Am letzten Wochenende vor den Weihnachtsfeiertagen wurde in Oberbergs sonniger Eislandschaft gewandert, geangelt und geritten.
Gewandert, geangelt, gerittenAm Wochenende zog es viele in Oberbergs sonnige Eislandschaft

Zu einem Lichterritt hatten sich die Reiterinnen und Reiter des Ponyhofs Knotte bei Nümbrecht-Rommelsdorf aufgemacht.
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Genau eine Woche vor Heiligabend lachte die Sonne am Samstag bei strahlend blauem Himmel über der verschneiten Landschaft im Oberbergischen. Wer nicht damit beschäftigt war, die letzten Weihnachtsbesorgungen zu erledigen, den lockte die helle und klare Frostluft nach draußen, um vor den Feiertagen noch einmal richtig Energie aufzutanken.
„Wie schön still das hier oben ist“, sagt die Wiehlerin Karin Trapp auf einem Wanderweg bei Oberholzen und freute sich über die Sonne. „Das schöne Wetter muss man nutzen“, ergänzt ihr Mann Rolf. Die beiden sind von Kindesbeinen an leidenschaftliche Wanderer und nicht nur in der hiesigen Region unterwegs. So haben sie bereits 800 Kilometer auf dem Jakobsweg zurückgelegt und sind öfter auch in Südtirol. Ihre Weihnachtseinkäufe haben sie bereits erledigt und nutzen den letzten Adventssamstag außer zum Wandern für die letzten Vorbereitungen auf die Festtage: Rolf Trapp braut Weihnachtsbier und seine Frau backt Plätzchen.

Nikolai (l.) und Eduard Peters nutzten in Wiehl-Koppelweide das frostige Wetter zum Eisangeln.
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Währenddessen stehen Nikolai und Eduard Peters aus Wenden auf der Eisfläche einer der vier Teiche im Angelzentrum Wiehl. Nachttemperaturen um minus zehn Grad haben die Schicht auf rund zehn Zentimeter Dicke anwachsen lassen. „Das ist der kälteste Platz im Oberbergischen und im Rhein-Sieg-Kreis“, erklärt Eduard seine Vorliebe für die Gewässer in Koppelweide: „Die sind immer zuerst zugefroren.“ Mit einem Eisbohrer oder einem Eisschläger schaffen sie sich Zugang zum Wasser. Während Nikolai das Fischen mit einer etwa 40 Zentimeter langen Mini-Rute bevorzugt, arbeitet der begeisterte Eisangler Vitali Wolf mit mehreren „Springfallen“ – Angeln ohne Rute, bei denen als Bissanzeiger ein Fähnchen hochschnellt.
Winterwanderung in Reichshof
„Wir lieben die Luft und die Natur – das ist gesund für die Seele“, schildern die beiden Bergneustädter Ilona und Karl-Heinz Schenk auf ihrer Wanderrunde zwischen der Reichshofer Ortschaft Blockhaus und dem zu Drolshagen gehörenden Dorf Gelslingen: „Heute gibt es besonders schöne Eisblumen.“ Die Weihnachtseinkäufe haben sie bereits erledigt und den Weihnachtsbaum am Vormittag geholt: „Jetzt fahren wir die Systeme runter.“

Ilona und Karl-Heinz Schenk nutzten das sonnige Wetter für einen Schneespaziergang oberhalb von Reichshof-Hecke.
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Ebenfalls auf dem Höhenzug ist Maik Höringklee mit seiner 12-jährigen Tochter Matilda und dem Hund Lotte unterwegs. „Bei dem Wetter sind wir lieber draußen unterwegs. Einkaufen am Wochenende ist uns zu stressig“, erzählt er.
In der Dämmerung ist Laura Knotte vom Ponyhof Knotte in der Wiehler Ortschaft Hübender auf Tour mit einer kleinen Kutsche und zwei Mädchen, die ihr immer im Stall helfen. Begleitet werden die drei von zwölf weiteren Frauen und ihren Pensionspferden. „Zum Jahresabschluss machen wir jedes Jahr vor Weihnachten einen Lichterritt“, erklärt Knotte. „Nachdem wir die Tiere versorgt haben, setzen wir uns vor den Kamin, um aufzutauen. Und dann wird gewichtelt.“