Der bekannte Karikaturist Gerhard Bester schilderte aus seiner langjährigen Erfahrung war Karikatur darf und was nicht.
Was Karikaturen dürfenZeichner Gerhard Mester gewährte in Nümbrecht Einblicke

Der Karikaturist Gerhard Mester im Gemeindesaal der ev. Kirchengemeinde Marienberghausen;17266....
Copyright: Ralf Joost
Der deutschlandweit bekannte Karikaturist Gerhard Mester war am Samstagabend Gast im evangelischen Gemeindehaus von Marienberghausen. Die Kulturreihe „Der grüne Tisch“ des Nümbrechter Ortsverbandes der Grünen hatte den mehrfach ausgezeichneten Karikaturisten eingeladen. Und das Thema „Neues Testament und Karikatur – Geht das zusammen?“, bei dem viele seiner Karikaturen an die Wand projiziert wurden, lockte mehr als 50 Interessierte in den Saal. Dort begrüßte Antje Bischof vom Ortsverband den Künstler und seine Gäste.
„Wenn ich gesagt habe, dass ich die Welt retten möchte, dann heißt das nicht, dass ich das kann“, begann der 69-Jährige augenzwinkernd. Bevor die Sprache auf sein Werk kam, gab es zuerst einen Einblick in die Geschichte der Karikatur. Diese beginnt nämlich mit Holzschnitten schon im Mittelalter, dann sei mit der Erfindung des Buchdrucks und Lithographien eine schnellere und größere Verbreitung möglich gewesen sei, so Mester.
Üppiges Archiv
Zur Frage „Was darf Karikatur?“ wurden dann viele seiner Werke gezeigt und auch kommentiert, ebenso bekannte und kontroverse Titelbilder mit Karikaturen au der Zeitschrift Titanic oder dem Spiegel. Dass Karikatur nicht alles darf, belegte Mester mit eigener Erfahrung. So hätten die Redaktionen einige seiner Werke etwa aufgrund von Hautfarbe oder Religion abgelehnt. Auch aus seinem Buch „Wer Ohren hat, der höre“ das mehr als 100 Karikaturen zum Matthäusevangelium zum Thema hat, wurden Zeichnungen gezeigt.
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Sie stellen etwa Jesus als Wunderheiler mit eigener Praxis dar oder seine Jünger, die bessere Arbeitsbedingungen einfordern. Gute Bibelkenntnisse waren dabei von Vorteil, so erschlossen sich nicht bei jedem Bild sofort der Zusammenhang oder der Bildwitz. Seine Zeichnungen fertigt der Karikaturist mit Filzstiften auf Zeichenpapier mit einer Breite von 32 Zentimetern an. Etwa 18.000 davon lagern im heimischen Archiv.
Danach richtete das Publikum Fragen an den Künstler und gab auch Kommentare ab, auf die dieser ausführlich einging. Im Alter von 23 begann Gerhard Mester sein Grafik-Design-Studium an der Hochschule in Kassel und ist seitdem freiberuflich tätig. Unter anderem zeichnete er für Tageszeitungen und Zeitschriften, unter anderem für das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt oder die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Inzwischen beschäftigt er sich allein mit Buchprojekten, Mitte des Jahres erscheint eine Veröffentlichung in Kooperation mit dem Deutschen Palliativverband.

