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66 ZimmerSchlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach soll 2028 eröffnen

Die Bauarbeiten laufen, der Neubau mit 66 Zimmern wurde umgeplant, und der historische Park wird umfassend saniert: So geht es in Lerbach weiter.

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Wie Schlosshotel Lerbach wiedereröffnet werden soll, erläutert Besitzer Dr. Heribert Landskron-Reißdorf .

Von außen ist noch gar nicht so viel zu sehen. Doch hinter dem historischen Schloss klafft bereits eine große Baugrube, in der Schreinerei ist die Haustechnik installiert – und oberhalb des denkmalgeschützten Ensembles haben die Arbeiten für die Tiefgarage begonnen. „Wir haben quasi stante pede angefangen zu bauen“, sagt Eigentümer Dr. Heribert Landskron-Reißdorf. Beim Wandertag des Energieversorgers Belkaw gab er am Samstag einen Einblick, wie es mit dem seit 2015 geschlossenen Schlosshotel Lerbach weitergeht.

Baugenehmigung gilt auch für den Hotelneubau

Dabei klärte Landskron-Reißdorf eine Frage, die nach der jüngsten Mitteilung der Stadt offengeblieben war: Die am 14. September erteilte Baugenehmigung gilt nicht nur für die drei Bestandsgebäude, sondern auch für den Hotelneubau. Für beide Vorhaben seien separate Bauanträge genehmigt worden. Beim Neubau sei inzwischen ein Generalunternehmer gefunden, der Statik und Ausführungsplanung erarbeite. Voraussichtlich im März kommenden Jahres soll dort richtig gebaut werden.

Neubau wird schlichter und tiefer ins Gelände gesetzt

Der Neubau entsteht wie geplant auf dem früheren Parkplatz oberhalb des historischen Ensembles. Seine Gestaltung hat sich gegenüber früheren Visualisierungen verändert. Nach Abstimmungen mit dem Gestaltungsbeirat sei ein „sehr schlichter Baukörper“ entwickelt worden. Er werde tiefer ins Gelände gesetzt und soll dadurch vom Park aus hinter dem Altbau kaum auffallen. Tiefgarage und Erdgeschoss entstehen in Beton, darüber 66 Hotelzimmer in Holzmodulbauweise. Insgesamt sind rund 125 Zimmer vorgesehen.

Arbeiten im Bestand laufen bereits

Auch im Bestand wird bereits gearbeitet. Zum Ensemble gehören neben dem Schloss der ehemalige Reitstall und die alte Schreinerei. Dort ist die Haustechnik bereits eingebaut. Unter dem Ehrenhof entsteht zudem ein großer Technikkeller für Wärmepumpen und Lüftungsanlagen, der später wieder vollständig unter der Erde verschwinden soll.

Fertigstellung für 2028 geplant

Neu ist auch der konkretere Zeitplan: „Wir planen, in 2028 fertig zu sein“, sagt Landskron-Reißdorf. Ostern 2028 sei von seiner Frau Ute Reißdorf einmal als Zielmarke genannt worden, es solle aber auf jeden Fall im Jahr 2028 gelingen. Inzwischen gebe es einen Bauzeitenplan, der ebenfalls eine Fertigstellung 2028 vorsehe. Damit verschiebt sich die Wiedereröffnung gegenüber dem 2024 genannten Ziel 2027 um ein Jahr.

Eisspeicher soll Wärmepumpen speisen

Der historische Bau wird ergänzt.

Eine Besonderheit wird die Energieversorgung. Gemeinsam mit der Belkaw soll das Ensemble möglichst ohne fossile Energien auskommen. Belkaw-Projektentwickler Marco Senscheidt erläuterte, dass ein unterirdischer Eisspeicher als Energiequelle für Wärmepumpen dienen soll. Im Winter wird dem darin gespeicherten Wasser Wärme entzogen, beim Kühlen des Hotels gelangt Wärme zurück. Zwei Wärmepumpensysteme sollen Neubau und historische Gebäude versorgen.

Hotel soll auch für Menschen aus der Umgebung offenstehen

Das Vier-Sterne-Plus-Hotel der Dorint-Gruppe soll ausdrücklich auch für Menschen aus der Umgebung offenstehen. Wo früher das „Coq au vin“ war, ist wieder ein Bistro für Wanderer und Ausflügler geplant. Hinzu kommen ein Restaurant im Hauptgebäude, Tagungsräume, Möglichkeiten für Hochzeiten und standesamtliche Trauungen sowie ein beheiztes Außenbecken, das tageweise auch externen Besuchern offenstehen soll.

Historischer Park wird saniert

Parallel läuft die Sanierung des historischen Parks. Der englische Landschaftsplaner Pip Morrison hat dafür ein Konzept entwickelt, das sich an der historischen Gestaltung Albert Brodersens orientiert. Zugewachsene Blickachsen sollen wiederhergestellt werden. Neu geplant ist ein Spiegelteich, der zugleich Regenwasser von befestigten Flächen aufnehmen und als Rückhaltebecken dienen soll.

Öffnung des Parks bleibt offen

Wann der Park wieder regulär geöffnet wird, bleibt dagegen offen. Zunächst müssten Wege erneuert, Gehölze zurückgeschnitten und weitere Arbeiten erledigt werden. Sämtliche Bäume seien inzwischen auf ihre Standfestigkeit untersucht worden. Ein rund 600 Seiten starkes Parkpflegewerk erfasse jeden Baum und Strauch. Zugleich kontrolliere ein ökologischer Baubegleiter alle zwei Tage das Gelände, unter anderem mit Blick auf Fledermäuse.

Von der Planungs- in die Bauphase

Nach Angaben Landskron-Reißdorfs sind insgesamt rund 270 Menschen in das komplexe Projekt eingebunden. Nun ist Lerbach endgültig von der Planungs- in die Bauphase gewechselt. Und anders als bei früheren Zeitplänen lässt sich der Fortschritt diesmal bereits sehen: in den historischen Gebäuden, in der großen Baugrube und auf dem künftigen Standort des Neubaus. (wg)