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Eiserne HochzeitNach der Flucht fand er bei ihr in Wiehl seine Heimat

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Schwarz-weiß-Bild eines jungen Hochzeitpaars.

Vor 65 Jahren haben Werner und Ingrid Horlitz geheiratet.

Geboren in Niederschlesien, geflüchtet aus der DDR. Als Werner Horlitz 1957 die Merkausenerin Ingrid Fuchs kennenlernte, fand er sein Gück.

Im August 1957 verliebten sie sich ineinander, 1960 folgte die Verlobung, 1961 die Hochzeit. 65 Jahre später, am heutigen 4. August, feiern Werner und Ingrid Horlitz ihren Eisernen Hochzeitstag. Und die beiden sind noch immer unzertrennlich.

1957 lebte Werner Horlitz erst seit zwei Jahren in Wiehl-Merkausen, und hatte schon eine weite Reise hinter sich. Er war 1945 als Achtjähriger aus Niederschlesien über Umwege nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen. In Grabow verbrachte er seine Jugend- und Lehrjahr, bevor er 1955 aus der DDR in den Westen floh und bei Onkel und Tante im Oberbergischen Unterschlupf fand.

Ein älteres Ehepaar sitzt auf einer Bank.

Das Jubelpaar Werner und Ingrid Horlitz feiert mit Kindern und Enkelkindern.

Ingrid, geborene Fuchs, ist in Merkausen geboren und aufgewachsen, machte eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau und verbrachte wie es damals üblich war im Kreise der Dorfjugend ihre Freizeit. Dort begegnete sie im August 1957 dem Neuankömmling Werner, und es funkte zwischen den beiden. Auch die Zeit bei der Bundeswehr, die Werner in Koblenz und Münster verbrachte, konnte das Paar nicht entzweien. Nach seiner Rückkehr feierten sie 1960 Verlobung.

Kirchliche Trauung in Marienhagen

Ein Jahr später, an Werners 24. Geburtstag, Ingrid zählte damals 20 Jahre, wurde im Standesamt Denklingen und später kirchlich in Marienhagen geheiratet. Frisch vermählt bezog das Paar eine Wohnung in Marienhagen, 1966 verwirklichten sie sich dann den Traum vom Eigenheim in der Nähe von Ingrids Elternhaus, Werner als gelernter Maurer packte bei Bau mit an. Dort lebt das Ehepaar bis heute, in direkter Nachbarschaft zu den Söhnen Uwe und Ingo. Diese erblickten im August 1962 und Oktober 1963 das Licht der Welt. Heute haben sie selbst Kinder: Die drei Enkeltöchter und ein Enkelsohn bringen viel Freude in das Leben der Jubilare.

Neben der beruflichen und familiären Verantwortung und regelmäßigen Urlauben bei der Familie in der ehemaligen DDR bleib für Werner und Ingrid Horlitz auch Zeit für das Vereinsleben. So gehören sie zu den Gründungsmitgliedern des Dorfvereins Merkausen und haben 40 Jahre lang bei den „Merkeser Holzfällern“ gekegelt. Von 1956 an war Werner aktiv im MGV Alferzhagen-Merkausen „Dieses Jahr bin ich seit 70 Jahren aktives Mitglied, heute ist es ein gemischter Chor“, erklärt der 89-Jährige.

Ein Hobby der 85-jährigen Ingrid ist es, Erinnerungen in Fotoalben festzuhalten. So habe sie es mit dem goldenen und diamantenen Hochzeitsjubiläum gehalten, so werde sie es auch mit dem Eisernen Hochzeitstag machen, sagt die Braut und lacht. Dieses Jubiläum wird das Paar mit der Familie mit einer Kaffeetafel im Dorfhaus feiern.


Was sie sich noch wünschen

Auf die Frage, was sie einander schätzen, antworteten beide wie aus einem Munde: „Das gegenseitige Verständnis füreinander. Der eine ist immer für den anderen da, in guten und in schlechten Zeiten.“   Und was sie sich für die Zukunft wünschen? „Natürlich dass wir noch lange genug gesund bleiben und wir diese Zeit gemeinsam verbringen können“, sagt Werner Horlitz, und Ehefrau Ingrid ergänzt: „Und das in unseren eigenen vier Wänden. Wir sind froh, dass wir unsere Söhne in der Nähe haben und sie uns wenn nötig unterstützen.“