause blieb der SSV eine Macht und gewann alle fünf Heimspiele, von denen eins aberkannt wurde. Auswärts hingegen möchte das Team nachlegen. Hier stehen nur zwei Siege aus zehn Spielen und 16 Tore zu Buche. „Damit können wir nicht zufrieden sein. Da stand vorne zu oft die Null“, so der Trainer, der an verschiedenen Punkten arbeiten möchte: „Wir müssen auswärts durchschlagskräftiger werden.“
SSV Nümbrecht möchte spielerisch zulegen
Zudem wolle man spielerisch zulegen. „Wir wollen uns fußballerisch weiterentwickeln und Dinge mehr auf diese Weise lösen. In Spielen mit hohen Ballbesitzphasen hatten wir Probleme“, so Voike: „Das müssen wir lernen. Bislang wurde mir hier zu viel mit Langholz und zweiten Bällen operiert.“ Was dann in der Rückrunde noch gehe, werde sich zeigen, zumal der Abstand zum Spitzenduo groß ist: „Wenn Neunkirchen noch einmal so eine Runde spielt, steigen sie mehr als verdient auf. Wir wollen unsere Hausaufgaben machen und da sein, wenn die Spitze schwächelt.“
Vor allem die weiße Weste daheim möchte Voike so lange wie möglich wahren. Personell ist der Kader noch nicht wieder komplett. Tom Hillenbach und Moritz Becker fallen noch lange aus und auch Fritz Schäfer wird noch viele Wochen benötigen. Ebenfalls auf unbestimmte Zeit fällt der beste Torschütze Dean Paes aus, der sich im letzten Spiel eine Innenmeniskusverletzung zuzog. Dafür stehen Robin Brummenbaum und Sebastian Ramspott wieder zur Verfügung.
Zudem wird es Veränderungen im Kader des SSV geben. Dean Herzog und Torhüter Phil Puzakowski haben den Verein verlassen. Neu hinzu kommen Dogukan Bülbül (FV Wiehl) sowie Ritsuki Oyama und Mouad Zaki (beide SC Rheinbach). Zwei weitere Transfers sollen folgen, wobei bei den Wintertransfers noch Freigabemodalitäten geklärt werden müssen, wie der sportliche Berater Timo Röttger mitteilt. Viel wichtiger war dem Ex-Profi aber zunächst, dass die Verträge mit den Trainern Marcus Voike (Erste), Burkhard Gräve (Zweite) und Dustin Schlegel (Dritte) verlängert werden konnten.
FV Wiehl (10. Platz, 15 Punkte, 21:31 Tore)
Einen versöhnlichen Jahresabschluss feierte der FV Wiehl, mit dem Mitte Oktober noch niemand rechnen konnte. Nach sieben Spieltagen hatte der FV gerade einmal einen Punkt geholt. Der Befreiungsschlag gelang erst am 19. Oktober mit dem 4:0-Auswärtssieg beim SV Schlebusch. „Zu diesem Zeitpunkt konnten wir von der heutigen Konstellation nur träumen“, erklärt Trainer Sascha Mühlmann, der in diesem Zusammenhang einen besonderen Dank ausspricht: „Vorstand und Verein haben in dieser Phase die Ruhe bewahrt und wir konnten weiter ohne Beeinträchtigungen arbeiten. Das ist keineswegs selbstverständlich in unseren Ligen.“
Der erste Heimsieg (2:0 gegen Rheinbach) ließ allerdings noch bis zum vorletzten Spieltag am 7. Dezember auf sich warten. Dank der zehn Auswärtspunkte liegt der FV aber nun voll im Soll. Hinzu kommt, dass auch Mühlmann lange Zeit auf viele Spieler verzichten musste. Niclas Zeder, Louis Usko und Gino Lanfranco stehen erst jetzt wieder voll zur Verfügung und sind „gefühlte Neuzugänge“. Den Kader verlassen haben Moritz Müller (SSV Marienheide), Jan Krieger (RS 19 Waldbröl) und Dogukan Bülbül (SSV Nümbrecht).
Stürmer Toni Skoro aus Marienheide ist neu im Kader des FV Wiehl
Neu dabei ist Stürmer Toni Skoro aus Marienheide, der seinem Trainer schon viel Freude bereitet: „Er hinterlässt einen tollen Eindruck und wird uns auf jeden Fall weiterhelfen.“ Mit nun 25 Spielern sieht Sascha Mühlmann seinen Kader sehr gut aufgestellt. Arbeiten werde man vor allem an der offensiven Torausbeute: „Im letzten Drittel müssen wir zulegen, kaltschnäuziger werden und gradliniger spielen.“ Und darüber hinaus die defensive Stabilität bewahren. Das Saisonziel ist der frühzeitige Klassenerhalt und keine Zitterpartie bis zuletzt wie in der Vorsaison.
Sascha Mühlmann wird dem FV Wiehl ebenfalls erhalten bleiben und geht im Sommer in seine neunte Trainersaison.

