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AfD in Bergisch GladbachTorsten Jungbluth im Interview

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Torsten Jungbluth.

Bergisch GladbachHerr Jungbluth, Sie ziehen für die AfD in den Bergisch Gladbacher Rat, zusammen mit zwei anderen Mitgliedern Ihrer Partei. Sind Sie überrascht über diesen Wahlerfolg?

Torsten Jungbluth: Wir hatten natürlich darauf gehofft, waren uns aber überhaupt nicht sicher, dass es für drei Sitze und damit Fraktionsstärke reichen würde. Dass wir in der Europawahl ein gutes Ergebnis erzielen würden, damit hatten wir allerdings gerechnet.

Ist Ihnen von zukünftigen Ratskollegen anderer Parteien gratuliert worden am Wahlabend?

Jungbluth: Es kamen einige sehr freundliche Gratulanten auf uns zu, es gab aber auch ein gewisses skeptisches Beäugen. Und einige haben sich auch erst einmal in Ignoranz geübt.

Man weiß, wofür Ihre Partei auf Europaebene steht. Aber wofür wollen Sie sich in Bergisch Gladbach einsetzen?

Jungbluth: Ein Schwerpunkt wird die besorgniserregende Finanzlage der Kommune sein. Sehr bald wird man die 500-Millionen-Euro-Grenze in Bergisch Gladbach überschritten haben. Und man kann nicht davon ausgehen, dass die Zinsen permanent niedrig bleiben. Deshalb muss ein Schwerpunkt sein: Wie kann die Stadt wirtschaftlicher handeln? Ein anderer Punkt ist das kommunalpolitische Schwarze-Peter-Spiel: Im Bürgermeister-Wahlkampf ist wortwörtlich der Ausdruck gefallen, das Gelder, die vom Bund für die Kommunen zur Verfügung gestellt werden, an den klebrigen Fingern des Landschaftsverbandes oder des Kreises hängenbleiben anstatt bei den Städten anzukommen. Im Kreistag zum Beispiel regieren aber doch die gleichen Parteien. Ich halte das für ein innerparteiliches Abstimmungsproblem. Keiner will für die Schulden verantwortlich sein.

Wo sehen Sie denn konkrete Spareffekte?

Jungbluth: Man sollte bei Institutionen, die wie etwa die städtische Bibliothek mit hohen Verlusten arbeiten, konkret nachschauen, wofür das Geld eigentlich ausgegeben wird. Wenn die Kunden tatsächlich einkommensschwache Familien sind, die für die Bildung ihrer Kinder Literatur ausleihen, ist das toll. Wenn man aber hauptsächlich gut betuchten Pensionären, die ihren Bücherschrank klein halten wollen, praktisch kostenlos Trivialliteratur zur Verfügung stellt, wäre zum Beispiel prüfenswert, ob die Gebühren nicht angehoben werden müssten.

Das Gespräch führte Sarah Brasack