Schon die dichten Spinnenweben und ihre pechschwarzen achtbeinigen Besitzer mit dem fußballgroßen Körper am Zaun der Erzquell Brauerei ließen am Samstagabend erahnen, dass dahinter viel mehr als Bierfässer und Leergut wartete. Wo heute wieder eine Horde Gabelstapler die Lastwagen beladen wird, trafen am Halloween-Abend blutüberströmte Figuren auf glitzernde Gespenster, feierten Gestalten mit Scream-Masken gemeinsam mit dem Sensenmann.
Zweite Halloween-Party in der Ladehalle
Zum zweiten Mal funktionierte die Brauerei ihre große Ladehalle zum Treffpunkt für Oberbergs Gruselkabinett um. Dabei hatten die Veranstalter, Peter Piechaczek und Michael Paßberger, viel Mühe investiert, um möglicherweise sichtbare Türme von Bier-Paletten hinter schaurig-schöner Deko zu verbergen. Dem Duo ist das Brauerei-Gelände an der Bielsteiner Straße ja nicht fremd. Seit 2018 stellen Piechaczek und Paßberger am gleichen Ort die After-Zug-Party am Rosenmontag auf die Beine und sie zeichnen auch für das noch relativ neue Biergarten-Format verantwortlich. „Heute ist die Zielgruppe aber deutlich jünger, für unsere zweite Halloween-Party haben wir zwischen Bergneustadt und Engelskirchen geworben“, berichteten die Veranstalter am Samstag.
Rund 1500 Gäste feiern mit DJ Luke Ansel
Offenbar hatten die beiden zusammen mit der Brauerei die richtigen Knöpfe gedrückt. Schon am frühen Abend drängelten sich Feierwütige an der Schleuse des Sicherheitsdienstes – der Eintritt in die Ladehalle war ab 16 Jahren möglich. Ein paar Stunden später bildeten rund 1500 Halloween-Fans ein feierndes Knäuel, das von DJ Luke Ansel aus Olpe bestens unterhalten und einem Team aus rund 30 Helfern verköstigt wurde – und das die Veranstaltung im Wettstreit um die größte Halloween-Party im Oberbergischen ziemlich weit nach oben schraubte.
Küchenmesser und Narben
Dabei überzeugten die Bielsteiner Gäste nicht nur mit Masse, sondern auch mit kreativen und sehenswerten Kostümen, die Frauen noch einmal einen Tick mehr als ihre Begleiter. Bestes Beispiel: Dascha Meiger aus Gummersbach hatte sich eine Art Metzgerschürze angefertigt, auf der gleiche eine ganze Lache Blut davor warnte, sich mit ihr anzulegen. Wen das noch nicht genug abschreckte, durfte es spätestens beim Anblick des blutverschmierten Küchenmessers (aus Plüsch) verstanden haben. Ihr Gesicht hatte die Gummersbacherin mit gewaltigen Narben auf der Stirn und am Kinn „verziert“ und sich auch gleich ein blaues Auge verpasst.
Gespenst mit Hundedecke
Freund Maurice Seefeld war die Kostümierung dagegen praktischer und vor allem kurzfristig angegangen. „Ohne schickes Kostüm keine Party“, hatte Meiger ihrem Begleiter unmissverständlich klargemacht. Der wiederum griff zur alten Decke des Familienhundes, schnitt zwei Löcher für die Augen hinein und machte sich als Gespenst auf den Weg nach Bielstein. Dass der Beagle deshalb am Samstagabend frieren musste, verneinte das Paar lachend und überzeugend.
Erfolgreicher Abend endet gegen halb zwei
Gegen halb zwei in der Nacht drosselte DJ Luke die Lautstärke dann allmählich, für die Veranstalter endete so langsam ein erfolgreicher Abend. Und auch die Kostümiertem machten sich mit der Überzeugung auf den Heimweg, dass das scheinbar schlichte Bierlager in Bielstein viel viel mehr bieten kann. (sfl)

