Abo

Abriss und NeubauWipperfürther Rat beschließt Bau einer Unterkunft für 55 Menschen

3 min
Ein Haus in der Lenneper Straße 32 in Wipperfürth.

Als „abgängig“ stuft die Stadt Wipperfürth das Haus Lenneper Straße 32 ein. Es soll nun abgerissen werden und Platz machen für einen Neubau.

Die heruntergekommene Unterkunft für Obdachlose und Geflüchtete an der Lenneper Straße 32 soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Die heruntergekommene Unterkunft für Obdachlose und Geflüchtete an der Lenneper Straße 32 (wir berichteten) soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Einstimmig votierte der Rat für eine entsprechende Verwaltungsvorlage. Die voraussichtlichen Kosten für Abriss und Neubau beziffert die Stadt auf 4,85 Millionen Euro. Die AfD hatte im Fachausschuss noch gefordert, eine Sanierung des Altbaus prüfen zu lassen, denn es handele sich ja „nur“ um eine Unterkunft für Geflüchtete. Nach einer Besichtigung des Gebäudes, an der auch die AfD-Fraktionsvorsitzende Sabine Förster teilgenommen hatte, nahm die AfD diese Forderung jetzt zurück.

Vorgesehen ist ein dreigeschossiger Neubau in einfacher Bauweise

Vorgesehen ist ein dreigeschossiger Neubau in einfacher Bauweise, der aus 26 Quadratmeter großen Mikrowohnungen für bis zu zwei Personen besteht, jeder Wohnung ist mit eigener Dusche/WC und Kochzeile ausgestattet. Die Unterkunft soll Platz bieten für bis zu 55 Personen. Die Stadt will dieses Gebäude zunächst nutzen, um Geflüchtete und Obdachlose unterzubringen. Der Neubau soll flexibel geplant werden, um die Kleinstwohnungen – eventuell durch das Zusammenlegen zweier Wohneinheiten – zu seinem späteren Zeitpunkt auch dem allgemeinen Wohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen. Für das Baugenehmigungsverfahren rechnet die Stadt mit einer Dauer von einem Jahr, bis zur Fertigstellung mit weiteren eineinhalb Jahren.

Die neue Unterkunft soll nicht nur das marode Gebäude Lenneper Straße 32 ersetzen, sondern auch das Haus Gaulstraße 11 und die Containerunterkunft an der Bahnstraße 21. Denn hier steht die Stadt bei den Anwohnern im Wort. Sie hatte     nach anfänglichem Widerstand zugesichert, die dortige Unterkunft nur für fünf Jahre zu nutzen. Mit dem jetzt vorgelegten Zeitplan kann die Zusage eingehalten werden. Was aus den Containern an der Bahnstraße wird und wie das Grundstück Bahnstraße 21 künftig genutzt werden kann, ist noch offen.

Vor allem für die Unterbringung geflüchteter Familien, unter anderem aus der Ukraine, hat die Stadt Wipperfürth aktuell 70 Wohnungen angemietet, neun davon stehen zur Zeit leer, drei müssen umfangreich renoviert werden. Auf Anfragen von AfD und CDU teilte die Verwaltung mit, dass in diesen Wohnungen aktuell 270 Menschen leben. Für 200 von ihnen wird die Miete vom Jobcenter bezahlt, nicht von der Stadt. Dennoch hofft die Verwaltung, dass sie künftig einen Teil dieser Mieter in der neuen Unterkunft unterbringen kann. Denn die Kleinstwohnungen wären im Betrieb deutlich wirtschaftlicher.

Ob die Zahl der Geflüchteten, die Wipperfürth aufnehmen muss, in den kommenden Jahren sinkt oder nicht, ist offen. Geht sie weiter zurück, dann könnte die Stadt auch das ehemalige Postamt an der Bahnstraße 7 – eine weitere Unterkunft – räumen und das Gebäude entweder anderweitig nutzen oder es, wie berichtet, abreißen lassen.

Andrea Münnekehoff, Fraktionssprecherin der Grünen, lobte die offene Diskussion zu diesem sensiblen Thema unter den „demokratischen Parteien – wir sind nicht auf Polemik hereingefallen. Davon können sich höhere Ebenen eine Scheibe abschneiden“, befand sie.