Grillkamine für den Garten sind ein großer Posten im Portfolio des 1989 gegründeten Betriebs. Der bringt nun einen eigenen Gasgrill auf den Markt.
Made in OberbergDas Familienunternehmen Buschbeck aus Waldbröl handelt mit „heißer“ Ware

Ein Mitarbeiter fertigt im Gewerbe- und Industriegebiet von Waldbröl-Hermesdorf gerundete Zwischen-Simse aus Beton für die bekannten Gartengrillkamine des Familienunternehmens Buschbeck.
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Erneut fällt der leicht feuchte Beton in die Form, er wird glatt gestrichen und unter Hochfrequenz verdichtet. Blitzschnell erhärtet das Material und wirft dabei keine einzige Blase. Danach entledigt sich das gepresste Teil seiner Schale, fertig ist der Sims. Wenige Handgriffe braucht es, um dieses Element herzustellen. In 13 Produktionsetappen wachsen in der Werkhalle der Firma Buschbeck „Alicante“, „Capri“, „Stockholm“ und auch „Verona“. Das sind Namen von 25 verschiedenen Grillkaminen insgesamt, die im Industrie- und Gewerbegebiet von Waldbröl-Hermesdorf produziert werden und sich von dort auf ihre Reise machen in deutsche und europäische Gärten.
Etwa 160 Kamine können an einem Tag und in zwei Schichten gefertigt werden. „Mehr als 45.000 Stück verlassen jährlich unser Gelände“, sagt Geschäftsführer Pierre Buschbeck. „Alle fünf Minuten können wir einen solchen Kamin fertigstellen und verpacken – Zubehör inklusive.“ Jener Sims dient im unteren Drittel als Ablage, darüber glimmt die Feuerglut.

Seniorchef Klaus Buschbeck erklärt im Showroom der Firma einen Gartenkamin. Dieses Produkt aus Waldbröl ist nicht nur in ungezählten deutschen Gärten zu finden, sondern auch in europäischen.
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Nach einer Trockenzeit von 14 Stunden wird die Ware gestapelt für den Transport. Seit etwa 15 Jahren gehören die Grillkamine zum Sortiment des Familienunternehmens, das nach eigenen Angaben jede Baumarktkette beliefert, für Discountmärkte Sonderposten herstellt und mit seinen Waren in Gartencentern und in den Katalogen der Versandhäuser vertreten ist. Und das nicht nur in 34 Ländern Europas, sondern auch in den USA und Kanada, in Australien und Neuseeland. Eigene Geschäfte oder Internetshops führt Buschbeck nicht, „Business to Business“, kurz B2B, heißt dieser Handel von Geschäft zu Geschäft.
Die Historie beginnt indes in Gummersbach mit den Steinbrüchen von Opa Otto und mit Fertigteilen aus Beton von Vater Klaus, bis sich dessen Sohn Klaus 1989 ebenfalls in die Selbstständigkeit wagt und in Hermesdorf sein eigenes Unternehmen ansiedelt, es ist eines der ersten dort. „Seither haben wir das große Glück, das nahezu jede unserer Ideen funktioniert hat“, erklärt der heute 69-Jährige bescheiden den Erfolg von Buschbeck. Dazu gehören seit Mitte der 1990er Jahre auch Kabelformsteine: Das sind graue Betonklötze, durch die Mobilfunkanbieter ihre Strippen ziehen. „Erste Kunden waren damals E-Plus und Mannesmann“, erinnert sich Klaus Buschbeck.

Geschäftsführer Pierre Buschbeck führt den den ersten eigenen Gasgrill aus dem Hause Buschbeck vor. Dieser kommt zu Beginn der neuen Grillsaison auf dem Markt und soll sich von den Produkten anderer Hersteller deutlich abheben.
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Heute steht sein 42 Jahre alter Sohn Pierre, ein gelernter Industriekaufmann, an der Spitze. Im Portfolio finden sind neben jenen Grillkaminen zudem Outdoor-Küchen, Feuerschalen jeder Art und Form sowie Gasgrills. Die brennenden Schalen seien inzwischen das Kerngeschäft, sagen die Buschbecks und nennen Zahlen: 250.000 Stück verkaufen sie nach eigener Auskunft im Jahr, 1000 davon gehen täglich rein und raus. Hergestellt werden sie für das Waldbröler Unternehmen zumeist in Deutschland, nur ein kleiner Teil dieser Ware kommt aus dem weiteren Europa.
Zu Beginn der neuen Grillsaison schickt Buschbeck den ersten eigenen Gasgrill aus Edelstahl im Premium-Sektor auf den Markt. „Vor zwei Jahren haben wir mit der Entwicklung begonnen, auch das elegante Design ist in Hermesdorf entstanden – zum Beispiel das Bedienfeld an der rechten Seite“, verrät Pierre Buschbeck. „Mit diesem Modell wollen wir uns von allen anderen Herstellern abheben.“ Gelingt das, folgt im kommenden Jahr ein zweiter Grill: Der steht schon im Schauraum, ist aber noch geheim.
Wenn der neue Geschäftsführer über seinen Job redet, dann spricht er nicht nur von einer stark wachsenden Branche, sondern auch von einem echten Traumberuf, seit 2002 ist im Familienbetrieb engagiert. Auf dessen rund 30.000 Quadratmeter großen Gelände in Hermesdorf haben derzeit 30 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz.
Doch Buschbeck will um rund 6000 weitere Quadratmeter wachsen: Dafür übernimmt die Firma an der Friedrich-Engels-Straße etwa das Gelände der benachbarten Autowerkstatt. Und wer den Google-Satelliten bemüht, der sieht schnell, wo Buschbeck angesiedelt ist: Die Bilder zeigen Kamin um Kamin in der markanten gelben Schutzhülle. Davon sind dort immer 12.000 Stück auf Lager.

