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Kommentar

„Gefährliches Exempel“
Ein Kommentar zur Kita-Entscheidung in Wipperfürth-Thier

Ein Kommentar von
1 min
Zu sehen ist die Katholische Kindertagesstätte St. Anna in Thier.

Eltern, Stadt und Kirche haben nun ein Jahr länger Zeit, um die Zukunft des Kindergartens St. Anna in Wipperfürth-Thier zu planen.

Thier hat erfolgreich gekämpft. Aber die Entscheidung dort wird auch andernorts Begehrlichkeiten wecken, fürchtet Redakteur Florian Sauer. 

Die Thierer haben zusammengehalten und sich eine Verschnaufpause erkämpft. Das sei ihnen gegönnt, vor allem den Kleinen, die weiter mit den Nachbarskindern in die Kita gehen und nicht am anderen Ende der Stadt.

Ausbau der Kreuzberger Grundschule, aber Rückbau des Kindergartens?

Trotzdem haben Stadt und Kirche ein gefährliches Exempel gesetzt, denn die Thierer Lösung wird andernorts Begehrlichkeiten wecken. „Wir sind kein Stadtgebiet, wir sind ein Kirchdorf!“, hieß es am Montag auf der Thier.

Das sieht man in Kreuzberg genauso und auch dort ziehen alle Eltern-Argumente. Mehr noch: Die Kreuzberger hinterfragen, warum man ihre Grundschule für viel Geld ausbaut und parallel den Kindergarten gleich nebenan eindampft.

Auch wenn „die Dinge in Kreuzberg anders liegen“ mögen, wie Bürgermeisterin Anne Loth betont: Alles andere als die gleiche Rolle rückwärts wie in Thier wird in Kreuzberg für viel Ärger sorgen.