Den ganzen Monat lang wird der Geburtstag des Doppel-Archivs in Wipperfürth gefeiert.
AusstellungWipperfürth-Hückeswagener Stadtarchiv wird zehn

Freuen sich auf viele Reaktionen auf die Ausstellung: die beiden Archivarinnen Esther Klein (l.) und Sarah Zeppenfeld (r.).
Copyright: Wolfgang Weitzdörfer
Zehn Jahre ist es her, dass die beiden Städte Hückeswagen und Wipperfürth ihre Archivalien gebündelt an einen Ort gebracht haben – in die leerstehenden Räumlichkeiten der ehemaligen Förderschule Alice-Solomon-Schule an der Michaelstraße 2 in Wipperfürth.
2016, so erinnert sich Archivarin Sarah Zeppenfeld schmunzelnd zurück, habe es doch einigen Gegenwind aus der Schloss-Stadt gegeben. Davon sei nun aber nichts mehr übrig. „Wir haben die Zweifler durch unsere Arbeit überzeugt“, sagt sie. Grund genug, das zehnjährige Bestehen des gemeinsamen Archivs mit einer besonderen Aktion zu feiern. Die wird den ganzen Monat September über andauern und, wie Sarah Zeppenfeld und ihre Kollegin Esther Klein hoffen, einige Resonanz von den Bewohnern beider Städte ergeben.
Die erste Idee war es, sie in den beiden Rathäusern zu präsentieren – allerdings wird ja in Hückeswagen derzeit das Schloss umgebaut.
Die Idee ist dabei ganz simpel gewesen. „Wir wollten nicht einen normalen Tag der offenen Tür veranstalten, bei dem die Menschen zu uns kommen“, sagt Sarah Zeppenfeld. Im Grunde genommen ist es nun andersrum – das Archiv geht zu den Menschen und in die Öffentlichkeit. Mit einer Ausstellung, die den Namen „Bergische Nachbarn“ trägt. Esther Klein, die seit Februar 2025 im Stadtarchiv angestellt und für die Hückeswagener Archivalien zuständig ist, erklärt die Genese der Ausstellung. „Die erste Idee war es, sie in den beiden Rathäusern zu präsentieren – allerdings wird ja in Hückeswagen derzeit das Schloss umgebaut. Dann hatten wir die Idee, die leerstehenden Geschäftsräume in den Städten zu nutzen“, sagt sie. Von dort sei es dann nicht mehr weit bis zur letztlichen Idee gewesen. „Wir haben die Händler angesprochen, ob wir in ihren Schaufenstern ausstellen dürfen“, sagt Esther Klein.
Doch was gibt es eigentlich zu sehen? „Wir haben im Archiv einen großen archivalischen Schatz liegen, die rund 50.000 Glasplattennegative des ersten Wipperfürther Fotografen Theodor Meuwsen und seines Nachfolgers Emil Hardt“, sagt Sarah Zeppenfeld. Die Sammlung, die jahrzehntelang unbemerkt auf einem Dachboden in Wipperfürth gelegen hatte, ist 2010 von Emil Hardts Enkel Hans-Udo Wiegardt an den Heimat- und Geschichtsverein (HGV) übergeben worden. Der Verein kümmert sich um die Digitalisierung der Platten, die in unterschiedlichen Formaten vorliegen, die kleinsten sechs mal neun Zentimeter groß, die meisten im Format 16 mal 24 Zentimeter, aber auch einige in DIN A3.
„Es ist ein echter Schatz. Der HGV hat bereits einige der Bilder digitalisiert und veröffentlicht, allerdings meist die ,prominenten Gesichter’ irgendwelche Unternehmer oder Politiker – wir haben uns den unbekannten Personen, von denen es unglaublich viele gibt, gewidmet“, sagt Sarah Zeppenfeld.
Wir wollen damit auch die Menschen in beiden Städten erreichen und ihnen unsere Arbeit zeigen, ohne dass sie auf Öffnungszeiten angewiesen sind.
Die beiden Archivarinnen haben sich Anfang des Jahres an die Arbeit gemacht, um die Geschichten hinter den Personen zu recherchieren – was nicht immer ganz einfach war. „Wenn etwa eine ,Frau Schmitz mit Kind’ vermerkt ist, dann ist es nicht einfach, mehr über diese Person herauszufinden. Wir haben schon einige Zeit in die Recherche gesteckt“, sagt Esther Klein. Es sei allerdings eine sehr befriedigende Arbeit gewesen. 104 Bilder, davon 72 aus Wipperfürth, haben die beiden auf diese Weise bearbeitet.
„Wir wollen damit auch die Menschen in beiden Städten erreichen und ihnen unsere Arbeit zeigen, ohne dass sie auf Öffnungszeiten angewiesen sind“, sagt Zeppenfeld. Und nicht zuletzt wollen die Archivarinnen auch deutlich machen, dass Archivarbeit nicht nur Staub und trockene Akten bedeutet – sondern vor allem Geschichten und Menschen. „Sie sind den ganzen September über zu sehen, das haben wir auch wegen der beiden Stadtfeste in Hückeswagen und Wipperfürth so beschlossen“, sagt Esther Klein.
Teilnehmer
Die teilnehmenden Geschäfte in Wipperfürth befinden sich an der Unteren Straße, der Marktstraße, dem Marktplatz, der Hochstraße und An der Stursbergs Ecke. In Hückeswagen sind es die Islandstraße, die Bahnhofstraße, der Etapler Platz und die Peterstraße.
In Wipperfürth nehmen teil: Augenoptik Walter Kleinhans, Jacobs – The Concept Store, Optik Bruder, Optik + Goldschmiede Josef Riefs, RI:KE, Buchhandlung Colibri, New Sox Sportive, Traumstube, Weltladen, Bergische Buchhandlung, Kreissparkasse, Lejule, Photo Heuser, Schuhhaus Flosbach, Wäschestudio Dalia, West Apotheke und Cosmas Apotheke.
