In seinem neuen Buch „Beruf: Hofnarr!“ erzählt der Kai Jordens aus Reichshof-Hespert von seinem Leben als Gaukler. Im Mai liest er daraus vor.
Neues BuchDer Reichshofer Kai Jordens hat über sein Leben als Hofnarr geschrieben

Der „Beruf: Hofnarr!“ hat ihn bis nach Japan geführt. Kai Jordens erzählt in seinem Buch von verrückten Erlebnissen.
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Konrad Adenauer eine Narrenkappe aufsetzen? Wer macht denn sowas? Beziehungsweise, wer traut es sich, den Sockel hochzuklettern, um der ernst in die Welt schauenden Bronzeplastik unseres ersten Bundeskanzlers ein bisschen Farbe zu geben?
Seit mehr als 30 Jahren ist er als „Narrenkai“ unterwegs
Kai Jordens traut sich sowas. Und er tut es nicht nur, sondern fotografiert das Ergebnis. Und veröffentlicht das Bild dann auch noch. In seinem Buch „Beruf: Hofnarr!“ in dem er „Aus dem Leben eines Gauklers“ erzählt. Der Hesperter ist seit mehr als 30 Jahren als bunt gewandeter, spitzzüngiger, liebevoll spöttelnder und jonglierender Hofnarr namens „Narrenkai“ weltweit unterwegs und kann wunderbar erzählen.
Eigentlich sind die Auftritte vor Publikum sein Leben, die Bühne ist sein Zuhause: „Ich bin mit voller Leidenschaft Hofnarr. Für mich ist das ein Privileg, meine Erfüllung.“ Was also tun, wenn durch eine weltweite Pandemie plötzlich Leere im Terminkalender herrscht? Kai Jordens entschied sich, die Flucht nach vorn anzutreten und das Beste aus dieser Zeit zu machen.
Ich bin mit voller Leidenschaft Hofnarr. Für mich ist das ein Privileg, meine Erfüllung.
„Ich dachte über Projekte nach, die immer zu kurz gekommen waren. Wie das Buch. Das eigentliche Schreiben war dann schon krass!“ Denn wenn der Reichshofer einmal im Fluss war, schrieb er die Nächte durch. Dass die im Buch enthaltenen Geschichten aus Wuppertal, Japan oder Marrakesch die Leute amüsieren, wusste der Gaukler schon, hatte er sie doch nach Auftritten schon unter Kolleginnen und Kollegen erzählt und für etliche Lacher gesorgt.
Nun also ging es ans Sichten des Materials, ans Aufschreiben und plötzlich wurde der Hofnarr nicht nur zum Geschichtenerzähler, sondern auch zum Dichter. In Ringelnatz- oder Morgensternqualität, wie ihm zu seiner Freude der Berliner Philosoph und Künstler Sven Brömsel bescheinigte. Humorvolle Lyrik mit kleinen Twists, dazu kurze Einblicke ins Leben eines Gauklers in knackig-trockenen Sätzen füllen nun den Raum zwischen den bunten Buchdeckeln.
Am 12. Mai liest Kai Jordens im Hesperter Kunstkabinett
Das Verhältnis zu seiner „Marotte“, so der Name des Holzkopfs am Stiel, der zu seiner Gauklerfigur untrennbar dazu gehört, wird in einer leicht mystischen Geschichte beschrieben. Der Bericht vom Besuch auf Ibiza kommt mit vier Zahlen und fünf Worten aus und erzählt doch eine ganze Woche. Im hinteren Teil des Buches können die Leserinnen und Leser eine besondere Wortkunst bestaunen, denn Kai Jordens hat in akribischer Handschrift aus den 1980er Jahren gesammelten Auftrittsdaten ein eigenes Werk gemacht.
Eine erste Lesung aus dem Buch gab es schon vor Erscheinen von „Beruf: Hofnarr!“ Ende letzten Jahres. „Das war meine Feuertaufe. Ich war unendlich glücklich, dass das Buch so gut ankam.“ Mittlerweile gab es Rückmeldungen von Kolleginnen und Kollegen, Leserinnen und Lesern, und alle waren der Meinung, dass der kunterbunte und unterhaltsame Mix viel Freude macht. Die erste Lesung in Oberberg wird am Freitag, 12. Mai, im Hesperter Kunstkabinett stattfinden. Nicht ohne Grund: Am Ende des Buches steht ein Dank an den langjährigen Leiter des Kunstkabinetts, Franz-Bodo Gerono.
Wer sich für das Buch interessiert, kann über seine Internetseite Kontakt zu Kai Jordens aufnehmen.

