Berkenroth – Ihren ersten Schultag haben gestern nicht nur zehn der 25 Kinder der Freien Schule Berkenroth gefeiert, sondern auch die Grundschule selbst.
Schultüten mit Süßigkeiten und Spielzeug durften da natürlich nicht fehlen. Eine bekam auch Gina Müller-Bracht (38), schließlich war es auch für sie der erste Tag in der von ihr gegründeten Schule.
Die Montessorischule in Nümbrecht-Berkenroth ist die einzige ihrer Art in Oberberg. Der 66-jährige Schulleiter Christhart Vorländer sagt: „Nachdem es in den letzten Wochen noch sehr stressig war, wollen wir den Tag heute gemütlich beginnen.“
Zur Begrüßung wurde eine Geschichte erzählt, und die Kinder mussten sich den Zutritt zur Dorfschule spielerisch mit der „Reise nach Jerusalem“ erobern.
Christhart Vorländer sagt: „Es ist zwar noch nicht alles komplett fertig, aber es fehlen nur Kleinigkeiten.“ Ziel ist es, dass die Kinder, die Eltern und die Lehrer gemeinsam ihrer Schule wachsen, wie die Montessoripädagogin Müller-Bracht erklärt.
„Mit dieser Schule geht ein Traum in Erfüllung“
Dass noch ein paar Regale in den Klassenräumen leerstehen, störte niemanden. „Mit dieser Schule geht ein Traum in Erfüllung“, sagt Müller-Bracht. Aus ganz Oberberg kommen Kinder, deren Eltern sie diesen Traum miterleben lassen wollen. Kathrin Huster (46) sagt: „Ich bin so froh, dass mein Sohn Miles auf diese Schule geht.“ Dafür nimmt die Gummersbacherin die Anfahrt gern in Kauf.
„Hier kann er sich entfalten und nach seinen Bedürfnissen lernen.“ Auch die achtjährige Lykka Bracht freut sich auf die neue Schule: „Ich mag es, dass es hier keine Regeln gibt wie in den anderen Schulen.“
Der erste Schultag brachte einen kleinen Vorgeschmack auf die folgenden: Spielen, lernen, lachen – und das nach Lust und Laune. Für Förderschullehrerin Daniela Wewerinke ist das Unterrichten an der Schule eine Herzensangelegenheit. „Hier lernen die Kinder ohne Druck. Und wir wollen harmonische Zusammensein fördern.“