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Im Detail
Ein Blick in den Waldbröler Königsbornpark

1 min
Eine von Bäumen gesäumte Wiese, darauf ein Mann.

Der Königsbornpark lädt mitten in Waldbröl zum Spaziergang ein.

Wie artenreich ist ein Stadtpark? In unserer Serie „Im Detail“ haben wir uns mit Unterstützung der Biologischen Station Oberberg eine innerörtliche Grünfläche genauer angesehen.

Ob in Lindlar, Wiehl oder Nümbrecht: Die oberbergischen Parks sind menschengemachte Natur. Deshalb aber aus ökologischer Sicht nicht weniger interessante Biotope. In unserer Serie „Im Detail“ hat sich Reiner Thies mit Unterstützung der Biologischen Station Oberberg eine Grünfläche genauer angesehen. Nämlich den Königsbornpark in Waldbröl, gelegen mitten in der Stadt, unterhalb des Buddhistischen Zentrums. Entstanden ist ein lehrreicher Bilderbogen.

Ein Mann mit Bart.

Der Mensch, hier vertreten durch Florian Schöllnhammer, sucht im Park Erholung. Der Landschaftsarchitekt und wissenschaftliche Mitarbeiter Schöllnhammer glaubt: „Der Park erinnert nicht zufällig an das Ursprungshabitat des Menschen: die halboffene Feuchtsavanne in Afrika. Das ist unser Lebensraum, hier fühlen wir uns wohl.“

Eichenrinde.

Die Eiche ist typisch für alte Parkanlagen, wo sie stattliche Größe erreichen kann. Kaum ein Baum bietet so vielen Arten Lebensraum, nämlich rund 1000. Dazu gehören natürlich das Eichhörnchen und der Eichelhäher, die sie im Namen tragen, aber auch viele auf ihre Rinde, Blätter und Früchte spezialisierte Käfer und Schmetterlinge.

Zwei Vögel auf einem Baum.

Die Saatkrähe ist eine Besonderheit des Königsbornparks. Hier findet sich die letzte oberbergische Kolonie, der Park ist darum besonders geschützt. Sie mag offenes, aber von Gehölzen bestandenes Wiesenland. Manchmal sind es zugewanderte, invasive Arten wie das Nutria in Wiehl oder die Kanadagans in Lindlar, die in Parks ein Refugium finden.

Blätter und eine Knospe.

Der Rhododendron stammt aus dem Himalaya, fühlt sich aber im Oberbergischen Land wegen des sauren Bodens und zuverlässigen Regens wohl. Der Mensch mag ihn als immergrünen Blütenstrauch. Sein ökologischer Nutzen ist aber gering. Kein Tier mag seine giftigen Blätter essen. Immerhin schätzen Hummeln Nektar und Pollen.

Ein Blütenzweig.

Die japanische Zierkirsche ist ein weiteres Beispiel für ein fremdes, blütenreiches Gewächs, von dem heimische Tierarten kaum profitieren. Aber sie richtet auch keinen Schaden an, weil sie sich nicht von selbst ausbreitet und andere Arten verdrängt. Und jeder Baum leistet einen Beitrag zum angenehmen Mikroklima in der Stadt.

Eine Fledermaus fliegt aus einem Loch heraus.

Die Zwergfledermaus braucht alte Bäume, in denen sie ein Quartier findet. Zudem mag sie die offenen Flächen des Parks, wo sie freie Flugbahn für die Insektenjagd hat. Und wenn diese durch nächtliche Beleuchtung verwirrt sind, werden sie erst recht zur leichten Beute. Somit ist die meistverbreitete europäische Fledermausart ein Kulturfolger.

Ein Eurasisches Eichhörnchen auf einem Baum.

Das Eichhörnchen findet im Park zum einen hohe Bäume, die häufig älter und mächtiger sind als die Exemplare im Wald und damit sowohl gute Nistmöglichkeiten und reichlich Nahrung wie Nüsse und Samen bieten. Zum anderen verachtet der Allesfresser auch nicht die Hinterlassenschaften des picknickenden Menschen.

Ein Vogel auf einem Ast.

Die Ringeltaube mag ebenfalls hohe Bäume und menschliche Nahrung wie die Reste vom Gebäck, die im Park den Speisezettel bereichern können. Anders als die in der Stadt verbreitete Felsentaube ist sie eigentlich ein Waldbewohner, treibt sich also nicht auf historischen Gemäuern herum und richtet mit ihrem Kot keinen Schaden an.

Eine Blüte im Gras.

Das Gänseblümchen ist nirgendwo so verbreitet wie in Parks. Es bevorzugt einen nährstoffreichen Untergrund, der regelmäßig gemäht wird, da sonst Gräser und Wildblumen das niedrige Blümchen überwuchern. Drumherum steht meist Deutsches Weidelgras, das in den Parks wegen seiner Trittverträglichkeit ausgesät wird.

Ein Vogel im Laub.

Die Amsel gehört mit ihrem abwechslungsreichen Gesang zur typischen Klangkulisse eines Stadtparks. Sie tritt hier häufig auf, weil die gepflegten Rasenflächen ihr einen reich gedeckten Tisch an tierischer Nahrung bieten: Bei jedem Schauer kommen Regenwürmer an die Oberfläche und lassen sich bequem absammeln.

Zwei Schmetterlinge auf einem Halm.

Das große Ochsenauge ist ein Generalist, das heißt, anders als andere, oft spezialisierte Schmetterlingsarten findet es in vielen Blüten Nahrung, seine Raupen essen viele verschiedene Gräser. Darum ist es in ganz Europa und darüber hinaus verbreitet und auch im Königsbornpark anzutreffen.