Ludger Müller regiert erneut die Heidberger Schützen. Auch der Nachwuchs kürt seine neuen Majestäten.
SchützenfestKönig Ludwig“ ist zurück auf dem Thron in Reichshof-Heidberg

Ludger Müller (3.v.r.) und seine Frau Nicole (2.v.l.) regieren als Königspaar die Heidberger Schützen.
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„König Ludwig ist zurück“, scherzte der Heidberger Schützenvereinsvorsitzende Rainer Neuhaus am Samstagabend bei der Krönung der neuen Majestäten in Anlehnung an den Märchenkönig Ludwig II. Der neue Regent der Grünröcke aus dem oberen Wiehltal heißt zwar nicht Ludwig, hat aber immerhin den gleichen Anfangsbuchstaben: Ludger Müller. „Zurück“ stimmt aber in jedem Fall. Bereits 2017 war Müller König, als Heidberg das Bundesschützenfest ausgerichtet hat. Hartnäckiger KönigsvogelDas Schießen am Samstagnachmittag verlief recht ungewöhnlich. Die meisten Schüsse gingen voll ins Zentrum. Bis zuletzt blieb der Kopf stehen, der linke Flügel hatte noch eine Feder, der rechte wurde zur Hälfte rasiert. Die Folge: Keine Pfänder. Nach einem Start mit sieben Schützen kämpften zuletzt Müller und Tim Bubenzer um den Königstitel. Tapfer wehrte sich der Vogel, doch am Ende holte ihn Müller mit dem 107. Schuss von der Schraube. Seine Königin ist Ehefrau Nicole. Die Schießwettbewerbe hatten schon am vorigen Wochenende begonnen.
140 Schuss, ehe der Vogel fiel
Am Sonntag kürte sich Sherlyn Löschner unter fünf Aspiranten mit dem 140. Schuss zur Prinzessin. Sie wählte Sandro Pernat als ihren Begleiter. Damit haben die beiden die Rollen getauscht, denn Pernat war im vorigen Jahr Prinz mit der jungen Frau an seiner Seite. Ebenfalls fünf Teilnehmerinnen zielten auf den Baroness-Vogel. Den holte Alia Schröder bereits mit dem 67. Schuss aus dem Kasten. Mit ihr geht Felix Teufenbach durch das Schützenjahr. Zum Auftakt des Schützenfestes ging es am Freitag um den Titel des Kinderkönigs mit dem Lichtpunktgewehr. Ähnlich schnell wie der Vogel der Baroness hauchte auch dieser Adler sein Leben aus. Maximilian Ley erledigte ihn mit dem 63. Schuss und machte Nora Völker zur Kinderkönigin. 20 Schützen zielten sodann auf den „Haldengeier“, dessen Pfänder mit Biermarken belohnt wurden. Kopf und Zepter gingen an Julius Funke, Sandro Pernat kümmerte sich um den Reichsapfel, während Marius Köster und Simon Schneider den linken und rechten Flügel abtrennten.
Mit dem 126. Schuss sicherte sich Lisanne Solbach schließlich den Rumpf als Hauptpreis. Im Rahmen der Krönungsfeierlichkeiten kündigte Bürgermeister Jan Gutowski an, kein „08/15 Bitte-Danke-Blabla“ von sich geben zu wollen, wo nach 30,5734 Sekunden keiner mehr zuhört. Diese Zahl sei rein zufällig, erklärte er lächelnd, aber sie erhöhte die Aufmerksamkeit und danach war es ruhiger im Saal. Er betone, dass der Verein auf seine Geschichte seit 1953 stolz sein könne: „Wer einen Verein so lange am Leben hält, der muss einiges richtig machen.“
Dabei gehe es nicht nur um das Schießen und den sportlichen Ehrgeiz, sondern auch um die umfangreiche Hintergrundarbeit: „Danke an alle, die diesen Verein tragen – vor und hinter den Kulissen, heute und an den vielen Tagen im Jahr, an denen niemand applaudiert.“ Nach der Krönung bekundete der neue König: „Diese Wiederholung ist mir eine Ehre und wunderschön.“ Seine Frau Nicole verriet schmunzelnd, dass er vor dem Wettbewerb gesagt habe: „Ich bin Ingenieur, ich habe einen Plan.“ Dann ergänzte sie: „Ich habe mich total darauf gefreut.“ Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden zudem mehrere Mitglieder für ihre langjährige Treue zum Heidberger Schützenverein ausgezeichnet. Seit 40 Jahren gehören Ramona Platz, Lars Schneider und Rolf Willmann dem Verein an. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Rainer Becker, Stefan Neumann und Rolf Schneider geehrt.
