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Kurioses MitbringselMesser mit einem Clanchef getauscht

Bei der Siegerehrung des Sommerwettbewerbs in Wiehl erzählten die Gewinner kuriose Reisegeschichten, vom Hindukusch bis nach Alaska.

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Die drei Erstplatzierten.

Sommerwettbewerb mit langer Tradition

Der Sommerwettbewerb, den die Volksbank Oberberg mit Oberbergischer Volkszeitung und Oberbergischer Anzeiger seit 19 Jahren ausrichtet, erfreut sich großer Beliebtheit. In diesem Jahr ging es um das kurioseste Reisemitbringsel. Einsendeschluss war im Sommer, bevor nun die Sieger gekürt wurden. Die Top 20 wurden am Mittwochabend in den Räumen der Volksbank an deren Hauptsitz im Wiehler Zentrum geehrt.

Souvenirs sind selten wirklich nützlich, und gerade das macht viele Geschichten besonders. Andreas Neumann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank, betonte in seinem Grußwort: „Wir lernen Menschen aus unserer Region von einer sehr persönlichen Seite kennen.“ Zusammen mit seinem Vize Jörn Richling und Vorstandsmitglied Marc Gottschlich waren die drei Gastgeber der Leserinnen und Leser.

Die Plätze eins bis drei

Platz eins belegte Karl Hermann Menn aus Bergneustadt. Er tourte 1964 mit seinen Freunden Werner Wolf und Gerhard Valbert in einem VW-Bus rund 40.000 Kilometer um die Welt. In Afghanistan, am Hindukusch, trafen sie auf Sommernomaden. Die Verständigung klappte zwar nicht sprachlich, dafür beim Tauschen: Der Clanchef tauschte sein Messer gegen Menns Taschenmesser. Ein mitreisender Arzt führte mitten in der Wüste eine Behandlung durch. „Ich habe dabei assistiert“, erinnert sich Menn noch heute.

Esther Rautenbauch aus Nümbrecht auf Platz zwei verlor in Indien Geldbörse, Ausweis und Flugticket. Deshalb hatte sie den Straßenkindern nichts zu bieten, weder Geld noch Süßigkeiten. Stattdessen schenkten die Kinder ihr eine kleine Strohpuppe: „Wenn du nichts für mich hast, dann habe ich etwas für dich“, sagte ein kleines Mädchen. Die Drittplatzierte Marianne Holländer aus Nümbrecht-Marienberghausen erlebte 1965 als 17-Jährige eine vierwöchige Radtour mit drei weiteren Teenagern. Ihr Andenken ist ein Jugendherbergsausweis mit zahlreichen Stempeln aus Dänemark und Schweden.

Kuriose Geschichten der weiteren Platzierten

Auch die anderen Platzierten hatten kuriose und spannende Geschichten rund um ihr Mitbringsel parat: Ulrich und Gabriele Maas aus Nümbrecht-Gaderoth brachten einen 20 Kilo schweren Kaminaufsatz aus Schottland mit. Im Flugzeug war der Transport schwierig, Touristen im Auto halfen aus. Claudia Creimel aus Gummersbach ergatterte 1978 im Dänemark-Urlaub ein Puzzle der Rosper Mühle, inzwischen fehlen drei Teile. Rita Sackmann aus Gummersbach schmuggelte 1972 eine tunesische Geranie ins Land, die seitdem gehegt wird und Ableger hervorbringt.

Voller Saal bei der Verleihung.

Katja Weber und Alexander Gellesch aus Marienheide wollten in Dänemark Partnerringe kaufen. Es folgte ein Heiratsantrag, und daraus wurden gleich Trauringe. Eine besonders emotionale Geschichte erzählt Inge Barndt. Den Weihnachtsschmuck aus Murano brachte sie ihrem kranken Mann Michael mit. Seit seinem Tod ist er für die Familie besonders wertvoll. Waltraud Fischbach bewahrt Nummernschild und Autoschlüssel ihres Alaska-Urlaubs von 1997 auf. Es war die letzte gemeinsame Reise mit ihrem Mann, der fünf Tage nach der Heimkehr unerwartet verstarb.

Peter Paul und Ulrich Clever aus Lindlar wollten einen eisernen Schienennagel aus Sri Lanka mitnehmen. Polizei und Sicherheitskräfte waren zunächst argwöhnisch, stimmten der Ausfuhr letztlich aber zu.

Gudrun Krause aus Waldbröl brachte ein Muschelkästchen aus Paris mit heim. Vor allem dekorativ, aber eine schöne Erinnerung. Annette Giesler aus Engelskirchen nutzt ihre Souvenirs sinnvoll: Kleine Figuren aus aller Welt setzt sie in therapeutischen Spielgesprächen mit Kindern und Familien ein. Silke Schmidt aus Wiehl brachte eine Olympiafahne von Paris 2024 mit, auf dem Heimweg trug sie die Unterschriften von 25 deutschen Athletinnen und Athleten. Georg Seifert aus Engelskirchen-Schnellenbach erhielt nach einem Choraustausch 1988 zwei Aquarelle von einem Franzosen und hält sie bis heute in Ehren.

Erika und Wolfgang Schneider aus Ründeroth brachten einen Engel aus Teebeuteln aus Kapstadt mit, der bald ans Engelsmuseum in Engelskirchen übergeben wird. Angela Lohre aus Gummersbach sorgte in Lourdes für Empörung, als sie unwissentlich ihre Füße in einem Weihwasser-Brunnen erfrischte.

Alle Gewinner erhielten Urkunden. Für die ersten drei Plätze gab es von der Volksbank zusätzlich wertvolle Geldpreise, Für den Sieger Karl Hermann Menn außerdem einen Pokal.