Abo

Energiewende in BürgerhandReichshof setzt auf neue Genossenschaft

2 min
Windkraftanlagen stehen hinter Photovoltaikanlagen auf der Blocklanddeponie.

Die Gemeinde Reichshof und die Genossenschaft Schwarmkraft wollen die Energiewende in Reichshof gemeinsam voranbringen.

Reichshof und die neue Genossenschaft Schwarmkraft planen gemeinsame Energieprojekte. Bürger können sich ab 50 Euro beteiligen.

Die Gemeinde Reichshof will bei künftigen Energieprojekten mit der jüngst neu gegründeten Bürgerenergiegenossenschaft „Schwarmkraft“ zusammenarbeiten. Ziel ist es, Projekte rund um erneuerbare Energien und Speichertechnik umzusetzen und Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich daran zu beteiligen. Ein erstes gemeinsames Vorhaben befindet sich nach Angaben der Beteiligten bereits in Vorbereitung, weitere werden geprüft.

In Reichshof gegründet

Die Schwarmkraft-Genossenschaft wurde in Reichshof gegründet und konzentriert ihre Arbeit auf die Gemeinde und das direkte Umfeld. Hinter der Genossenschaft stehen unter anderem Fachleute aus der Energiewirtschaft, die beruflich mit der Planung, dem Bau und dem Betrieb entsprechender Anlagen beschäftigt sind. Ein Ziel der Genossenschaft ist es, nicht nur Energie vor Ort zu erzeugen, sondern auch einen möglichst großen Teil der damit verbundenen Wertschöpfung in der Region zu halten.

Mitglied werden können Interessierte bereits mit einem Genossenschaftsanteil von 50 Euro. Für Mitglieder aus Reichshof und den angrenzenden Gemeinden gilt unabhängig von der Zahl ihrer Anteile das Prinzip „Eine Person, eine Stimme“. Menschen von außerhalb können sich ab zwei Anteilen als investierende Mitglieder beteiligen, verfügen dann allerdings nicht über ein Stimmrecht.

Auch die Gemeinde Reichshof will die geplanten Vorhaben begleiten. Bei geeigneten Projekten soll zudem geprüft werden, ob eine wirtschaftliche Beteiligung infrage kommt. Darüber müssen jeweils der Rat und die zuständigen Gremien entscheiden. Grundlage soll zuvor eine unabhängige wirtschaftliche Prüfung des jeweiligen Projekts sein. Bürgermeister Jan Gutowski ist der Genossenschaft bereits selbst beigetreten. „Mir war wichtig, dass wir in Reichshof nicht abwarten, bis andere die Energiewende für uns machen“, erklärt er. Bei den kommenden Projekten sollen Bürgerinnen und Bürger nach Angaben von Gemeinde und Genossenschaft frühzeitig über Planungen und Beteiligungsmöglichkeiten informiert werden.

Katharina von Weschpfennig, Vorstand der Schwarmkraft, sieht gerade in der Neugründung die Möglichkeit, die weitere Entwicklung gemeinsam mit den Mitgliedern zu gestalten. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien spiele der regionale Gedanke eine wichtige Rolle. „Uns treibt beides an: die Energiewende vor Ort und die Überzeugung, dass die Wertschöpfung hierbleibt, in Reichshof, für alle, die hier leben.“