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Kommentar

Vielleicht nur ein Exempel
Kommentar zum Kölner Gerichtsurteil gegen die Stadt Waldbröl

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Im Juli 2023 war in Waldbröl der erste Spatenstich für den Ausbau des Breitbandnetzes getan. Damals war allein das Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ dafür zuständig. Und das könnte sich nun ändern. Auf dem Foto (von links): Jörg Ellerbrok (UGG), Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber und Fachbereichsleiter Jan Kiefer.

Im Juli 2023 war in Waldbröl der erste Spatenstich für den Ausbau des Breitbandnetzes getan. Damals war allein das Unternehmen „Unsere Grüne Glasfaser“ dafür zuständig. Und das könnte sich nun ändern. Auf dem Foto (von links): Jörg Ellerbrok (UGG), Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber und Fachbereichsleiter Jan Kiefer.

Hinter der Klage von Glasfaser Plus gegen das Waldbröler Rathaus könnte eine Strategie stehen, überlegt unser Redakteur Jens Höhner.

Ob das Unternehmen Glasfaser Plus in Waldbröl wirklich eigene Bagger anrollen lässt, ist völlig offen. Denn es scheint denkbar, dass die Kölner Telekom-Tochter an der Marktstadt ein Exempel statuieren und ein Urteil erwirken wollte, das andere Kommunen in Deutschland abschrecken soll und anderen Verweigerungen entgegenwirken, sofern sich dort ein Ausbau als profitabel erweist.

Aus Waldbröls Nachbargemeinde Morsbach dagegen hat sich Glasfaser Plus schon 2024 verabschiedet und dem Coesfelder Konkurrenten Muenet das Feld überlassen. Der hatte – ebenso wie UGG – zuvor zugesagt, auch entlegenere Dörfer ans schnelle Datennetz zu bringen, und das auf eigene Rechnung – also „eigenwirtschaftlich“, wie es immer so schön im Amtsdeutsch heißt.

Auch hätte Glasfaser Plus immer die Chance gehabt – und das beteuern die anderen Beteiligten immer wieder – gemeinsam mit der UGG das Glasfasernetz auszubauen und zum Beispiel vorhandene Leerrohre gemeinsam zu nutzen. Diese Einladung und auch die Einladung, dass UGG-Netz wenigstens zu nutzen, bestehe auch weiterhin, betont das Unternehmen auf Nachfrage.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Entgegenkommen nicht ausgeschlagen wird. Denn neue Baustellen an eigentlich fertigen Straßen, den Lärm, den Schmutz, den Stress – darunter sollte niemand leiden.