Abo

Bis Januar unterwegsViele Könige sammeln im Oberbergischen Spenden

3 min

Nach dem Segen ist vor der Entsendung: Kreisdechant Christoph Bersch segnet in Bergneustadt die Sternsinger.

Oberberg – Kaspar, Melchior und Balthasar sind wieder unterwegs. Am zweiten Weihnachtsfeiertag haben die ersten Pfarrgemeinden im Oberbergischen ihre Sternsingergruppen losgeschickt – um den Segen für das neue Jahr in die Häuser zu tragen und Geld für karitative Zwecke zu sammeln. Bis zum Dreikönigstag am 6. Januar werden viele Haushalte im Kreis Besuch bekommen.

Allein im katholischen Seelsorgebereich „An Bröl und Wiehl“ sind es annähernd 300 Jungen und Mädchen, die im Gewand der Heiligen Drei Könige in die Gemeinden St. Michael Waldbröl, St. Mariä Himmelfahrt Wiehl, St. Bonifatius Bielstein, St. Antonius Denklingen und Heilig Geist in Nümbrecht ziehen. Die ersten starten am Freitag.

Leidensgeschichte und Mission

Am Donnerstag hat zudem die Bergneustädter Gemeinde St. Stephanus ihre Sternsinger bei einer Festmesse unter Mitwirkung des Kirchenchores ausgesendet. Nach der Lesung der Leidensgeschichte des Heiligen Stephanus berichtete Kreisdechant Christoph Bersch von dem Leben des Pfarrpatrons in der Urgemeinde Jerusalem. Er war einer der ersten sieben Diakone, der neben den Aposteln seinen Glauben verkündete und dafür gesteinigt wurde. Bersch erinnerte an Dietrich Bonhoeffer, der sich ebenfalls nicht den Mund verbieten ließ und im KZ ermordet wurde. Beide hätten ihren Hinrichtern verziehen und seien Vorbilder dafür, für den Glauben einzutreten und seinen Feinden vergeben zu können.

Auch in Wiehl wurden die Sternsinger gestern auf ihre Mission geschickt, Geld für gute Zwecke zu sammeln.

Nach der Segnung von Kreide und Türschildern sandte Bersch die Sternsinger von Bergneustadt und vom Hackenberg auf den Weg, die erstmals gemeinsam die Aussendungsmesse feierten. Katharina Habeth und Rita Thurau-Büllesbach betreuen die 19 Bergneustädter Sternsinger im Alter von vier bis 14 Jahren, die bis zur Dankmesse am 5. Januar auf dem Hackenberg durch die Stadt ziehen. Dort besuchen zwölf Kinder und Jugendliche am 4. Januar unter Leitung von Birgit Richter die Häuser.

Die Touren der Sternsinger sind eine deutschlandweite Aktion des Kindermissionswerks. Seit 1959 haben sie weltweit mehr als eine Milliarde Euro gesammelt. Das diesjährige Motto aller Sternsinger ist „Segen bringen, Segen sein: Frieden im Libanon und weltweit“. Der Nachbarstaat von Israel und Syrien leidet an den Folgen eines langen Bürgerkriegs in den Jahren 1975 bis 1990. Nun ist er Zufluchtsort für viele Flüchtlinge aus Syrien. Die Sternsinger unterstützen mit ihrer Spendensammlung vor allem Einrichtungen, die das friedliche Miteinander verschiedener Religionen und Kulturen fördern.

Sternsinger sammeln für Kinderhort

In Nümbrecht und Waldbröl unterstützen sie wieder ganz gezielt den Kinderhort „Kürmi“ (Regenbogen) in El Alto in Bolivien – eines der Projekte des Kindermissionswerks. Ein Kinderheim in Indien wollen die Sternsinger aus Bielstein, Denklingen und Wiehl unterstützen: Das „Projekt Aanchal“ hatten Pfarrvikar Pater Thomas und Gabriele Bergau vorgeschlagen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Katholische Junge Gemeinde Engelskirchen trifft sich erst an diesem Sonntag, um Kronen zu basteln. Vom 3. bis 5. Januar sollen dann möglichst alle Häuser im Bereich der Pfarrei St. Peter und Paul mit dem Neujahrssegen versorgt werden. Jeder, der als Sternsinger losziehen möchte, sei willkommen, wirbt die Gemeinde: „Wer noch kein Kostüm hat, braucht sich keine Sorgen machen. Wir haben einen großen Fundus!“ Anmeldungen werden im Internet angenommen, unter www.kjg-engelskirchen.de.

Pastoralreferent Simon Blumberg von der Pfarreiengemeinschaft Morsbach-Friesenhagen-Wildbergerhütte sagt, dass die Sternsinger in Morsbach und Holpe ab dem 27. Dezember, in Friesenhagen am 3. und 4. Januar, in Lichtenberg ab dem 4. und in Wildbergerhütte am 5. Januar durch die Dörfer ziehen. Im Seelsorgebereich „An Bröl und Wiehl“ werden die Sternsinger am Sonntag, 12. Januar, nach ihren Touren wieder empfangen. Alle Gruppen können auf Wunsch spezielle Ausweise vorweisen.