StädtepartnerschaftWiehl feiert langjährige Freundschaft mit Jokneam in Israel

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Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker (3.v.r.) begrüßte die von seinem Amtskollegen Simon Alfasi (2.v.r.) angeführte Delegation. Mit dabei auch Stückers Vorgänger, Werner Becker-Blonigen (3.v.l.).

Die ersten Kontakte zwischen Wiehl und Jokneam in Israel wurden schon vor 50 Jahren geknüpft.

Mit der Freundschaft sei es wie mit altem Wein, bemerkte Jokneams Bürgermeister Simon Alfasi in Bielstein: „Je älter sie ist, umso besser wird sie.“ Zur Feier der 30-jährigen Partnerschaft zwischen den Städten Wiehl und Jokneam im Norden von Israel war er mit einer vierköpfigen Delegation nach Deutschland gekommen. Auf dem Programm des Jubiläumsbesuchs standen neben dem Festakt im Bielsteiner Burghaus auch der Besuch des Düsseldorfer Medienhafens und der Altstadt in Köln, ein Rundgang durch Wiehl, eine Besichtigung des dortigen Unternehmens Bergische Achsen sowie eine Exkursion nach Rhöndorf ins Konrad-Adenauer-Haus.

Die Freundschaft zwischen Wiehl und der Stadt Jokneam am Fuße des Karmelgebirges wurde bereits vor 50 Jahren geknüpft. „Ich erinnere mich gerne an meinen verstorbenen Freund Wilfried Bergerhoff, der als damaliger Bürgermeister den Grundstein dafür mitgelegt hat“, sagte Alfasi beim Festakt im Burghaus. Offiziell begründet wurde die Städtepartnerschaft im Jahr 1991, doch da ihr 30. Geburtstag eigentlich 2021 mitten in der Pandemie mit ihren Reisebeschränkungen anstand, wurde die Feier nun kurzerhand nachgeholt.

Zwangspause durch Corona

Nach der durch Corona erzwungenen Pause solle der Kontakt nun verstärkt ausgebaut werden, darin war sich Judith Dürr Steinhart, die Vorsitzende des Vereins „Freundeskreis Wiehl/Jokneam“, mit Wiehls Bürgermeister Ulrich Stücker und der Delegation aus Israel einig: „In die intensiven Kontakte sollen vor allem junge Menschen aus Schulen, aus Musik, Kunst und Sport einbezogen werden.“ Und dabei sei die Entfernung über 4200 Kilometer angesichts der heutigen Technologien kein großes Hindernis mehr, ergänzte Bürgermeister Ulrich Stücker. „Verbindungen können intensiv über das Internet geknüpft und gehalten werden“, bekräftigte er beim Festakt.

„Freundschaft wird von Menschen gelebt“

Beim Ausbau dieser Technologien ist die Stadt Jokneam ein Vorreiter. „Derzeit sind bei uns etwa 180 Start-ups angesiedelt, und die haben vor allem eine Menge junge Menschen in unsere Stadt geholt“, berichtete in Bielstein Jokneams Bürgermeister Simon Alfasi. Ob Online oder bei analogen Besuchen: „Eine Freundschaft wird von Menschen gelebt, sie kann nicht von oben angeordnet werden“, meinte Alfasi. Er würdigte daher vor allem die Motoren der Städtepartnerschaft: „Neben den früheren Bürgermeistern Wilfried Bergerhoff und Werner Becker-Blonigen ist das vor allem Gerhard Hermann vom Freundeskreis, dem wir für sein Engagement sehr danken.“

Tiefe Wunden heilen

Von den derzeit vier Städtepartnerschaften, die die Stadt Wiehl unterhält, ist die Partnerschaft mit Jokneam die älteste. „Sie wurde geschlossen, um die alten und tiefen Wunden zu heilen, die der Nationalsozialismus geschlagen hat“, sagte Bürgermeister Stücker in seiner Festrede. In Zukunft wünschen sich die beiden Städte nun vor allem einen fruchtbaren Austausch über aktuelle Entwicklungen bei Städteplanung, Klimaschutz und der Anwendung neuer Technologien. Der nächste Besuch dafür ist bereits geplant: Ende Juni erwartet Wiehl eine 17-köpfige Gruppe aus Jokneam für den weiteren und intensiven Austausch.

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