Nach drei Jahren hat die Konrad-Adenauer-Hauptschule jetzt wieder eigene Fachräume für Physik und Chemie.
SchlüsselübergabeWipperfürther Hauptschule hat wieder eigene Fachräume

Die symbolische Schlüsselübergabe mit Vertretern aus Verwaltung, Politik, der Schulen und der Firmen.
Copyright: Stefan Corssen
Viele fröhliche Gesichter gab es am Montagmorgen am Schulcampus an der Ostlandstraße. Nicht wegen der nahen Schulferien, sondern wegen der Schlüsselübergabe für ein neues, in Rekordzeit errichtetes Schulgebäude.
Im Januar 2026 wurden die Fundamente für die naturwissenschaftlichen Fachräume der Konrad-Adenauer-Hauptschule (KAH) errichtet. Nach den Sommerferien findet dort der Chemie- und Physikunterricht für die aktuell 250 Hauptschüler statt. Später soll auch die Hermann-Voss-Realschule davon profitieren.
Bauzeit von sechs Monaten
Die Firma Fagsi, spezialisiert auf mobile Gebäude, hatten den aus 17 Containern bestehenden provisorischen Bau auf dem Grundstück der Realschule errichtet, die Firma Hohenloher war für die Inneneinrichtung und die technische Ausstattung verantwortlich.
Weil von vorneherein feststand, dass die Fachräume nur so lange stehen blieben, bis der geplante neue Schulcampus auf dem Mühlen Anfang der 30er Jahre in Betrieb geht, wurde auf die Installation von Gasleitungen verzichtet. Stattdessen werden sogenannte „mobile Medienbuddys“ eingesetzt (siehe unten), die mit in den Neubau umziehen sollen.
Baukosten wurden unterschritten
Bürgermeisterin Anne Loth dankte allen Beteiligten: Den Baufirmen, dem städtischen Gebäudemanagement, das das Projekt betreute, der Politik, die das Projekt unterstützt hat, und den beiden Schulleitern Wolfgang Beilfuß von der KAH und Claudia Deichsel von der Realschule. Die Hauptschule hatte drei Jahre lang ohne eigene naturwissenschaftliche Fachräume auskommen müssen, Schüler und Lehrkräfte mussten hin- und herziehen. „Ein Karussell von Schuljahr zu Schuljahr“, wie auch Loth befand.
Damit soll es jetzt vorbei sein – oder zumindest fast – denn für den Hauswirtschaftsunterricht ist die Hauptschule weiterhin auf die Küche im Haus der Familie auf dem Klosterberg angewiesen. Renate Brüning, die Leiterin der Gebäudemanagements, und Projektleiterin Anica Brüser erklärten, man habe nicht nur die Bauzeit eingehalten, sondern auch noch die Baukosten um 150.000 Euro unterschritten. Ursprünglich waren Kosten von 1,9 Millionen Euro kalkuliert worden.
Wie geht es jetzt mit dem Campus-Neubau weiter? Der erste Teil der Hauptschule steht bereits leer und soll demnächst abgerissen werden. Die Vorentwürfe für den Neubau liegen vor, im Herbst muss die Wipperfürther Politik über viele Details entscheiden: Wie soll das künftige Schulzentrum beheizt werden? Ist eine Tiefgarage nötig, und bekommen die Gebäude eine Lüftungsanlage? Auch über Hitzeschutz und Klimaanlage wird man diskutieren. Erst wenn diese Punkte entschieden sind, lassen sich genauere Kostenangaben machen.
Der Campus soll in zwei Bauabschnitten errichtet werden. Geht alles glatt, könnte der erste Abschnitt 2029, der zweite im Jahr 2031 in Betrieb gehen.
Eine Besonderheit der beiden neuen Fachräume für Chemie und Physik: Beide sind mit „mobilen Medienbuddys“ ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine Erfindung des Schulausstatters Hohenloher. Die Buddys sehen ein wenig aus wie fahrbare Zapfsäulen.
Im Inneren verbergen sich eine austauschbare Gaskartusche und ein Akku – der Buddy liefert Gas und Strom, die die Schülerinnen und Schüler für eigene Experimente benötigen. Sie sind fahrbar, damit flexibler einsetzbar und untereinander per Funk gekoppelt. Die Buddys mit einem Stückpreis zwischen 9.000 und 12.000 Euro werden aus dem jetzigen Fachraum-Provisorium in den neuen Schulcampus mit umziehen.
