Wipperfürth – Mit Hammerschlägen und dem Einsatz einer Rohrzange ist ein Geschwisterstreit in Wipperfürth eskaliert. Das Amtsgericht Wipperfürth verurteilte jetzt einen 25-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung, weil er auf seinen Bruder losgegangen war.
Im Januar hatte der Mann seinen Bruder (19) in der gemeinsamen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit den Werkzeugen verletzt. Der Jüngere wurde an Nase und Rücken, sowie an Armen und Händen verletzt – letztere seien „typische Abwehrverletzungen“, wie der Staatsanwalt betonte.
Vor Gericht räumte der Angeklagte einen Schlag mit dem Hammer ein. Die Zange habe er aber nicht eingesetzt. Die Attacke sei ein großer Fehler gewesen, den er tief bereue. Allerdings habe der Jüngere ihn zuvor massiv provoziert.
Streit in der gemeinsamen Wohnung der Brüder
Der Bruder verzichtete in der Hauptverhandlung auf sein Zeugnisverweigerungsrecht, er belastete den Angeklagten. Allein „30 bis 50 Hammerschläge“ habe der Ältere ausgeführt. Bis heute leide er unter dem Angriff, wache nachts deshalb häufig auf.
Das Amtsgericht folgte mit seinem Urteil schließlich dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Weder sei glaubhaft, dass nur ein einziger Schlag passiert sei, noch, dass sie in der von dem Opfer dargestellten Anzahl erfolgten, sagte der Vorsitzende Richter.
Der Angeklagte habe mit den Werkzeugen Gegenstände von erheblicher Gefährlichkeit verwendet. Andererseits sei ein minder schwerer Fall anzunehmen, weil das Opfer provoziert habe. Allerdings: „Die Provokationen waren Auslöser, aber keine Rechtfertigung für die Schläge“, so das Gericht.
