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Israel-FreundeskreisMarion Reinecke erhält Bürgerpreis der CDU Nümbrecht

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Eine Dame zwischen drei Herren.

Die Preisskulptur wurde Marion Reinecke von NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (l.) überreicht, dazu gab es einen Blumenstrauß, eine Urkunde und einen Scheck über 500 Euro. Bürgermeister Thomas Hellbusch und der Landtagsabgeordnete Bodo Löttgen (r.) gratulierten. 

Eine überparteiliche Jury wählte die Vorsitzende des Freundeskreises Nümbrecht/Mathe Yehuda aus. NRW-Finanzminister Optendrenk überreichte den Preis.

Anders als im vergangenen Jahr war die Preisträgerin diesmal eingeweiht, und ihr Name war auch unter den anderen Gästen in der Aula des Schulzentrums vor der Bekanntgabe hoch gehandelt worden. Die schwierige Situation im Nahen Osten hat es nahegelegt, Marion Reinecke in diesem Jahr mit dem Bürgerpreis der CDU Nümbrecht für   „außergewöhnliches, ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde Nümbrecht“ auszuzeichnen. Das Votum der überparteilichen Jury fiel denn auch einstimmig, sagte Bürgermeister Thomas Hellbusch in der Laudatio.

Seit der Gründung des Nümbrechter Freundeskreises, der die Städtepartnerschaft mit Mateh Yehuda in Israel seit drei Jahrzehnten begleitet, habe dessen Vorsitzende   „eine große Frage unserer Zeit im Kleinen beantwortet“. Marion Reineckes Leitmotto sei dabei gewesen: „Es geht nicht um das, was uns trennt, sondern um das, was uns verbindet.“ Die persönliche Begegnung sei für sie der Schlüssel zur Verständigung, sagte Hellbusch. Ungezählte Schüler habe Reinecke nach Israel begleitet und umgekehrt viele Gäste aus Israel in Nümbrecht begrüßt, darunter wohlgemerkt auch arabische Jugendliche.

250 Nümbrechter erhoben sich von ihren Sitzen

Marion Reinecke habe sich auch von Anfeindungen, die sich gegen ihre Familie richteten, von Schmierereien und zerstochenen Reifen nicht abhalten lassen. „Sie hat gezeigt, dass Zivilcourage und Empathie die stärksten Werkzeuge sind, die wir haben“, sagte der Bürgermeister. „Und sie hat daran erinnert, dass Menschlichkeit eine Sprache ist, die jeder Mensch versteht.“ Für den Applaus bei der Übergabe einer Skulptur des Nümbrechter Bildhauers Hans Bulla, der Urkunde und eines Schecks über 500 Euro, erhoben sich die 250 Gäste im Saal von ihren Sitzen.

Sie hat gezeigt, dass Zivilcourage und Empathie die stärksten Werkzeuge sind, die wir haben.
Bürgermeister Thomas Hellbusch über Marion Reinecke

Marion Reinecke dankte ihrer Familie und den Unterstützern im Freundeskreis. Die Preisträgerin nutzte die Gelegenheit für den Hinweis, dass die Nümbrechter anders als die Menschen in Israel nicht in der Sorge vor Raketenangriffen leben müssen. Auch in Mateh Yehuda habe es Opfer gegeben. Es gebe aber auch Zeichen der Hoffnung und Beispiele für ein friedliches Zusammenleben der Religionen und Nationalitäten. „Wenn die Menschen es wollen, ist Frieden möglich.“ Sie hoffe darauf, dass irgendwann ein Schüleraustausch wieder möglich sein wird. Abschließend warnte Reinecke davor, dass auch in Deutschland Demokratie und humane Gesellschaft bedroht sind.

Nümbrecht hat mehr als 100 Vereine

CDU-Ortsvereinsvorsitzender Markus Lang hatte in der Begrüßung darauf hingewiesen, dass in Nümbrecht mehr als 100 Vereine aufgefordert sind, Vorschläge für den Bürgerpreis zu machen. Die Bedeutung des Ehrenamts stand auch im Zentrum des Gastvortrags. Der Nümbrechter CDU-Landtagsabgeordnete Bodo Löttgen hatte dafür einen prominenten Parteifreund nach Oberberg lotsen können: NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk merkte an, dass 8,5 Millionen Menschen im Land sich in irgendeiner Form engagieren, also jeder zweite. „Diese Menschen halten unser Land zusammen und am Laufen.“ Die Erfahrung, etwas gemeinsam anzupacken und zu bewegen, stärke die Demokratie, sagte Optendrenk, der selbst zu Hause am Niederrhein als Vorsitzender des TV Lobberich amtiert.

Der Minister berichtete, dass im niederländischen Venlo, das nur 15 Kilometer von seiner Heimatstadt Nettetal entfernt liegt, ehrenamtliches Engagement weitaus weniger ausgeprägt ist, und das nicht ohne Folgen: Wenn die Berufsfeuerwehr dort alle Menschen gerettet habe, lasse sie ein Haus einfach niederbrennen.

Die Preisverleihung ist selbst ein ehrenamtliches Ereignis, das zum Zusammenhalt in der Gemeinde beiträgt. Bevor CDU-Chef Markus Lang die Gäste zu einem Imbiss einlud, sang das Bergneustädter A-cappella-Ensemble Voice Boys, das den Abend mit humorvollen Beiträgen begleitet hatte, zwei letzte Lieder. Der nächste Bürgerpreis wird am 9. April 2027 verliehen.