Rund 2150 Läufer gehen beim Wipperfürther Stadtlauf an den Start. Beim Jubiläum sorgen auch die Zuschauer für Stimmung.
20. Stadtlauf in WipperfürthMehr als 2000 Läufer gingen an den Start

20260920_Stadtlauf Wipperfürth_ Wolfgang Weitzdörfer
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Nicht wenige Läufer sagen, dass ihre Lieblingsdistanz die zehn Kilometer sind. Lang genug, um sich zu fordern und auch zu verausgaben, nicht lang genug, um die Beine zu zerstören. Insofern ist der Hauptlauf beim diesjährigen Jubiläums-Stadtlauf, seit 20 Jahren der Auftakt zum Wipperfürther Stadtfest am Freitagabend, eine wunderbare Gelegenheit, das wieder einmal im unvergleichlichen Rahmen einer organisierten Laufveranstaltung anzugehen.
Die Rahmenbedingungen sind perfekt, milde 15 Grad, die letzten Sonnenstrahlen, die Schuhe sind geschnürt und um 19.45 Uhr geht es auf die Strecke, zusammen mit rund 300 Gleichgesinnten, die ihrerseits die 10.000 Meter hinter sich bringen wollen, möglichst in der ganz persönlichen Bestzeit.
Vom Kita-Kind bis zum Rentner
Insgesamt sind am Freitagabend rund 2150 Läuferinnen und Läufer, die rund 200 Kita-Kinder sind da noch gar nicht eingerechnet, auf den unterschiedlichen Distanzen unterwegs, eine mehr als eindrucksvolle Zahl, gerade für eine relativ kleine Veranstaltung. Und die Läufer kommen auch durchaus von weiter her in die Hansestadt - bei den Nachmeldungen ist gar ein Läufer aus Magdeburg dabei gewesen.
Es ist also ein Stadtlauf, bei dem die Teilnehmer vom Kita- bis zum Rentenalter an den Start gehen. Aber es gibt immer auch einen Benefizlauf, in diesem Jahr mit 14 Teilnehmern. Darunter ist auch Melanie Burger, die Direktorin des EvB-Gymnasiums, die bei sich in der Schule die Werbetrommel gerührt hat. „Ich habe auch beim Bauzentrum Blechmann geworben. Aber jeder Cent ist wichtig, außerdem ist es mir ein Anliegen, als Schulleiterin und Lehrerin mit gutem Beispiel voranzugehen“, sagt sie.
9000 Euro beim Benefizlauf gesammelt
Mario Moritz ist Bürgermeister der Nachbarstadt Hückeswagen, wohnt aber in Wipperfürth – und hat für seine Teilnahme am Benefizlauf trainiert: „Einmal, auf dem Laufband“, sagt er lachend. Spenden hat er vor allem in der Nachbarschaft gesammelt. Am Ende ist die stolze Summe von 9000 Euro zusammengekommen, die unter dem Start-Projekt der Ökumenischen Initiative und den WippKids aufgeteilt wird.
Vor dem Hauptlauf startet der 4,4-Kilometer-Jedermannlauf. Der Start ist, wie meist bei Laufveranstaltungen der Fall, etwas chaotisch. Zumal dann, wenn es etwas eng ist wie in Wipperfürth. Auf den Weg geschickt werden die rund 400 Läufer per Konfetti-Kanone – ein bunter Startschuss.
Applaus gibt Kraft für die letzten Runden
Beim 10.000-Meter-Lauf ist es dann die klassische Pistole, die uns auf die Strecke schickt. Schnell sortiert sich das Feld, es ist ein schneller Lauf, der gleich sieben Mal über den Rundkurs über Hohe Straße und Untere Straße in Richtung des Zieleinlaufs auf dem Marktplatz führt. Und es geht auch schnell los, direkt vielleicht ein bisschen zu schnell, aber das ist bei Laufveranstaltungen oft so. Hoffentlich rächt sich das am Ende nicht.
Was bemerkenswert ist, ist die Begeisterungsfähigkeit des Publikums. Gerade die kleinen Besucher am Streckenrand feuern jeden an, die Hände zum Abklatschen sind oft genug ausgestreckt. Das gibt dem Läufer durchaus Kraft, wenn bei Runde sechs dann doch die Beine ein wenig schwerer werden – und man weiß, dass der Erstplatzierte Simon Dahl schon länger im Ziel ist und sich die Bananenhälften am Versorgungsstand schmecken lässt.
Aber egal, jede Pace ist eine gute, der Wettbewerb ist sicherlich Teil des Ganzen, aber der Lauf ist das Ziel. Und es ist schon so, immer wieder driften die Gedanken bei den langen Strecken ab, ist man ganz bei sich, bei allem Trubel rund um einen herum. Und wenn es dann auch langsam dunkel wird, wird die Szenerie noch eindrucksvoller, viele Lichter im Publikum, das Geschehen auf der großen Marktplatz-Bühne bekommt man nur am Rande mit, Schritt für Schritt kommt man dem Ziel näher – und wenn man dann nach Runde sieben links auf den Marktplatz einbiegt, statt rechts runter an der Marktkirche vorbei auf den Rundkurs, dann macht sich diese unvergleichliche Befriedigung breit, es wieder einmal geschafft zu haben.
Und zwar nicht in der Bestzeit, wohl aber in einer besseren als üblich. Das Ziel, unter einer Stunde zu bleiben, ist erreicht. Die Banane schmeckt, die Medaille hängt um den Hals. Die Zufriedenheit des Langstreckenläufers kann man nicht erklären, man muss sie fühlen

