Eckenhagen – Die Besuche in Eckenhagen sind selten geworden – doch die Straßen und Wege immer noch vertraut. Dietmar Cordan, international bekannter Opern-Tenor, wandert in Richtung Kirche, zeigt auf ein Haus, das einst seinem Großvater Peter Stommel gehörte und erinnert sich an schöne Zeiten.
Eckenhagen ist ein Ort, der die Kindheit des gelernten Drogisten, gebürtig in Trier, dank familiärer Wurzeln geprägt hat.
„Ich durfte im Sommer immer Ferien bei meinem Patenonkel Robert machen. Der war Schuhmacher, hatte sein Haus in der Nachbarschaft der Barockkirche und schenkte mir maßgeschneiderte Schuhe.“ An diese Schuhe erinnert der 73-Jährige ganz genau: weil sie dank der Nägel in den Sohlen ganz wunderbar auf dem Eckenhääner Pflaster klapperten.
Auch daran, dass er von Erwin Brinkmann eine „Fletsch“, also eine Steinschleuder geschenkt bekam, dass er Kühe melken durfte und den Stall ausmisten, erinnert Dietmar Cordan sich amüsiert.
In seinem Buch „So wurde ich Opernsänger“, das er vor einigen Wochen im Verlag Dohr veröffentlichte, fehlt bedauerlicherweise diese Zeit. Dafür erfährt der Leser liebevoll und detailreich beschrieben, wie aus dem Drogisten Dietmar Stommel nach der Ausbildung an der Berliner Musikhochschule mit Mitte 20 ein gefragter Operndarsteller wurde.
Doch auch wenn Oberberg in der Autobiografie weitgehend fehlt, haben die Sommer hier dazu beigetragen, dass der Mime im Erwachsenenalter mit Ehefrau Marion und Sohn Christian Mitte der 1980er für einige Jahre nach Reichshof zurückkehrte.
„Wenn ich den Kopf freikriegen wollte, bin ich singend zum Blockhaus gewandert“, erzählt er. Unter dem Dirigat von Gus Anton gastierte Cordan im Gummersbacher Theater, auch das Eckenhagener Eichenfest 1985 bereicherte er mit seiner außergewöhnlichen Stimme. „Ich habe mich immer auf den kleineren Bühnen eher Zuhause gefühlt.“ Kleine Häuser seien gemütlicher.
Heute gibt Cordan immer noch Konzerte, hat in Kroatien eine neue Heimat gefunden, doch an Eckenhagen als Ursprungsort seiner Familie erinnert er sich gerne.
