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Verein bietet BasiskurseAuf Metabolon gibt es eine Cross-Country-Strecke

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Lindlar – Die Arme zittern, die Oberschenkel brennen, ein einzelner Meter kommt Susanne Wälte jetzt unendlich weit vor. Dass die 30-jährige Kölnerin ihren ersten steilen Anstieg auf dem Mountainbike unter den Augen ihrer Trainer absolviert, macht die Sache nicht entspannter. Druck auf das Hinterrad, nur nicht zu langsam werden, um das Gleichgewicht zu halten.

Seit genau fünf Stunden sitzt Wälte bereits im Sattel. Gemeinsam mit fünf Frauen und sieben Männern hat sie den Basis-Kurs der Reichshofer Mountainbikeschule „rock my trail“ auf dem Metabolon-Gelände gebucht. Korrekte Sitzposition, bremsen auf Schotter, enge und engste Kurven fahren, richtiger Blick nach vorn. Die beiden Guides Thomas Papp und Angela Weiche haben ihren Schützlingen aus Oberberg, Köln und dem Rheinisch-Bergischen alles beigebracht, was die für den Höhepunkt des Kurses brauchen – eine Runde auf der Cross Country-Strecke. 3,7 Kilometer rund um den Kegel, 65 Höhenmeter und ein 360-Grad- Blick über Schnellenbach, Hülsenbusch und Bomig bis zum Unnenberg und den Aussichtstürmen von Nümbrecht.

Susanne Wälte und ihr Lebensgefährte Paul Steinle (30), der drei Fahrradlängen hinter ihr am Hügel gegenüber dem Metabolon-Bistro schwitzt, wollen demnächst noch höher hinaus. Das Kölner Paar plant für den Sommer eine Tour durch die Alpen. Da sei gute Vorbereitung alles, nickt Wälte. Sekunden später schießt die Truppe auf dem schmalen Pfad bergab, verschwindet in Büschen und Ästen, die einen grünen Tunnel formen, der bald noch dichter wird.

Gleich dahinter ist der tiefste Punkt der Strecke erreicht, dort wartet dann das „Alpe d’Huez von Metabolon“, wie zwei Biker aus Bonn scherzen, die sich angeschlossen haben. In gefühlt unzähligen Serpentinen quälen sich die Teilnehmer durch Buchen und Birken, Geröll lässt den Hinterreifen immer wieder wegrutschen. Trotzdem halten alle durch und verschnaufen oben kurz. Jetzt schlägt die Stunde der Abfahrtspezialisten.

„Blick, Grundposition und Bremse, jetzt müsst ihr alles auf einmal anwenden“, ruft Guide Thomas Papp (23) aus Mittelagger an die Spitze der Gruppe. Bei der Gestaltung der Passagen haben sich Papp und seine Mitstreiter vom Waldbröler Verein „Steil bergab“, dem Betreiber der Strecke auf Metabolon, mächtig ins Zeug gelegt. Etliche kleine und große Hindernisse haben die Ehrenamtler im vergangenen Herbst angelegt, Sprungschanzen gilt es zu meistern, der Untergrund wechselt plötzlich auf Sand. Nahe des Pfads blöken Schafe. Wer noch unsicher ist, umfährt die schwierigsten Abschnitte, Profis beweisen dort, wie man auf engstem Raum das Hinterrad versetzt. Auf der Rückseite des Kegels, in Richtung Rommersberg, schlängelt sich die Gruppe ein letztes Mal durch Heidebüsche bergauf, um auf die finale Abfahrt ins Tal zu starten. Beide Hände an den Bremsen und gute Voraussicht sind hier absolute Pflicht – die Spuren des Vorgängers führen direkt ins mannshohe Ziergras und zeigen, was anderenfalls passieren kann.

Am Ende der Tour recken sämtliche Bike-Neulinge die Daumen nach oben. Dass alle den Parcours erfolgreich gemeistert haben, sei das größte Lob für einen Guide, nicken Thomas Papp und Angela Weiche anerkennend. Ausführlich beantworten beide noch Fragen rund um Rad und Ausrüstung. „Wir sind viel sicherer geworden, haben jetzt das Gefühl, eigenständig unterwegs sein zu können“, ziehen Susanne Wälte und Paul Steinle ein durchweg positives Fazit.

Keine zwölf Minuten braucht der aktuelle Rekordhalter für die Metabolon-Runde. Um Geschwindigkeit ging es dem Kölner Paar heute nicht. Noch nicht. Denn sie werden wiederkommen. (sfl)