Thier – Die Johann-Wilhelm-Roth-Straße ist die wichtigste Verkehrsachse des Dorfes. Entsprechend hoch ist die Verkehrsbelastung, die Straße selbst ist in einem schlechten Zustand. Die Asphaltdecke ähnelt an einigen Stellen einem Flickenteppich, an anderen Stellen hat sich die Fahrbahn deutlich sichtbar abgesenkt.
Dass die Straße saniert werden muss, darüber herrscht große Einigkeit. Doch bei der Frage nach dem Wann kam es im Wipperfürther Bauausschuss zum Streit. UWG und CDU wollen den Ausbau schieben. Zunächst müsse die Sanierung der Kreisstraße 18 im Flosbachtal abgeschlossen sein, die parallel zur Johann-Wilhelm-Roth-Straße verläuft. Das soll voraussichtlich rund zwei Jahre dauern. Außerdem fordern CDU und UWG, die Straße erst auszubauen, wenn klar ist, ob und wann der Parkplatz im Dorfzentrum erweitert werden soll.

Ein Schild weist darauf hin, dass für Lkw das Abbiegen nicht gestattet ist.
Copyright: Fotos: Schmitz/Breuer
Wenn man erst die Johann-Wilhem-Roth-Straße saniere und anschließend den Parkplatz erweitere, dann sei zu befürchten, dass die Baumaschinen die neue Straße beschädigen würden, sagte Heribert Berster. Ursprünglich hatte die CDU gefordert, vor einer Sanierung der Johann-Wilhelm-Roth Straße auch noch die Baumaßnahme Aher Busch abzuwarten, diese Forderung gab sie nach Protesten der anderen Parteien auf. Nach langer Diskussion gab es für den Antrag von CDU und UWG eine knappe Mehrheit mit elf Ja- und sieben Nein-Stimmen.

Die Johann-Wilhelm-Roth-Straße in Thier weist an vielen Stellen Straßenschäden auf.
Copyright: Fotos: Schmitz/Breuer
Für die FDP hatte Fraktionschef Franz-Josef Flosbach einen Gegenantrag eingereicht, der auch von SPD und Grünen unterstützt wurde, aber keine Mehrheit fand. Die Forderung lautet: Die Johann-Wilhelm-Roth-Straße soll möglichst schnell saniert werden. Die Planung soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden, die Arbeiten sollen 2022 beginnen. Flosbach wandte sich energisch gegen einen Ausbau des Parkplatzes an der Kirche St. Anna. „Ich bin seit über 40 Jahren Anwohner der Johann-Wilhem-Roth-Straße. Thier hat kein Parkplatzproblem.“
Ein Bypass für Thiers Kehre
Der Parkplatz in der Thierer Dorfmitte wird derzeit regelmäßig von Lkw und landwirtschaftlichen Maschinen als Wendeplatz genutzt, da sie um die enge Spitzkehre zwischen Johann-Wilhelm-Roth-Straße und Höhenstraße nicht herumkommen. Franz Josef Flosbach, Fraktionschef der FDP, schlägt deshalb einen neu zu bauenden „Verkehrsbypass“ zwischen den beiden Straßen vor, der einen Großteil des Schwerlastverkehrs aus dem Dorf heraushalten könne.
Den Plan für eine solche Spange gab es schon einmal in den 1960er und 70er, er wurde damals aber nicht weiter verfolgt. Eine Idee, die bei Axel Breuer auf offene Ohren stößt.
Als Anlieger der Johann-Wilhelm-Roth-Straße wohnt Axel Breuer direkt an der Spitzkehre. „Ich werde oft schon morgens früh um 6 Uhr aus dem Schlaf gerissen, wenn Schwerlaster direkt bei uns am Haus vorbeifahren.“ Auf Fotos hat Breuer dokumentiert, dass sich immer wieder Lastwagen in der Spitzkehre festfahren. Und der Schwerlastverkehr sei auch maßgeblich für den schlechten Zustand der Johann-Wilhelm-Roth-Straße verantwortlich, so Breuer.
Die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Thier drängt auf eine Erweiterung des Platzes, der während des Schützenfestes als Festplatz dient. Im September 2020 hatten die Schützen dazu eine Infoveranstaltung abgehalten. Heribert Berster, zugleich Vorsitzender der Thierer Schützen, sieht aber vor allem einen Bedarf an zusätzlichen Parkplätzen. Derzeit gebe es auf dem Platz 65 bis 70 Parkplätze, eine Erweiterung auf 100 sei wünschenswert. Heute sei der Platz oft sehr gut belegt, so der CDU-Ratsherr im Gespräch mit unserer Zeitung.
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Ob der Platz hinter der Kirche St. Anna erweitert werden kann, ist noch offen. Denn dazu müsste der Flächennutzungsplan geändert werden. Die Stadt Wipperfürth hat hierzu eine informelle Anfrage an die Bezirksregierung Köln gestellt. „Wir wollen lediglich eine Einschätzung bekommen“, erklärte Stephan Hammer, Leiter der Abteilung Bauen und Planen. Das Thema soll auch im kommenden Ausschuss für Stadtentwicklung, der am 2. Juni tagt, auf die Tagesordnung.



