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Schreibtisch ist bereits leerAn der Schnittstelle der Stadt

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Friedrich Hachenberg

Wipperfürth. – 44 Jahre hat er für die Stadt gearbeitet, heute hat Verwaltungsdirektor Friedrich Hachenberg seinen letzten Arbeitstag. Den Schreibtisch hat der 63-Jährige jedenfalls leergeräumt, um Platz für seine Nachfolgerin Leslie Kamphuis zu schaffen.

Karriere startete 1976

Begonnen hat Hachenberg, der in Ente bei Wipperfeld aufgewachsen ist, seine Laufbahn bei der Verwaltung am 1. August 1976 im mittleren Dienst. Zu der Zeit sei er noch bei der Bundeswehr gewesen und konnte aufgrund einer Sondergenehmigung schon bei der Stadt anfangen berichtet.

Zuerst habe er im sozialen Bereich begonnen und dann viele weitere Abteilungen, von der Kämmerei bis zum Meldeamt, durchlaufen. Dazu qualifizierte er sich an der Fachhochschule für den gehobenen Dienst. Er wurde Leiter des Ordnungsamtes. Der größte Einschnitt sei für ihn aber im Jahr 2000 die Übernahme des so genannten Hauptamtes, heute Bürgermeisterbüro und damit auch die Verantwortung für die heute rund 240 Mitarbeiter gewesen.

Große Herausforderung

Das sei zu einen eine große Herausforderung, zum anderen auch sehr reizvoll gewesen, blickt  Hachenberg zurück, der in seiner Zeit drei  Stadtdirektoren und zwei hauptamtliche Bürgermeister erlebt hat. 

Das Hauptamt sei ein  Querschnittsressort, in dem alle Fäden zusammenlaufen. Als Referent des Bürgermeisters sei man mit allen Themen konfrontiert. Und das sei nicht immer leicht. Ein besonders negatives Erlebnis hat der 63-Jährige  aus 2010 noch im Kopf:  Um fast eine halbe Million Euro hatte ein Mitarbeiter die Stadt damals betrogen. Die persönliche Enttäuschung über den Kollegen sei sehr groß gewesen.

Weckruf

Aber andererseits war es wie ein Weckruf,   und  der Vorfall habe  zu einem veränderten Controlling geführt. Bei allem Vertrauen dürfe es nicht nur in finanziellen Belangen  keine Gutgläubigkeit gebe.  Doch dieses negative Erlebnis werde von vielen positiven Erfahrungen überlagert. Insbesondere der Zusammenhalt der Mitarbeiter, auch über den Dienst hinaus. Der wertschätzende Umgang, bei aller Konsequenz und manchmal notwendigen  Härte in der Sache, sei ihm persönlich auch als Chef immer wichtig gewesen.

Große Veränderungen folgten

Zu den großen Veränderungen in den mehr als vier Jahrzehnten gehöre ganz sicher die Digitalisierung, bis hin zur digitalen Akte. Das sei eine große Aufgabe, die im Fokus stehe. Als weitere  Höhepunkte nennt Hachenberg die 800-Jahr-Feier, die mit einem enormen hohen Aufwand verbunden  gewesen sei,  auch wenn das Wetter insbesondere beim Hansefest doch für ernüchternde Besucherzahlen gesorgt habe.  Und natürlich das Integrierte Handlungskonzept Innenstadt. Die Verwaltung habe sich längst gewandelt, der Bürger sei nicht mehr Bittsteller, sondern Kunde, betont Hachenberg und es ist zu spüren, wie sehr es sich mit seiner Arbeit und der Verwaltung identifiziert.

Abschied fällt nicht leicht

So fällt ihm der Abschied auch nicht leicht, auch wenn er sich freue, jetzt mehr Zeit für seine Lebensgefährtin, seinen Sohn, seine Tochter und die einjährige Enkeltochter zu haben. Und auch für seine Hobbys, denn der 63-Jährige hat ein Faible für Landmaschinen und Technik. Mit dem Traktor Heu machen oder zum Holz machen in den Wald, das mache ihm viel Spaß. Und vielleicht findet er endlich auch wieder Zeit für den Amateurfunk. Die komplette Technik dafür sei installiert, aber noch nicht angeschlossen. Und reisen möchte er auch, Gardasee und Lago Maggiore sind die Reiseziele in Italien. Die Entwicklung in seiner Stadt wird er weiter mit großem Interesse verfolgen.