Gemeindeverwaltung soll kleine Unternehmen, Handwerk und Gründer bei der Suche von Flächen unterstützen
FDP-AntragReichshofs Politik will den Mittelstand stärken

Das Rathaus der Gemeinde Reichshof in Denklingen.
Copyright: Torsten Sülzer
Der Gemeinde Reichshof gehen langsam die Möglichkeiten aus, ansiedlungswilligen Gewerbetreibenden Grundstücke anbieten zu können. Vor diesem Hintergrund hat die Reichshofer Politik die Verwaltung in der jüngsten Ratssitzung beauftragt, Interessenten, die sich in der Gemeinde nach gewerblichen Bauflächen umsehen, in Listen zu erfassen.
Zugleich soll sie für diese Interessenten nach geeigneten Grundstücken, Baulücken, Lückenschlüssen, leerstehenden Gewerbeobjekten und weiteren Flächen fahnden, die für kleinere Unternehmen, Handwerksbetriebe oder Existenzgründungen in Betracht kommen. Die Ergebnisse sollen dann der Politik zugänglich gemacht werden.
Liste wächst schon
Dieser Auftrag an die Verwaltung ging auf einen Antrag der FDP-Ratsfraktion zurück. Die Verwaltung betonte, dass eine solche Liste interessierter Unternehmen im Rathaus bereits geführt werde. Allerdings ist Robin Becker erst seit wenigen Wochen als Wirtschaftsförderer und Leiter des Ratsbüros tätig, das Amt war zuvor länger vakant gewesen.
Bürgermeister Jan Gutowski ergänzte, die Liste sei noch überschaubar, werde aber wöchentlich länger: „Die Anfragen mehren sich in den letzten Monaten. Wir merken, da ist Bewegung drin.“
Seine allgemeine Vertreterin Sarah Schmidt ergänzte, es sei grundsätzlich begrüßenswert, dass die Gemeinde als Vermittler auftrete und gegebenenfalls Nutzungen ermögliche. Allerdings befänden sich oft gerade die gesuchten Flächen nicht im Besitz der Gemeinde. Klassische Handwerksbetriebe, so gab Schmidt zu bedenken, müssten nicht unbedingt in einem Gewerbegebiet angesiedelt sein.
Ziel des Antrags ist es, den tatsächlichen Bedarf an Gewerbeflächen systematisch zu erfassen, weitere Flächenpotenziale zu prüfen.
Zum Hintergrund ihres Engagements erklärte die FDP: „Ziel des Antrags ist es, den tatsächlichen Bedarf an Gewerbeflächen systematisch zu erfassen, weitere Flächenpotenziale zu prüfen und bei der zukünftigen Vermarktung bislang nicht vermarkteter Flächen im bestehenden Gewerbegebiet Wehnrath insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, Handwerksbetriebe sowie Existenzgründungen stärker zu berücksichtigen.“
FDP will TrendänderungDoch gerade dieser letzte genannte Punkt sorgte für Diskussionen im Rat, erhielt bei der Abstimmung schließlich zwar auch eine Mehrheit, aber kassierte auch sechs Nein-Stimmen und eine Enthaltung.
Während Sarah Schmidt aus Verwaltungssicht äußerte, man könne sich eine kleinteilige Parzellierung der letzten in Wehnrath unvermarkteten Fläche vorstellen, warb die CDU für eine Formulierungsänderung. Sie befürchtete, dass man ansonsten ungewollt einem ansiedlungswilligen großen Unternehmen kein Angebot würde machen können, wenn man sich grundsätzlich selbst auferlege, die Kleinen und Mittleren zu bevorzugen. Lukas Hillen (FDP) sagte, man wolle tatsächlich eine Trendänderung herbeiführen, hin zu mehreren kleinen Parzellen statt wenigen großen.
Die FDP wies darauf hin, dass ihr Antrag auf Erkenntnissen fuße, die sich direkt bei Dialogveranstaltungen mit Unternehmern und Handwerkern ergeben hätten. Sie wolle Reichshofs Mittelstand mit weiteren Initiativen stärken.
