Zwischenbericht zum Absturz auf die A45 veröffentlicht
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat ihren Zwischenbericht zum Absturz eines Motorseglers am 23. Mai auf die A45 nahe Hünsborn veröffentlicht. Bei dem Unglück kam, wie berichtet, ein Pilot des LSC Dümpel ums Leben. Der Co-Pilot, der ebenfalls dem Bergneustädter Verein angehört, überlebte schwer verletzt. Die beiden hatten beim Nachbarverein an einem Wettbewerb teilgenommen.
Unfallursache bleibt weiter offen
Zu einer abschließenden Bewertung der Unfallursache kommt die BFU in ihrem Zwischenbericht noch nicht. Stattdessen werden der Unfallhergang sowie die Ereignisse vor und während des Fluges detailliert rekonstruiert. Offen bleibt insbesondere, weshalb das Schleppseil zwischen Schleppmaschine und Motorsegler gelöst wurde. Auch die genaue Ursache für die Schwierigkeiten während des Schleppvorgangs ist damit weiterhin Gegenstand der Untersuchung.
Aus dem Zwischenbericht geht hervor, dass es nach dem Start des Motorseglers, der von einem Motorflugzeug des gastgebenden Vereins gezogen wurde, Probleme während des Steigflugs gegeben haben muss. Im Kern geht es darum, dass das Gespann aus Schleppmaschine und Segler offenbar nicht schnell genug an Höhe gewinnen konnte. Auf einer Videoaufnahme ist laut BFU auch der Funkspruch „Flieg' mal schneller, wenn's geht“ zu hören.
Zeugen schildern hohe Längsneigung und niedrige Geschwindigkeit
Den weiteren Verlauf hätten Augenzeugen unterschiedlich wahrgenommen, heißt es in dem Bericht. Übereinstimmend hätten mehrere Zeugen jedoch angegeben, dass sich der Motorsegler „mit hoher Längsneigung und niedriger Geschwindigkeit deutlich tiefer als das Schleppflugzeug“ durch die Luft bewegt habe. Zudem habe es weiteren Funkverkehr gegeben, in dem das Wort „schneller“ vorkam.
Einige Zeugen beobachteten laut Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, wie das Schleppgespann in sehr niedriger Höhe auf die an den Flugplatz angrenzende Baumreihe zuflog. Anschließend soll der Motorsegler Bäume berührt haben. Nach dem Absturz kam das Flugzeug auf der Autobahn zum Liegen.
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung wertet im Zuge ihrer Untersuchung unter anderem die vorhandenen Aufzeichnungen und Zeugenaussagen aus. Wann der Abschlussbericht vorliegen und damit möglicherweise Klarheit über die Ursache des tödlichen Unglücks bringen wird, ist noch nicht bekannt. (ar)

