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PläneWipperfürther Schulcampus mit Fassade aus Holzschindeln und Tiefgarage

3 min
Ein Plan des Schulcampus.

Die Ansicht zeigt einen Teil der Realschule (l.) und rechts das Forum, das von beiden Schulen genutzt werden soll.

Geplanter Schulcampus: Wipperfürther Politik entscheidet über Gestaltung, Heizung, Lüftung und Parken

Die ersten Gebäudeteile der alten Konrad-Adenauer-Hauptschule auf dem Mühlenberg sind schon abgerissen. Am gleichen Standort will die Hansestadt Wipperfürth einen neuen Schulcampus für die marode Haupt- und die benachbarte Hermann-Voss-Realschule errichten. Dafür nimmt die Stadt richtig viel Geld in die Hand – nach derzeitigem Stand wird sie 82,6 Millionen Euro investieren, und noch einmal 3,84 Millionen Euro für eine Tiefgarage mit 48 Stellplätzen. Pro Stellplatz wären das 80.000 Euro. Dienstagabend traten Bau- und Schulausschuss zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, um wichtige Eckpunkte der Planung zu konkretisieren. Klaus Legner vom Büro h4a Architekten und Maximilian Kronenberg vom Ingenieurbüro Krawinkel stellten Einzelheiten vor.

Konstruktion und Fassade

Die Planer hatten drei mögliche Varianten untersucht: eine Basisvariante mit Stahlbeton-Skelett und Holzfassade, eine massive Bauweise mit Klinkerfassade und ein Holzhybridbau mit Holzfassade.   Dis Basisvariante schneidet vergleichsweise am günstigsten ab und ermöglicht eine hohe Flexibilität der Raumaufteilung. Für die Fassaden sehen die Planer Holzschindeln aus Lärche vor, die sich mit hellen Alu-Holz-Fenstern kombinieren lassen. Die AfD lehnt diese Lösung ab und bezweifelte die Langlebigkeit der Holzschindeln. Alle anderen Fraktionen stimmten dafür und lobten die vorgeschlagene Gestaltung.

Heizung und Lüftung

Der Campus soll als nachhaltiges Bauvorhaben realisiert und zertifiziert werden. Das ist Voraussetzung für eine öffentliche Förderung – gerechnet wird mit 2,4 Millionen Euro. Fossile Brennstoffe scheiden damit aus. Die Planer haben mehrere Varianten mit Wärmepumpen analysiert und empfehlen eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden und einer Fotovoltaik-Anlage, zumal sie erlaubt, die Gebäude im Sommer zu kühlen. Ein Anschluss des Campus an ein künftiges städtisches Fernwärmenetz würde zwar geringere Investitions- und Wartungskosten verursachen, die Verbrauchskosten wären aber höher. Einstimmig votierte der Ausschuss auch für die vorgeschlagene Lüftungsanlage mit einer Teilklimatisierung. Im Gegensatz zu einer Vollklimatisierung – die rund 1 Million Euro teurer wäre – wird hier darauf verzichtet, die zirkulierende Luft zu ent- oder befeuchten.

Tiefgarage

Strittig bleibt die von der Verwaltung vorgesehene Tiefgarage unter der neuen Realschule, vor allem wegen der hohen Kosten. Insgesamt müssen am Campus 123 Pkw-Stellplätze nachgewiesen werden – auch für die Voss-Arena.   Uwe Mennicken (FDP) hat die Sorge, dass sich die Tiefgarage zu einem Treffpunkt für Kriminelle entwickeln könne. Er schlug vor, auf den Bau zu verzichten und stattdessen auf dem Parkplatz am nahen Hallenbad eine Parkpalette zu errichten. Die fußläufige Entfernung von dort zum Schulzentrum sei zumutbar.

Eine Argument, das andere Politiker nicht teilten – sie verwiesen dabei auch auf den Aspekt der Barrierefreiheit. Das Hauptargument der Verwaltung: Ohne Tiefgarage müsse man eine 780 Quadratmeter große Außenfläche als Parkplatz nutzen, eine Grünfläche, die den Schülern dann verloren gehe. Bürgermeisterin Anne Loth ergänzte, dass man eine Parkpalette vor dem Hallenbad vielleicht zusätzlich brauchen werde, denn der Verkehr nehme weiter zu.

Die AfD lehnt die Tiefgarage ab. „Vier Millionen sind vier Millionen, es gibt dringendere Aufgaben in der Stadt“, sagte Sabine Förster, Fraktionsvorsitzende der AfD. Laut Verwaltung werden die Kosten der Tiefgarage vom Architekturbüro noch geprüft. Mit großer Mehrheit stimmten die Ausschussmitglieder für die Tiefgarage, der Haupt und Finanzausschuss hat kommende Woche das letzte Wort.